trieb.kopf.störung

[un.bedenk.lich.keit.s.be.schein.ig.ung]

und jedermann ging. die wunder zu validieren. die wunden. die felle. der fall. einer anomalie (≠ singularität). falls es nicht hagelt. beschwerden. weil: verzögerungen. im betriebsablauf. chorus horrendus: eine drehfahrt. die ist lustig. halbe strecke. rechter weg. linksrheinisch. überall. mittig platziert. schädelbasis. in sanfter verankerung. auf federn. die wut. dunkel und wild. wälder. überall. das rascheln unter den sohlen. haut. die nicht mehr beschrieben wird. fahrstuhl der blicke. durch nacht. in erwartung der schatten.

gestern endete jeder pfad. in einer furcht. vor der vergangenheit. wenn sie im späteren jahr die früchte abwirft. die fragen. durch halbersticktes licht gezwängt. an ihrer flucht gehindert. von zahlreichen ufern. rastzeiten. wegen ahnungen. ausgesetzt. restzeiten. in freundlicher öde. wortlos. in kalter traurigkeit. wertlos. weil ungestillt. die zeit. die wanderschaft. wege. unentwirrt. und vom schmuck strangulierte. einzelne. flüchtend. vor der aufmerksamkeit. dem tag der verstrickten. der drei mal gebenedeiten. kalesche. beim zwölften zug um den mond.

körper.fris[s]t

vor zehn tagen. oder vor hunderten. seither ein rauschen. vorbei. im gedächtnis. haft der gleichnisse. jetzt aber. nicht zu versäumen. den augenblick. der lautlosigkeit. zwischen dem sprechen. unentwegt. verzweifelt. verzweigt. hinaus. ein schauen. wurde zu einem gedicht. dahingesagt. klanglos. in augen. abgelegten. grau. das meer. unter dem himmel. unfrei. die anachronistin. bedrückt. und bedeckt. die zeitgebeugte. dankbar dem körper. der sie trug. der sie ertrug. unter all der befristung und sparsamkeit. geltend für alles geträumte. in bitterer stunde. wagnis der schritte. vom fremden fuß getan. oder noch warten. zehn minuten. als letzte duldung. weil die lider gerade sehr schwer. und gedämpft die erwartungen.

ohne weitere aussicht

du. lieber. ich fuhr aufs land.
tote sonntage. ein anderer tag
kam bislang nicht vorbei.

trotzdem. das leben. das einzige.
pausenlos. fraglos. übersichtlich
in seiner bedarfsarmut.

lieber. du. nur meine arme
um dich. einmal. bevor.
wortloses atmen.

lange stand ich im schweigen.
rändlich. tastend. die zitternden wände
einer unbewohnten zeit entlang.

nicht das aufdringliche neue
nährt den zweifel. sondern
das verzehrte gesicht des alten.

wärst du noch hier.
würde ich sprechen. von allem
was ich an gutem denken kann.

allein. die sprache davon.
müsste doch…

müsste ein jegliches besser machen.
und gut sein lassen. alles.
was einmal gesagt war.

niemand. weiß es.
niemand. soll es wissen.
besser als du. lieber.

rest.bestand

Foto: Allan Acosta Greño

einzig. was dir gehört.
wundes. zwischen zwei saiten.
im verklingen ihrer spannung.

halbes geschehen. hälfte
eines entleerten atems.
im abrieb gefallener worte.

vermutlich. vergeblich.
versuchte erkundung.
gang eines schattens

durch das licht. das ihn verließ.

vorläufig. ohne beschwerde

verzeih. wenn ich das. noch nicht. so ganz. und was mich so kühl anweht. gewiss. die unruhe auf den wegen.

es wäre wesentlich besser. sich treiben zu lassen. hingabe an eine zeit. die überwunden ist.

ohne je wundlos sein zu können. weil das verlorene an den fersen klebt. weil es nichts klareres gibt. als das versäumte.

ich bin nicht traurig. die tage sind schön genug. die zeit hinterlässt keine spuren.

ein taubes gewölle. die früheren wünsche. ein kaum gehauchter saum des schlafes. die restliche empfindlichkeit.

ein gedanke nur. der geliebte mensch. zu dem ich spreche.

heute verstehe ich besser. bin in der stille daheim. die am anfang und am ende eines jeden tages steht.

