[maske: iocaste | wartend. auf das. was nicht gewusst werden darf]

die träume kommen jetzt von ganz allein. sie setzten ein nach der abreise. du hast begonnen sie aufzuschreiben. das waren deine ersten schritte. zu führen das leben eines anderen. ein leben, in dem du nicht vergessen sein würdest. durch das du dich auf die suche begabst. nach dir selbst. bis du das sichere gefühl gewonnen hättest, dass es jemanden gibt, der sich all deiner träume annahm. du würdest dann nicht mehr gänzlich ermüdet sein müssen, um weiterträumen zu können. weil du durch sie zum wanderer würdest. ziehend durch alle verwandlungen.
aber. als daheimgebliebener. warst du dir nie gewiss, ob du auf der richtigen seite der höheren geschicke stündest. dort. wo die irrenden enden. da. im frieden der seele. doch du hast ja an dir selbst erfahren müssen, dass die urteile nicht stehen bei der gerechtigkeit. und deine allzu leise stimme wurde zerkaut von den nimmersatten einer nachwelt, die dem vergangenen nicht vergibt. weil sie die lebendige gegenwart ihrer vergangenheit zu übersehen neigen.
es ist nicht der schlaf, der dich rettet. sondern das protokoll, das du schreibst. im schlaf. dort aber steht dein name nicht. sondern der flackernde schatten deiner schuld. wie lichtstreifen auf einem gesicht, das nie zu dir sprach.
vielleicht. dachtest du. wird eines morgens. kurz vor dem erwachen. jemand in einem der träume wohnen bleiben. als wäre er der zurückgekehrte. der sein ganzes leben die last eines wunsches hat wachsen spüren. der schlichteste und der schwerste aller wünsche: jemandes erinnerung zu sein.
Wunderbar!
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