gegen die ufer. angeschwemmt

[zyklus: ohr.fois | off.line | sprechende reste. im gehen]

jäh. landet an. die vergangenheit. drängt sich auf. wie ein bettelndes kind. das man sich schwer von der schürze schütteln kann. das man nicht so einfach wieder fortschickt. mit ein paar groschen. oder einer wolke zuckerwatte. mit dem es sich hübsch die zähne verklebt. dass einmal ruhe herrscht im karton.

aber es hilft auch nicht zu schreien: jetzt nicht! oder gar der vergangenheit selbst, wenn sie sich vor einem aufbäumt wie ein lichtfressendes ungetüm mit metzgerpranken, ins gesicht sagen zu wollen: ich bedaure, aber ich habe jetzt keine zeit für dich. sie weiß eben genau, was abgeht. bevor es losgegangen ist. und sich noch gänzlich unwissend dem erst noch kommenden entgegnet.

also schreitet nur jener in die zukunft, der sich im vorwärts auch drehen und zurückbewegen kann. als ob sich jeder jetzige schritt nur auf dem spiegel eines früheren ereignete.

und dennoch: schon hier und heute sind wir nicht mehr in der geschichte. nicht mehr: in der zählung der jahre. sondern bereits in der erzählung des zeitenthobenen. im ersten kapitel (oder mindestens vorwort) eines mythos. der für uns erfunden wurde. damit wir ihn suchen und wiederfinden. und neu sagen. fast so: als seien wir selbst die helden. und liehen unsere seelen für eine kleine weile dem großen schicksal.

warum dürfen wir dies so unverfroren behaupten? weil es unsere augen sind, die sehen. unsere herzen, die schlagen. so stehen wir auf dieser bühne. damit sie euch welt sei. welt, die sich noch in der kleinsten innentasche des gedächtnisses mit nach hause nehmen lässt. wir heben die masken der mythoi auf, damit ihr die euren fallen lassen könnt…

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