wir. haben die zungen. der laiber

stoßweise
der regen

stoß in die rippen
der harrenden
die ihren durst vergaßen

die nicht mehr versuchen
aufrecht zu stehen
in gebeugten häusern

was sah die welt
in uns
?
in unserem ausschnitt
von ihr

stehend
wie uralte bäume
aber
nicht wurzelnd
wie diese
in geduld

trotz
der ruhe
unseres vergehens

wir
haben die augen
der schimmernden käfer
wenn
sie die waldpfade kreuzten
die wir –
brotkrumen streuend –
stapften als kinder

wir
haben die zungen der
laiber
wenn
sie öffnen
die steinöfen
vorgeheizt

dem kommen
der hungrigen

wenn
wir ersättigten
gehen

wo sind die ufer

wo ist das ufer

verlorenes
folgend
einem
der es riefe

hörend
verschwiegenes

gehörend
dem schattigen sehen

dem schatten
von der sonne verbrannt

die sicht nehmend
einem
der es ahnte

was da ruhte
unter der landschaft
die durch sein fleisch

gewandert war


auf bahnhöfen
unter den vielen
fühlte er sich sicherer

bei ihm
blieb
was er
ließ

hier

in den erzählungen
der anderen

schweigend


lebend
weiter
ferner

im abrieb
einer er-
innerung

wenn
ein flüchtiger blick
ihn streifte

da
wo er stand

als sei
er
das boot

vom ufer
erwartet


auf
zur arbeit

der auf-
erstehung

nach-
dem man
nutzlos
verging

auf
zum zug
der jahres-
zeiten

die kriege
fern

fort
die brücken

von denen
die helden
stürzten

in den mythos


wo sind die ufer
an denen die seelen
ausgewildert wurden

wo das schicksal
auf- und
ab-
geht

zu-
weisend

den grenzen
die riegel

den stimmen
die siegel

nicht
störend

die orte

dort
wo sie sind


schmaler
werden die
grate

je länger
er
läuft

bis an
den tag

wo
das wandern
verladen wird


das leben
hat sich
verspätet

darum
schlafe keiner
allein

oder
glaube
den seltsamen
blicken
des meeres

und wir | im fall | des glückes || im wunder | der fälle

kopf
nuss
knacker

es sind
ja
immer
die toten
die uns wecken

schlinge
der ulmenzweige

zu umarmen
die frostige luft

am rande
einer verlassenen landschaft
die sich nicht zu beklagen scheint

im gedanken
einst
reich
gewesen zu sein

feld
der ge-
schichte

archiv
alter mären

wo sich die mähren
in die schatten der helden stürzten

in die wange
der eule

vor dem krampf
eines über-
falls

der ver-
gebenen
hoffnung

hinter-
her

kopf-
über

tau-
t

geborgtes Ufer

Serie Echo ohne Mund 04/2026

dass niemand sie finde
irrte sie zwischen den Buchen

von Lichtung zu Lichtung

und ließ hinter sich
nichts als die Wege derer

die ihr zu folgen versuchten

die Wanderer der heutigen Zeit
verdanken ihr

Landschaften ohne Ankunft

Lied der Stufen [veni creator spiritus]

[Mecklenburgische Elegien | LiederGabe]

siehst du nicht auch: das Laub verdorrte
Ruf des Erbarmens. des Schweigenden…
wie klingt sein Gedächtnis. in den Falten der Ewigkeit

wärst du nicht auch sein Gefährte, der mit ihm verharrte
in seinem Schatten, dem tiefer sich beugenden,
weil ihn der Dienst am Lichte so freut?

bald nun die Eiszapfen. glühend über den Schächten
an jedem Ort der Trauer, wo er nach Leben begehrte
Fugen dazwischen. sinkend in Worten und Tönen:

träumt er davon, was sie ihm Kostbares brächten,
wenn er sie reicher und zärtlicher nährte,
summend sein fernes, einsames Sehnen:

komme. lautlos. windstill. ein Regen wie Firnis auf deiner Haut.
sehen wir, blind, um zu erkennen, wenn unser Auge ergraut.

Komplet

lasse dich | fallen | unsichtbar || bleibe zurück | dein Teil | die Werke | wortlos entrichtete || entgangen | dem Finsteren | und dein Gehör | in der Mitte | der Stille || sieh nicht zu lange | auf das Erschaffene | das nur sein durfte | weil es vergehen muss || die einsame Hand | Müh‘ und Erschöpfung | weil du dich hingabst | dem Vergangenen | damit es nicht vergeblich war || so also sprachst du | dass es seinen Namen trage | unverzagt | in tief ruhender Furcht