auch die herzen. aus denen ich fortgestoßen wurde. können nicht leer sein. bei all dem erinnern.

wenn die einsamkeit kein geschwätz mehr ist. wenn sie schön geworden ist. wie eine ruhende schneelandschaft.

so ist es doch wesentlich besser. als hörte man die beschwerden der zeitverweser. weil die kastanien ein zweites mal blühen. in diesem jahr.

aber wie viel mehr als eine gebärde ist das wort. und was soll schöner sein als der schlaf. sicher nicht das erwachen.

mühelos muss die liebe sein. wie das graue warten der häuser entlang zertretener straßen.

sie lassen alles durch. doch bedeutung hat nur das angekommene. was in den heimischen zimmern sitzt.

und sich nichts vornimmt. sich nichts vormacht.

bleiben ist so gut wie gehen. ohne die mühsal der hoffnung.

und arbeiten. natürlich. ist sehr gesund. gegen die schnellen flüchtigen tage.

eben: beiläufige geschehnisse. die dem allerletzten nicht im wege sind.

sieben schritte | bei.nahe

ich versuchte mir vorzustellen, dass antworten kämen, wie auf besuch, in den schlimmsten stunden und ohne vorherige frage.

ich würde vielleicht hinausgehen, ohne besonderen grund, einfach nur, um mich umzusehen, aber nicht vor dem herbst, sondern erst, wenn die straßen sich leerten.

alle pläne müssten jedoch vage bleiben, damit es auch immer anders kommen könnte. und zugleich rechnete ich mit längeren aufenthalten in den zurückgelassenen fragen.

da sähe mich vielleicht ein anderes auge. genau dort, wo ich dann stünde und das warten wohnen nannte. weil es fast so schiene, als ließe sich die zeit zum verweilen überreden.

aber dann sprachen wieder, unablässig, die unerhörten worte zum herz. und was sich noch bezweifeln ließ, wurde davon nicht verschont: dass nicht die zeit innegehalten hatte, sondern die seele.

ja. der sterbende, der noch zu sehr am leben haftete. mit der ausgestreckten hand, die durch einen traum gegriffen hatte, um den schweren augenblick zurückzuziehen. wie ankertaue der längst verschwundenen schiffe.

was aber stattdessen geschah, war ein erinnern. und also ein sagen des anderen. unwirtlich nur dann. würde es wirklich.

nach.saison

es gibt. nichts. zu erzählen
die welt will. nichts. wissen von

verlassenheit

zählt die vorhandenen ab
hier. im aufenthalt
hier. in der totenstille
jene. die klug genug waren
sich zu trennen von
endlosen sommern

nicht angekommen
oder zu spät
oder ein anderes mal

aus.fahrt
für ein warmes gefühl
der rückkehr

während am ende des alten jahres
der anfang des neuen lehnt

die andenken liegen in nummerierten kisten
unten. wo die mauern schwarz sind
von früher

wilde gegend
an ufern fast vertrockneter flüsse

blatt eines briefes
zwischen laub

verzeih
auf bald

vor.behalt[l]ich

über den städten.

das meer. bruch der wolken. zu löschen jeden zauber. der noch an dauer glaubte. abfluss des schauens. in richtung einer noch unbekannten senke.

zugleich sagt die seele: stille. und warten. auf das ende der nacht. ruhe. im wissen: dass sie sich nicht wiederholen wird.

zwischen den sternen. und ihrem toten geheimnis. trotz aller vorstellungen. von der mitte über dem abgrund.

sie holt die taue, die wechsel nicht ein. der immer flüssigen zeit. die mühelos durch das falsche gefüge der welt schreitet.

nichts hält sie. nicht einmal. das gehaltene. später. liegen die hände einzeln. wieder. ohne wissen. der anderen.

in den schößen.

unbekannte adresse

hätte gerne etwas mitgenommen. frühtau. soviel in eine geliehene hand passt. vereinzelte bleibe. in schütterer seele. kurz. ein göttliches augenzwinkern. zahllos darin. die gedanken ans reiseziel. überwältigt. vom restlicht verlassener ufer. von restlicher zukunft. sehr knapp vor dem aufbruch. grenzort. wo sich ein jedes betrachtet: von hinten. gegenort. an dem sich alles in seiner vorhandenheit wiederfindet. auch das verlorene.