wir. haben die zungen. der laiber

stoßweise
der regen

stoß in die rippen
der harrenden
die ihren durst vergaßen

die nicht mehr versuchen
aufrecht zu stehen
in gebeugten häusern

was sah die welt
in uns
?
in unserem ausschnitt
von ihr

stehend
wie uralte bäume
aber
nicht wurzelnd
wie diese
in geduld

trotz
der ruhe
unseres vergehens

wir
haben die augen
der schimmernden käfer
wenn
sie die waldpfade kreuzten
die wir –
brotkrumen streuend –
stapften als kinder

wir
haben die zungen der
laiber
wenn
sie öffnen
die steinöfen
vorgeheizt

dem kommen
der hungrigen

wenn
wir ersättigten
gehen

un||um||wunden

geh.gen
wand

galle.r.ie
geh.schwür

wünschl.route
un||um||kehr||bahre

am licht
verätzte träume

schnee-
trost

schrei
im gefrorenen brot


frühalte blicke
von spiegelnden wassern
wund geblendet

schwere pforten
zu-
kunft


staub-
lese

stein und papier
wie geleckt

und ein gedächtnis
kotzend

die namen
in strahlen

den würfel-
husten

der schwüre
und wünsche


ab-
druck
eines vogels

im eis

bevor
auch er
verschwand


gegen-
wand

flug

atem
der den mund
vergaß

buchheimer fragmente [beginn einer neuen sammlung]

kein pfad. die seelen schmal. und in der enge voll der leeren worte. die bäche hinab. mit schmerz. von der reibung des wassers am gestein. fern ist der nächste. fern ist der künftige. fort. die schatten der einzigen. der halb mal halben strecke. doch. zwischen den weidenzweigen hängt eine schöne stunde. vergessen. die unvergessliche.


von ferne. der träume klang. der halbwachen. wild singende felsen. haare aus fallendem wasser. das dunkle wissend. das sich im licht nicht erkennen lässt. jedem. der im schatten wohnt.

was aber geschieht? wenn. der tag vorbei. und statt ihrer die harfen aus dem gestein heraus die zeit betreten. wer wirft dann? den ersten atem. in die klanglose weite. unter den sternen. wer will dann noch? schuldlos bleiben. nicht zu stören die ruhe der wüste.


wachsam die säulen zwischen den nächtlichen feuern
einsam die seelen unter den brennenden zweigen
ein glaube will sie verschleiern
ein zweifel will sie bezeugen


mit ganzem herzen. zu jeder hoffnung bereit


[vor anbruch]

nicht mehr lange. die schweigenden äste. bald sitzt wieder die amsel auf dem dach gegenüber. näher dem, der den atem schenkt. für die andere stimme. denn sonst würde der name nicht gesprochen. sollte doch durch zwei leben die erde auf einem kleinen stück von zwei mal zwei schritten beleuchtet sein.


[gebet]

dass die stunden nicht vergehen in finsternis. dass nicht aus staub sind die namen und die zärtlichen worte. in der liebe halt an einem schroffen ufer stehen. alles im wenigen, das übrigbleibt. die ganze zeit in einem augenblick. der seele bergung, wo sie sich erkannt wusste. im grab des tief wurzelnden hauchs.


[begründung]

weil das leben sich wagen muss im vergehen. weil ein noch nicht gelöschtes den nächsten tag erleben soll. fern ist der horizont. schwach ist das auge. nicht einem fliehenden zu folgen. setzt sich ein fuß vor den anderen. werden die boote vom ufer gelöst. weil der raum erst entsteht in der bewegung.


die garben aufgestellt. an den rand der erde. wo die gräber offen stehen. fing nicht das gras den regen des morgens und des abends? dass sich in allem verdorrten eine erinnerung hält. wenn die zeit versickert. auf den kahlen feldern der wünsche.


schwarzerlenblatt. auf reglosem wasser. schatten eines traumes im erstarrten schilf. doch der see wird noch wissen, wann er das gesicht hatte des kahlen winterackers. zur matten zeit des einsamen windes. suchend nach etwas, an das er sich halten kann. in der lautlosen nacht des nordens. fern. der schlaf der stare. ach! heimat. wartendes land.


das graue hinter den fenstern. blind. solange einem nicht schwarz noch weiß wird vor augen. ein schauen, stumm wie das licht. blume, auf weitem grasland. sie ruft den wind herbei. will sich einmal unterbrechen lassen. im anbruch des tages. unter des himmels gleichmut.