end.los | brief aus der isolation

in einem großen saal. mit geschlossenen augen. jeder an seinem tisch. viel abstand. viel anstand. frage nach fristen, statuten, regularien. antworten: gebrüllt ins mikro des laptops. die drückenden stöpsel im ohr zum quellen zu bringen. vielfach verstärkte wahrheit. dazwischen: friedhofsstille. eine andere lautstärke hat das denken. wenn sehr leise und scheinbar langsam die großen wellen heranrollen, die einst das land überschwemmen werden. fallende türme. stürzende mauern. und alles sonstige, das nicht mehr nur gleichnis sein will. wortlose betrachtung. augen-blicke. im wunsch-krampf. dass einer auf die suche gegangen wäre, dass er gefunden hätte und endlich auflöste die verlorenheit. eines einzelnen engels gesang würde genügen. aber selbst das kleinste ist ein unerreichbares. der hauch eines atems, furchtbefreit. das bescheidenste aller geschenke, als ein einziges großes glück. denn: sehr viel schmerz muss von uns gefordert sein, um überhaupt noch empfinden zu können.

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