aus der fernen heimat

[wakas von liebe und trauer]

neue strophen

wachte auf. mit der ersten amsel
saß vor der offenen zeit
hörte ruf und echo:
wo bist du, wanderer, verlorengegangen
wo ein junges gras die wege säumte

die blinden liefen hin und her
zwischen den schattenlosen weiten
siehst du nicht, um was sie baten
aus den letzten blüten
tropfe frühling bald

schon ist es spät. und
dämm’rung färbt den saum einer hoffnung
leer blieb ein garten
doch nicht vergeblich waren
die gabe des lichtes und das opfer des wassers

einsam. langsam
den schmalen pfad zurück
tiefer. länger
die schatten der kiefern
nicht ließen sich zertreten gedächtnis und schmerz

schweif deines schweigens
stehst am ausgang
am anfang unserer geschichte. immer
nie ist satt die erinnerung
ein gut gefüllter krug steht im regen. unter meinem fenster

warum ich hier sitze:
damit ich mein denken dorthin schicken kann
wo einer die stimme fängt
bevor das echo ansetzt zum sprung
dass ihr letzter ausklang falle. in ein fernes ohr

das ufer wartet
unter dem müden schilf leuchten dir abschied und weiterfahrt
zahllos bleiben gedanken zurück und die schatten des ungesagten
schließe die augen
zu halten die rasch verschwundene spur des bootes auf der wasserweite

tag für tag
zog vorbei. erinnerungslos
bitte für den wartenden. wanderer
dass ihm zurückkehre. ein name
wie nach langem winter die kurze blüte

fiel ins wasser ein stein
wie auf mein herz
der im abend verschwundene schatten
hatte sammeln wollen das licht
des schönen tages. vor dem schweren abschied

aus dem dunkel. ein blick
wie ein windhauch im stillen roggenfeld
wie ein wort ins ohr des schlafenden geflüstert
wie ein schritt voran den uferpfad, die böschung entlang
dem fluss des klaren quells zu folgen

staub. der sich auf deinen schatten legte
darin die gedanken des müden zergingen
mit den gefallenen worten
unter der letzten dämmerung
zu weben den saum der aufgelösten zeit

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