nach einem nicht gesagten du. im spalt. des zerschnittenen ichs
im schatten der mauer. keine antwort. nicht in der mailbox. nicht im licht. nicht in mir.
dein schweigen ist eine landkarte. abgerieben von zu viel blick. die linien – meiner greisen hände – ohne orte. wie wege, die: nie begannen.
der mond stieg über dächer. wie eine frage. er brannte sich ein in die scheibe der tür, die du nicht mehr durchquert hast.
ich warte. nicht auf dich. ich warte auf das aufhören der bewegung deines namens in meinem mund.
eine silbe, ein schatten darin. eine stimme: verödet im gehör. eine umarmung: nicht vollzogen.
im hof: eine birke, die sich gegen das fehlen wehrt. ich schreibe in die rinde der stunden. ich schreie nicht. ich schreite kaum. ich wandle. ich verwandele nicht. und liege auf getretenem gras, in dem das schweigen deines letzten blickes blinde wurzeln schlug.
ich hätte dich halten sollen. nicht: als körper. sondern als abdruck in meinem entwohnten innern.
die welt schlief ein. als alles blühte. es war frühling. als du gingst. als das leben weiterging. als die stille deinen gang angenommen hatte. als ich aufhörte heimzugehen.
du hältst die laute. die ich nicht mehr höre. die scherben. die ich stieß durch meine wange. wie durch mein ungesagtes. dein letztes ewig… ewig…
singe die gärten, mein herz, die du nicht betratest
für Alexandra von der Weth
nicht mehr. ganz. beisammen. nur reste. auf den ziegeln: gezweig. unter dem blattwerk: das wissen um die letzten leeren seiten.
gestrandet. hier oben. im entwachsenen. in der wuchernden stimme.
hierhin gekommen. so weit. ausgegangen. abgerechnet. ganz. zum schluss. im endlosen abschied.
gehst du mit mir? durch das stille haus. das ganze. umschlossen von gärten. von jahren. vom rascheln gelöst. von den geräuschen. vom glas der verhangenen fenster. von den kalten mauern. und ihrer haut. vernäht aus den fetzen der zerrissenen. der entspiegelten. der einsam bewohnten. von wind. von wasser. der von sich entwöhnten. und ihren wünschen.
vorbei an der offenen tür. an jenem einen spalt. dem letzten. vielleicht. zwischen herz und leib. laib. und saite. schwingend. im augenblick unserer teilung. im durchgang: zur ganzheit. zur ganzen gewesenheit.
hinauf über die kargen berge. zur kleinsten, jüngsten blüte. wenn das jahr schon alt und krumm dasteht: vor der zeit, die nicht stillsteht.
trotz der stille. es ist immer: als hätte jemand gerufen. der trotzt: den lautlosen orten. der sitzt: an den gestaden der vergessenen träume. der lässt: den tag ans ende gehen. der sich findet: im echo. der sich erfindet: im schlaf. im anfang: des frühlings. immer. im trotz: der stille.
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doch auf der anderen seite des endes: trotzt ein klang. getragen vom hauch, der keine wunde scheut. wie dein letztes lied, das aus den zerschellten lippen floss: an das ufer der nacht.
diese eine nacht. nach der die furcht überwunden sein wird. am rande stehend. eines wassers. das keinen durst mehr stillen muss.
der wind hat zärtliche hände. und holt seine luft. aus dem schweigen. der schlafenden welt.
ein tieferes glück. steht bei der einsamkeit. überall ist nun landschaft. und an jeder stelle ist sie nun ufer. für den anbruch des tages. der nicht enden wird. der himmel reißt auf. und die täler öffnen sich. der blick hinab. hat jetzt das wissen um die flügel. von denen abfiel. die steinerne haut.
eine rede geht. vom fallen. von den fallen. die sich füllen. mit den entleerten. doch die leere selbst. wird nun zur fülle. und lässt das volle. das runde. steigen in die entlassung. der völligen gelassenheit.
der wind hat zärtliche hände. am rande eines wassers. winkendes dünengras. diese eine nacht. hindurch.
wie nur? weiter. zu-stand. unbewegliche welt. leerstand der seelen. ein atem steigt aus dem großen wasser. und steht in steinernen wolken über den inseln. der gleiche blick. abends. wie morgens.
die heimchen krochen hinab. in die kehlen der schlafenden.
wohin nur. bei all dem platz. endloses. sandiges land. in den augen der wandernden. vorbei an den bitteren seen. da flackert weit draußen. ein saum des schilfs. von dem schon immer die sage ging.
honig. und träne. duft ihrer heiligen wunden. da tropft hinein. die erste strophe der amsel. bevor es tagt.
hinaus. hinaus. ablandig wies uns der wind die wege. wir pflanzten die bäume. die uns einmal zu booten werden. zu-stand der welt. über der weite unserer träume.
diese stunde. jegliche zeit. den zimmern müssen noch fenster wachsen. wir wartenden weben das x-te jahr. in die vorhänge und die gewänder.
ob er nicht hört?
die heimchen krochen hinab. in die kehlen der schlafenden.
dort. wo die rotkehlchen warten. dort. bei den blinden katzen. still. wie eine knospe. ende januar. wie ein motto. ein leitmotiv. leidvotiv.
aber. gärten. weil es grenzen gibt. einhegungen. hecken. mauern gar. für rankendes. und spalierobst. kapellen der wünsche. dahinter. glück der ufer. der bäche. für den klang fließenden wassers. und die alleen. reihung der wegweisenden bäume. wie strophen.
waage. der partikel. und konjunktionen. sortiert. in schächtelchen. morgens. und abends. zyklisch. wie‘s zähneputzen.
