[wakas von liebe und trauer | 8 neue strophen]

ehe die letzten jahre nahen
will ich mich aufmachen
und ihn bitten: lehre mich doch
aus allen wunden ein jegliches zu tun
mit liebe
wundere mich
über die geduld der dürren erde
die zitternde stimme der wolke
die milde sprache deines verschlossenen herzens
ein dunkles erinnern zu tragen zum ufer der dämmerung
in jedem offenen feld
nicht so bald schon
die hände an der haut des himmels
orte des abschieds. von wo der nächste tag
über das wasser des anfangs ruft
dunkel sagt uns. wenn wir stehen vor der nacht
dunkel die stunde. wenn die bitte um licht
ihren anfang sagt. in den leeren räumen
die sich füllen lassen. vom sanften streif
der den tag hob. über die mauern und dächer
was aber sagt die einsame seele zu sich selbst
wenn sich das sternenlose zelt um sie wickelt
wann jemals sollte sie rufen
nach ihrer stimme widerhall
wann opfern dem liebsten ihren schatten
wollte sie nicht
– fallender tropfen ins graue meer –
mit sich nehmen das kurze zwinkern
des wenigen lichtes. das sich tragen ließ
in ihrem gläsernen herzen
und wessen soll dann des dunkels sein
von dem manche sagen werden
es hätte sie ausgelöscht. die unauslöschliche
nur weil sie schweigt
die stille schwester der nacht
sie wusste. welches licht
die pfade hätte aufschließen können
lachend. voraus den einsamen schritten
glücklich. fast. und schließlich dem abschied voran
dem traurigen bruder eines jeden aufbruchs
Beautiful 🩵
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