peregrinari [LiederGabe 2]

[Mecklenburgische Elegien | Zweiwochenpsalter | Tagzeitenbuch]

ich fühle die Möwen über den funkelnden Wellen
dein Boot. am ferneren Ufer
darin ein altes Schilf geduldig wachsen konnte

ich spüre: ein anderes Leben will sich erzählen
die leisere Stimme: sie kündete tiefer
und tropfte ins Erdreich, wohin ich mich wandte

da rufen die Wurzeln wie eingegrabene Laute
darin dein Gedanke: ans Licht zu klettern
dem besseren Kinde reifere Früchte zu bringen

der Garten, versteckt hinterm Haus, das ich dir baute
als Zuflucht vor jeglichen Wettern
blieb einsames Ufer, wo mir die Amseln singen:

komm‘, Frühling. das Echo der ziehenden Jahre
komm‘, Herbst. dass ich mein stilleres Auge erfahre

Ein Kommentar zu „peregrinari [LiederGabe 2]

Hinterlasse eine Antwort zu wolkenbeobachterin Antwort abbrechen