
I. die Namen. verenden
von einem Meer
zum anderen
Ufer
starrt sie lang genug
aufs Wasser
fern ist
der Brunnen
in den der Stein
ihres Namens fiel
sie trug ihn
von Welt zu Welt
in der Leere ihrer Hände
nicht viel
gab man der Fortgeschickten
ein paar Erzählungen
vom grauen Wasser
in dem die Namen verenden
stets am anderen Ort
ist das Paradies
zu kurz
die Arme
einzeln
sind die Orte
der Heimat
zahlreich jene
der Fremde
die Sage ging
von einer Sprache
ertrunken
die Stumme
eine Verstoßene
steht in Vitrinen
singt sich die Seele
aus dem lautlosen Leib
die Hiesigen
fressen den Klang
ihres Atems
summen
was will die denn
ein Brot
ein Bett
ein Fenster
sie aber
bleibt zurück
bestellt und
nicht abgeholt
in stillgelegter Zeit
II. AKTEN.NOTIZ
es wird berichtet:
im vereisten Gehör
anhaltend
die Weherufe
des Vaters
zur Mutter
liegt vor:
Neigung
zum Träumen
unzureichende Kraft
die verlorenen Kinder
eine weitere Nacht
zu beklagen
III. fremd. endlos
hilf mir
zu vergessen
meine Liebe
niemand
wird ertragen
den Tag der Rückkehr
viele Stimmen
zogen schon
an meiner Tür
vorbei
die meine
lieh ich
dem Schrei
der Ertrinkenden
die Flossen
wurden mir nicht
zur Zunge
die Füße
haben nicht gelernt
zu tanzen
mein Atem
ist ein Wind
durch das Hohle
der Regenrinnen
ich stieg
aus Schaum
jetzt
steht er
am Mund
des Toten
ich war
ein junger Baum
im Fenn
ich bin
ein Stein
am Wegrand
im Licht der Pfützen
steht
fremd
endlos
IV. TRANSIT.PROTOKOLL
lief
der Zeit
davon
ortlos
heimgesucht
buchte
Verbleib
im Augenblick
erfasst
war
auf Enthalt
Fernes
im Fleisch
Retour
ausgeschlossen
V. das Licht. hat sich geirrt
ich sage jetzt nichts mehr
ich bin jetzt in der Sage
zwischen die Fotos gerutscht
in die Ritze des Sofas
ich liege unter den Trümmern
der uferlosen Erzählungen
habe die Augen der Greisinnen
Flechte auf dem Gestein
ich bin: die Gesagte
ich bin nicht: die Angesagte
heiße: zur unrechten Stunde Gekommene
heiße nicht: die Abgeholte
stehe an der Haltestelle
an der Stelle ohne Halt
das Licht
hat sich geirrt