
der zu einer unkenntlichkeit geschrumpfte körper. die ganze sich stetig schneller drehende welt. die keinen anderen halt erlaubt, als den dunklen, stillen fleck des eigenen, einen stand-orts. hier ist man vorerst nur, um vorhanden zu sein. hier könnte man eines tages warten, falls etwas zu erwarten ist. das offen zugewandte erreicht einen hier nicht und hat – wie alles unsichtbare – eine erstaunliche grenzenlosigkeit. doch das eigentliche hat jetzt einen fernen platz jenseits der gläsernen wände, die aus den früheren pfaden wuchsen, unbemerkt zur zeit des wachstums einer dünnen, nachträglich gebildeten kruste um ich und welt. die zeit regnet sich ab. ein gebrochenes, altersschwaches licht trifft die haut. man steht als ein unbewegliches in der reibung des flusses. man steht wie ein warnsignal am rand einer start- und landebahn der beflügelten. man steht an der grenze zum undurchstoßbaren. man stand vielleicht schon immer dort – ohne es zu bemerken. dabei weiß man doch in der tiefe der seele, dass es einmal – zu einem jetzt noch unbekannten moment – ein geräusch geben wird, das nicht wie ein laut ist, sondern vielmehr ein nachlassen der stille, als hätte sich irgendwo ein ton gelöst, der nie ganz dazugehört hatte. oder: ein schatten verschiebt sich. nicht viel. nur so weit, dass man nicht mehr sagen kann, ob er noch derselbe ist. oder: etwas zuckt. nicht im körper – eher an ihm vorbei. als hätte ihn etwas kurz gestreift, das keine spur hinterlässt. oder: ein augenblick dauert länger, als er dürfte. oder kürzer. man mag es nicht entscheiden. oder: ein wort stellt sich ein. ohne laut. und bleibt, ohne gesagt zu werden. und plötzlich ist das, was zuvor ich war, ein nichts, das nicht mehr zu verschieben ist. und welt ist jetzt alles, jedoch ohne geräusch, ohne schatten, ohne zucken. ein raum. und eine stelle, die nicht sichtbar ist, die nicht benannt wird. und gerade deshalb bleibt. man könnte sie für einen moment verwechseln mit ruhe. aber sie ist kälter. sie hat keinen rand. keinen zugang. sie entzieht sich jeder bewegung, weil sie selbst keine mehr kennt. dort sammelt sich nichts. nichts wird dort gehalten. nicht einmal der schmerz. und doch ist es genau das, was nicht mehr wehtut, weil es nicht mehr wehtun kann. eine stelle, an der einmal etwas offen war, das sich nun schloss. nicht verheilt, sondern entzogen. und das zurückbleibende ist keine wunde, sondern nur die vorstellung von einer wunde, die keinen zugriff mehr erlaubt. nein: diese kälte friert nicht, sondern sie stellt fest – dass dort nichts mehr erreicht werden kann.