späte zeit

die späte zeit.
in geliehenen händen. ausgestreckt.

die eine zeit. bei dem einen.
die andere. nirgends.

zweig der buche. und zweig der frage.
einen. für jeden von uns. zwei.

wanderschaft. oder heimkehr. entlang
am tau. auf der wange des steins.

kühle braucht der schlaf.
unter lichtmüdem laub.

wo?
bei dem einen.
der einsame.

wann?
sich erinnernd.
der bleibe.

linderung der zeit

die poesie. wird uns retten.
linderung der zeit.
und was nicht alles? können sich liebende sagen. vor dem abschied.

fort. pflanzende seelen.
über leere fenster streichend.

augen.
später: blick
ein atmen.
des tiefsten vergessens.
hinaus. in den kühlen morgen.

hut der erde.
der gräber. der steine.
der fremden träne.
der winterfesten begrünung.

worum wird es gegangen sein?
vergeblichkeiten. fremd
gewordene empfindungen.
innere stimmen. entfernte.
kurz geratenes. unter zerdehntem.

die wanderungen. aber. werden
nie abgeschlossen sein. wenn sie
nicht auch. das ungeliebte durchquerten.

augen.
später: blick.

weiße falter. vor schattenwand.

bis auf weiteres

sobald ich zeit habe. eine stunde. oder zwei. geh ich den augenblick entlang. doch nicht vorbei. an den gedanken. die jetzt im herbst stehen. der wieder vor mir liegt.

umwege wuchsen vor den schritten. und fast. hätte ich versäumt den frühling. der die möglichen nährte. den sommer. der die erinnerungen schuf.

vor jedem aufbruch. schlangen sich die wege ineinander. dass sich die stimmen verknoteten. und fragen über fragen. als ein gestein auf jungen gräsern.

lang war jedes jahr. das ohne rückkehr verstrich. wenig konnte sich aussprechen. über zu vieles. das sich staute an den innenwänden der blicke.

selbst der himmel entglitt mitunter den gebeten. hatte keinen halt an meer und wüste. doch jetzt kann ich noch einmal im wunsch sein. der übrig blieb. sobald ich zeit habe. eine stunde. oder zwei.

zug.luft

Foto: Miriam Halfmann

statt der liebe 
anstau der nähe
kopf im geäst 
ranke der ausflucht 

haftwurzeln im glas
der geschlossenen fenster 

krause leere
zwischen den wünschen 

es setzte sich jemand dazu
legte die hand in den spalt
zwischen laub und erde 

das warten der bänke im park 
gestiftet von den verträumten 
zugleich darauf bedacht 
den himmel abzuhalten
dass er ihrer vorläufigen haut
nicht zu sehr auf die pelle rücke 

und unterm kopfkissen 
der brunnenschacht
mit kleingeld zugeschüttet 

bevor das licht die blicke aufreißt 
als ob pfingstrosen explodierten

wieder.gabe

was wäre schon. eine passende stimme | klein. vielleicht. wie der mensch | am fuße eines gebirges || der vortrag. des blickes | der nachtrag. eines verzögerten gedächtnisses. einer zaghaften kunde || etwas wurde gesehen. weil man noch einmal hinsah | und wieder. und wieder || anfangs. wusste man nichts | man sah. und hatte das starren der mauern | das auge. war pappe. unter dem regen. aus staub und bildern | einer sagte: flugzeug. ein anderer: unfall. man fragte sich still. warum der himmel blau blieb. während unter den bildern. die zeit weiterzählte | doch. was weiß eine zahl. vom puls. des stockenden blutes | man weiß ja. was danach kam. weil man zurückblieb. in verdauerter retrospektive | sie aber. dort. wissen noch nicht | sie stehen an fenstern. sie telefonieren. sie hören nachrichten. sie stellen kaffeebecher ab | einer. wartet auf den aufzug. einer sagt: bis später || bis später || die sprache ist voller kleiner versprechen. für die sie keine haftung übernimmt. voller kleiner versprecher. an denen niemand schuld trägt || man kehrt zurück. in diese wenigen minuten. als ließe sich zwischen zwei bildern. eine andere welt finden | davor steht dieses: später. dahinter ruht jenes: davor || man schiebt den balken zurück. noch einmal | himmel. stimme. unfall | noch einmal | hin und her. pendelt ein finger. auf dem steg der zeit | auf und ab. zwischen geschehen. und geschichte | erzählen ist nimmer | man schweigt. aus erfahrung | der text liegt. im verbrannten papier | im vorsprung eines betrachters. der weiß. was kommt. ohne es sagen zu können | er hat die gabe. der wiedergabe. im weißraum. der stille || die anderen aber. sprechen noch | zur leitstelle. zur mutter. zum mann. zur frau. zu einer stimme. die den namen nicht kennt | zu uns || jedoch. man sagt nichts. während man hört | man weiß keine antwort. weil keine frage gestellt wurde | die stimmen. sind menschen. die man nicht kannte | die menschen aber. verbessern sich in den zahlen. gegenüber dem staub | man spricht ihre namen. man ruft sie nach vorne. ins blendende licht. ihrer unsichtbarkeit || die luft ist knapp. doch immer ist platz | ein winziger rest. für die namen | die wie wir waren. zuerst | und dann nur noch: sie || und ich | ? | ich misstraue den zahlen. sie können nicht davon sprechen. wer wen vermisst | ich schweige. ich habe damit erfahrung | meine augen nicht | sieh | noch einmal | ich ziehe die zeit zurück. mit einem finger | davor. und noch davor || der himmel ist wieder heil | ich weiß. wie lange noch | play | ich sehe es wieder. nicht. weil ich es sehen will | weil ich wissen will. ob es diesmal. in mir bleibt | ob ein bild. das oft genug gesehen wurde. endlich aufhört. zurückzukehren | denn sehen ist. die wachere form. des traums | bis das auge müde wird. oder der bildschirm schwarz || ich schweige | meine augen. haben damit. keine erfahrung

