
fern voneinander. im unterholz. wenn die dämmerung in den weiden. variation der wunder, die noch erwartet. beiläufiges gehen. zuflucht des verschwiegenen wunsches im augenwinkel. zärtliche reibung einer stimme mit der stille. wundverschluss der geräumten zimmer. winzige nester. darin die mächtigen ruinen, die dereinst von den immer gesunden bestaunt, wenn sie die von vulkanischer asche bedeckten städte wieder aus dem vergessen ans licht einer beliebigen jetztzeit heben und die erde von den versteinerten leibern schälen. oder die glocke, die gerade zwölf geschlagen hatte, als die pyroklastische walze durch die straßen rollte. der erkaltete staub in unseren lungen wird uns dann wieder schlagartig interessanter machen. man wird uns nicht mehr beim wort, aber beim anblick nehmen können. wir werden nicht mehr erwachen. doch man wird uns die träume einer weitgehend unbekannten vergangenheit in die geschlossenen augen reiben. man wird nicht mehr sagen: oh, das jahr hatte sich schnell erschöpft. allenfalls: es gab eine kleine unterbrechung, eine unauffällige zwischenzeit, eine störung des getriebes, eine zäsur des zeitlaufs, eine lücke in der erzählung des selbst, eine aussetzung des telos, einen einschnitt in den leib, eine fraktur des wirklichkeitsgefüges, eine faktur der gestockten atmung. man lässt uns so liegen, sitzen oder stehen, wie wir gerade waren, im moment des großen blitzes, als unsere schatten verbrannten, zwischen solchen oder anderen unter- oder überschriften, im museum der pause, der blau-pause, der aus-zeit zur un-zeit, der disruption aller eruptionen. man kratzt noch den letzten rest schlamm von unseren pappmaschee-körpern und schmiert ihn sich auf die ungeschorene haut. die seuche, die zur sache wird, zur sichel, zum stachel, zum zeichen einer verimpften gleichgültigkeit. sache zwischen sachen. hauptsache nicht: suche. die steht ja schon klanglich zu nah bei der seuche. sage – ja. aber auf keinen fall: sog. sic! und endlich: der sieg jeder jetzigen lage, jeder hiesigen liege über die unendliche geschichte, die ihren wuchtigen lagen-look gerne auf den ewigen kartoffeläckern oder den ungewöhnlichen laufbändern des vergehens, des gehens in die ver-gangen-heit präsentieren mag, aber bitte nicht in den schau-fenstern und ein-lauf-straßen unserer wohnlichkeit im gewöhnlichen. und auch nicht die waldung, die schwankt heran, und nicht die felsen, die lasten dran, und erst recht nicht die wurzeln, die klammern an (jwg, faust ii, bergschluchten…). alles erdrückende. die langen alleen. die schattenstraßen. man will doch lieber erwacht sein und stehen in einem raum, in dem man träumt, ohne zu schlafen, wo zeit ist im überfluss, sich die wirklichkeit vorzustellen. vorerst auf zweiter stufe, vorbehaltlich höherer ebenen, falls es fahrstühle gibt oder rolltreppen, eilend jedenfalls, das dickicht zu verlassen, sprintend, mit der menschheit im rücken und dem offenen voraus, und dem einzigen ziel, eines tages von einem hügel aus auf ein meer zu schauen, vor sonnenuntergang. doch von welchen gütern reißt man das hungrige herz, dass es zur warte wird eines unsichtbaren? mit dem kopf als wurzelwerk und der seele als blattwerk, weil doch die kehre so nottut. man weiß zu viel und hat darum große furcht, betrachtet die dinge, von denen man nichts versteht, wie licht, das durch halbtransparente fasern drang; laub und seide und bemaltes glas. zwischendurch sieht man sich selbst nachtwandeln, alternd in den langen wüstenjahren, wünschend die rückkehr zur regenzeit. man ist bereit, das sehen noch einmal neu zu erlernen, erst nur eine stimme zu hören, viel später vielleicht ein gesicht zu erkennen, das man einmal gekannt hat – die zweite seele, die in das erste haus einzog und deren unausgesprochene worte so viel bedeuten wie: du sagst mir, wofür ich bitten soll und wann ich den dunklen mantel abwerfe, der meine nacktheit verhüllte.