Echo ohne Mund

am Anfang steht:
ein Wort
das sich nach oben irrt
ein Satz
gebaut auf Antwort
ein Ruf
in banger Erwartung

nichts
halten die Hände
lange genug
um es glauben zu können

das Ende aber:
soll kein Ende sein
nur: Verstreuung

darum:
solange
man dazwischen hängt
fällt ein Ding
aus seinem Namen

ein initialer Laut
vom Zweig geschnitten

der klingt
nach allem Abschied
allen Bitten:

wie Atmen:
Biss ins Fleisch
der unverwandten Stille

ein Echo ohne Mund—
vergesse. folge. fülle.


es geht nicht
die Hand fällt aus dem Satz
die Schrift verweigert sich dem Körper

kaum
ein Wort hält sich noch fest
an der Stelle, wo der Schmerz spricht

furchtbar
ist aber nicht dieser Schmerz
furchtbar ist, dass er bleibt
wenn alles andere verschwindet

es geht nicht
sagt einer. und meint:die Zeit geht weiter

endlos
das Warten
das keinen Gegenstand hat
es ist:
ohne Ankunft. ohne Verlust

bleibt
noch einer
im Abzug seiner selbst
und ortlos geworden
im eigenen Ruf

wohin
wenn Rückkehr
nicht mehr im Namen wohnt

es geht nicht
noch einmal
damit es gehört wird
von niemandem

Stimme
Rest von Atem
der sich nicht mehr entscheidet
für Leben oder Sagen

darum
heißt Bleiben:
nicht mehr fortkönnen


Wenn ich erwache
liegt das Meer vor den Straßen

letzte Kühle
vor dem Licht

das Wasser
glatt wie ein See
der den Frost noch kennt

die Welt
noch nicht entlassen
aus dem Schlaf

die Zeit
noch unentschlossen
ob Schwelle
oder Spalt

ich höre schon
den zweiten
den dritten Schritt

des fremden Fußes

wie Landschaft
die durch den Körper geht

bis wieder Abend ist

und sich der Himmel
allem beugt

dunkler
ohne Grund

zahllos
liegen die Kiesel
unter den Sohlen

ich hebe
einen auf


weitere Gedichte folgen…