seen.platte

ach ja

und wieder die erde
zur einsamen stunde
die wunden der ernte ausstellend
offenes feld
strohvoll
verschluckte zeit

gesicht des käuzchens
vom letzten traum
versehen

angelwurf
eines entwöhnten blicks
dass nicht zu nah komme
das einmal entfernte

3fach vergrößerter mond
in einer pfütze
die kaum ein kindliches hüpfen
zu fassen vermag

in kalter platte
das bild verwahrt
zum schutz vor den sprüngen
von ufer zu ufer

bereiche dazwischen

in der zone des
aus
bleibens
der eingegangenen hoffnung

noch

hatte
einen zagen glauben
eine kurze stille
lang

hatte
ein zähes erinnern
zu beiden seiten
der insel

hatte
ein jähes erwachen
im sturzflug
der uferschwalben

hatte
die klarheit
der unzeit

von den wundern
erschöpft

und
das lächeln
der steine
am abhang

jetzt
werfe ich
keinen schatten mehr

über
den rand
der verwitterten aussicht

jetzt
starre ich
die gassen leer

wo
ich mir einmal
entgegenkam

jetzt
bin ich

noch

fußläufig

um zu denken
schließe ich
die augen

gegen
die störende welt

so
voller gedanken
wie das gras

die bäume

trage ich
trübes wasser
zur klaren quelle
zurück

nichts
ist leichter

als dem
nicht sichtbaren
zu vertrauen

der stunde
des aufschlags
die erst
noch kommen wird

der zeit
die ist

weil sie
immer war

gleich
welchen namen
sie trägt

sie geht

immerfort
immer
fort

und folgend
gehe ich
ihr entgegen

schlicht
will ich
mich machen

und still

ein haus
bewohnen
nahe der mündung

fußläufig
zu den ufern

dicht
bei den booten

in denen
der augenblick
hockt

und harrt

eines
letzten schauens

da

wo die seele
sich ablegt

zwischen
zwei seiten

von nacht
und tag

4:33

f
insta
gram
attic

reich
unweite

stallung
in
unselbst
dar
stellung

in
fluenza

folge leisten
ohne leistung
ohne folgen
für die folgenden
die verfolgten
die man sich nicht leisten kann

ge
fallen
e

teil
nahme
denen
das teil
gefällt
das man sich nahm
teilnahmslos
für alle fälle
gegerbte namen
enterbte haut

der
toten
tanzenden
un
sich
t
bar
keit

immer
im
mehr
in der märe

sich
t
fremdes
bild
in der markung

f
lausch
medusa

aus
gelöster
medulla

kippe
der achtung
in der
be
o
bachtung

würde
gezählt
mit jedem
der sein
wirkungsLos
würgt

das eigene
wirbt sich selbst
ab

für
das gleiche

das den menschen
löscht
mit einer
marke
ziffer
einem
zuchtbrand

auf jeglicher
zunge
damit sie spreche:
folge mir
jetzt
und immer
sonst
folge ich
nicht

säuglinge
im füttern
täglich neu geboren
nimmer
satt
immer
winzig
in
ihrer verwesung

un
geborene
verbohrt
ins
ablauf
datum

deren geschichte
ging
so:

ich sah
mich an

beim
angesehen
werden

und
verlor
mitten
unter allen

mein gesicht

im netz
dazwischen

vor
einwand
nach
auswurf

strang
uliert