hier. im fensterglas. ruht sich der zugvogel aus. der viel lieber geblieben wäre. doch dann: seine federn. die kiele. wuchsen zum blei. das die lichthungrigen stücke zusammenhält. weil sich nur so. gelesen gegen den uhrzeigersinn. eine geschichte ergibt. wie ein echo. jener gedanken. der lauschenden.
dann aber. durch die stadt irrende straßen. menschenleere. in den cafés wartende. ihre blicke hinaus. mit dem glas der panoramascheiben verschmolzen. wie flachware der jahrhunderte. in den museen der welt. bilder eben. aus denen es zuruft den hiesigen. einzutreten. in die grabkammern der geschichte.
wiederum. aber. steht dies nicht. im widerspruch. zu den jetzt bereits milderen tagen. den ein oder zwei stunden. die es mehr an licht hat. und es scheint. als ob. einer vor lauter müdigkeit. die große lustbarkeit eines verlängerten freitagabends verschlafen hätte. und aufschreckt gegen halb zwei. die übrigen gäste die treppen hinunterwanken sieht. in einem einsamen nachsehen. den gründlich aufgebrochenen. hinterher.
pausenlos. ist das denken. ist das schweigen. das ausgegraute. aller gedächtnisse.
schließlich. diese sekunde. in der sich worte gebären. um einen unerträglichen schmerz abzumildern. und abzustellen. in schattigen winkeln. weil sich der jammer nicht geziemt. und die ins fleisch gehauenen nägel. längst einen sicheren halt gewährleisten.
das gute. ist in jedem fall. und immer. ein erledigtes.
dort. ist ein frieden. der die zeit aus seinen wunden kratzte. ein hof. um wie ein kind. in die pfütze zu springen. und durch den brunnen zu fallen. auf frühlingswiesen. die nach frisch gebackenem brot duften. ja. dort. wo der schlussstein aus den fugen rutschte. wo sich die deckel hoben. der felsschweren sarkophage. unter geschüttelten kissen.
vergesse nicht. die nacht. als die schatten ineinander flossen. den sang der träume. als wir auseinander gingen. befreit. und verloren. für den zauber der erwartung. stein ist das wort. das ins wasser fiel. wie das fest der wiederkehr. staub ist die spur. bis zum nächsten wind. aber die letzte gefangenschaft ist auch die ewige. versunken. in der einsamkeit des augenblicks. du bist das fremde land. das durch die seele wanderte. die sich zurückzog. in die verlassenen dinge.
komme. wie du bist bleibe. die schattenlose zeit lass laub flüstern. lass uns schweigen ruhen die pfade, ruht auch das herz schaue: zwei wanderer sind wir. durch einen traum
wer warst du. wohin gelaufen. flug des windes flügel wie messer wann willst du sein. unbezwungen. unbegreiflich gewandert. ohne bewegung. immer vorbei am flachen atmen der erschöpften
späte stunde was kannst du erwarten die frage geht. die nacht ist ohne ufer das bisschen zeit. ist hier wo jemand atmet. einsam. den staub der fortgesandten
lausche. einer könnte rufen wache. dein irrendes herz zu finden mondlicht. im verödeten haus sagte nicht einer abschied brach sich der morgen nicht schon im gedanken der träne
die bäche schweigen so wenig wie die wälder zaudere ruhig. zu betreten diesen einen augenblick da schien es, als grüßten sich alle wanderer über die fernsten fernen hinweg
die straße so lange. wie der tag fremdheit und scham auf dem welkenden antlitz der zeit garten des abschieds. hortus memoriae wer die trauer nicht fürchtet
baute ein haus betrat es allein wie die kinder die mit den wünschen beladenen boote da gehen die gedanken hin und her und harren der stille vereister meere
zögerndes herz ewig können warten die wälder einsam wohnt der ängstliche ruhlos in unmöglicher hoffnung klingt in der tiefe ein verschlossenes lied
eng ist das haus meiner seele. zwiefalt ist das gesicht ihrer sprache schweif der vergessenen jahre über dem saum der vertrauten sehnsucht
traurige augen der mütter das letzte licht des tages im späten laub sie hocken stumm am rand der bald verschneiten wege und weben aus dem staub die schleier. die sich um ihre stillen wünsche legen
kühl sind die schatten unter deinen zweigen und einsam liegen zwischen ihnen die rastlosen gedanken. schaukelnd. hin und her unter dem kreisenden himmel
kam ein wind. sehr spät trug eine klage über das winterfeld wuchs ein gras über nacht hielt den duft des lichtes. im ersten tau saiten zwischen den halmen. hoffnung zu zupfen
wecke die schlafenden nicht schalte die lichter nicht ein lasse die siegel auf ihren augen ruhend. die gefrorene träne am ufergestein
frag mich doch. ufer des ausgangs. des letztes jahres verödetes echo.
weiß nicht mehr. wann du mich träumtest.
nicht nutzt sich ab die zeit. und das vergangne nicht. das uns umrauschte. als mit den kiefern wir standen auf den dünen.
hier aber sind die gesetze andere. und die sätze immer die gleichen. den gleichen sind gepflastert die straßen. den anderen gelegt die verborgenen wege.
standst du nicht auch an den gräbern? wuchs da nicht einmal das feinere auf der rauhen haut des gröberen? eins um das andere. augen der verliebten. wie knospen geschwollen. weil ihr schlaf zu lang.
suchte da nicht mit zarten pfoten das kätzchen nach dem licht im wasser?
sag mich doch. wenn auf die kahle wand hinter deinem bett des fensters schatten fiel. dass ich verrate dir. ein heimatliches.