Nach Jahren des Schreibens, Zweifelns und Überarbeitens: Echo. ohne Mund ist jetzt im Buchhandel. Ich freue mich sehr.
Kommentar des Verlags zum Buch
Was bleibt von einer Stimme, wenn niemand mehr antwortet? Was geschieht mit Namen, Erinnerungen und Landschaften, wenn Sprache selbst zu verschwinden beginnt?
In seinem ersten Gedichtband entwirft Stefan Plasa eine Poetik des Hörens. Seine Texte bewegen sich zwischen Mythos und Gegenwart, zwischen Oper und Alltagswelt, zwischen persönlicher Erinnerung und kulturellem Gedächtnis. Sie erzählen von Abschied, Fremdheit, Liebe und Verlust – nicht als abgeschlossene Erfahrungen, sondern als Bewegungen der Sprache selbst.
In einer ebenso reduzierten wie präzisen Bildwelt entstehen Gedichte, die das Unsagbare nicht erklären, sondern hörbar machen. Worte geraten ins Stolpern, Namen öffnen verborgene Bedeutungen, Schweigen wird zum Resonanzraum.
Echo. ohne Mund ist ein Debüt von großer formaler Konsequenz – ein Band über das, was bleibt, wenn die Stimme verstummt, und über das Echo, das dennoch weiterklingt.
Stefan Plasa: Echo. ohne Mund. Gedichte. EMPATHIE-Verlag 2026. Preis: € 21,70
Werkstattabend der Szeneklasse von Vera Nemirova an der UdK Berlin – mit Texten u.a. von Claus Löser und Stefan Plasa – 17. Juli 2026
Es gehört zu den schönsten Momenten künstlerischer Lehre, wenn sie nicht mehr wie Lehre aussieht, sondern bereits wie Kunst. Genau dies verspricht der Werkstattabend Delusion of Desire der Szeneklasse von Vera Nemirova am 17. Juli 2026 im Großen Probensaal der Universität der Künste Berlin.
Vera Nemirova zählt seit vielen Jahren zu den bedeutenden Opernregisseurinnen Europas. Ihre Arbeiten führten sie unter anderem an die Oper Frankfurt, die Deutsche Oper Berlin, die Dresdener Semperoper und zu den Salzburger Festspielen. Erst vor wenigen Wochen wurde ihr diese internationale Ausnahmestellung erneut bestätigt: Im antiken Theater von Plowdiw erhielt sie den erstmals vergebenen Thracian Award of Classical Music als Opera Director of the Year.
Umso bemerkenswerter ist es, dass eine Künstlerin dieser internationalen Ausstrahlung ihre Erfahrungen mit derselben Leidenschaft an die nächste Generation von Opernsängerinnen und -sänger weitergibt. Die Arbeit der Szeneklasse versteht Oper nicht als museales Erbe, sondern als lebendigen Raum des Fragens, Suchens und Erprobens. Werkstatt bedeutet hier nicht Vorstufe, sondern Labor: ein Ort, an dem sich musikalische, szenische und sprachliche Ausdrucksformen gegenseitig befragen.
Das Programm verbindet Arien und Ensembles von Mozart, Händel, Wagner, Tschaikowsky, Richard Strauss und Nico Dostal mit gesprochenen lyrischen Zwischentexten. Neben Gedichten des Berliner Lyrikers Claus Löser werden dabei auch mehrere Texte von Stefan Plasa von den Studierenden selbst zwischen den musikalischen Szenen rezitiert und bilden eigenständige dramaturgische Resonanzräume zwischen den Werken.
Gerade diese Verbindung von Musiktheater und zeitgenössischer Lyrik verweist auf eine der großen Stärken von Vera Nemirovas Arbeit: Oper erscheint hier nicht als abgeschlossenes Kunstwerk vergangener Jahrhunderte, sondern als offenes Denken in Stimmen, Körpern und Sprachen. Die gesprochenen Texte illustrieren die Musik nicht; sie treten mit ihr in einen Dialog, eröffnen Zwischenräume des Hörens und machen sichtbar, dass jede große Oper auch heute noch neue poetische Antworten hervorbringen kann.
Delusion of Desire Werkstattabend der Szeneklasse von Vera Nemirova Freitag, 17. Juli 2026, 18.00 Uhr Großer Probensaal der Universität der Künste Berlin (Gebäude Bundesallee 1-12)