[Mecklenburgische Elegien | Zweiwochenpsalter | Tagzeitenbuch]

warum die hohen Feste sich so schnell vergessen
so fern die Zeit, in der man bleiben mochte
steig‘, Gott, herab, gelöst aus deiner Trauer
aus deiner gold’nen Zweige Fesseln
was immer einer, der auch schöpft, sich dachte
gelt‘ deinem stillen, matten Blick die nächste Feier
wenn wir die Gärten deiner Jugend dann verlassen
sind wir einander die Verliebten wieder
die an den Fenstern wie an leeren Ufern stehen
wir werden wissen dann, was wir vermissen, ungelassen
im Sang der späten, zärtlicheren Lieder
weil wir, wie lahm auch immer, leichter gehen
am Rand der viel betret’nen Straßen
wo wir zuletzt allein im Blick des And’ren saßen