end.los | brief aus der isolation

die jahre des wartens zählen nicht. gleich den terminals des transfers. die füße froren fest in leerer wintererde. aber man wird sich kaum übersommert haben, mit schlichterem herzen. vielleicht noch: den ort der ewigkeit wählen. vielleicht dort, wo schon andere sind, die das angsthaus verließen. dort, wo die jungen buchen wachsen. ganz behutsam zu gehen durch eine gasse. und jetzt bereits zu ahnen: manche werden fehlen, wenige bleiben im gedächtnis. vielfach gesagtes, das niemand hörte, für alle anderen, die nichts sagen, trotz überfüllter welt. doch auch die orte des wartens zählen nicht. man ist zum kranich geworden, der überwinterte, ohne schwarm. ohne erinnerung an das letzte jahr einer gemeinsamen rückkehr. man wird sehr bald ein kranich sein, der nicht mehr weiß, dass er kranich war und was nach dem winter folgte. denn nur die zeit geht weiter. unablässig. jedoch: durch unverwandelte räume stiller duldung und reglosen aufenthalts.

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