
doch
wissen sie
niemals
zeit
wohnhaft
im wunsch
mögen
sie auch
verschieden
sein
liebe
hinreichend
getestet
folgsam
geregelte
wanderung
schonung
falls wild-
verbiss
wohnung
als riss
im verharzten
träumen
dank
dem zeichen
unter
verriegeltem
auge
blieb:
nur die
furcht
der sterne
vor:
gegen-
seitiger
anziehungs-
kraft
Vielen Dank für dieses vielschichtige Gedicht. Die poetische Metapher von der „Furcht der Sterne vor gegenseitiger Anziehungskraft“ eröffnet einen Denkraum, in dem Naturwissenschaft, Philosophie und menschliche Existenz aufeinandertreffen. Physikalisch ist Gravitation keine Furcht, sondern eine universelle Wechselwirkung, mathematisch beschreibbar und zugleich Voraussetzung für die Entstehung von Sternen, Planeten und letztlich des Lebens selbst. Gerade darin liegt die Stärke der Poesie: Sie verleiht den Gesetzen der Natur eine menschliche Sprache.
Historisch und philosophisch kreisen die großen Traditionen immer wieder um die Spannung zwischen Anziehung und Distanz, Freiheit und Bindung, Leben und Vergänglichkeit. Auch die religiösen Überlieferungen sehen in der Liebe keine Verneinung des Leidens, sondern die Kraft, ihm Sinn und Hoffnung entgegenzusetzen. In diesem Sinne erinnert Ihr Text daran, dass der Mensch nicht nur nach Erkenntnis sucht, sondern ebenso nach Verbundenheit. Vielleicht ist es gerade diese Spannung – zwischen Vernunft und Poesie, Wissen und Hoffnung –, die uns lehrt, mit Demut, Mitgefühl und Verantwortung aufeinander zuzugehen.
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