[Mecklenburgische Elegien | Zweiwochenpsalter | Tagzeitenbuch]

und wenn der Tag sich neigt
und unsere Schatten lang genug
sich zu berühren
einmal noch
gedenke ich
an deiner Seite wachend
des ersten Frühlings
und seiner zaghaften Blüte
ich wehe fort
und bin im Laub das Rascheln
du drehst dich um
und weißt die ferne Heimat wieder
und hast das dunkle Auge
der vergess’nen Aster
die nach der Zeit sich streckt
so gut sie kann
so greifst du an den Knauf
der off’nen Pforte
die leere Warte vor dir
wo das Ruhlose sein Ende fand
und wenn der Tag sich neigt
siehst du im Staub die Spuren
und hörst ihn sagen:
hier kehrt‘ ich heim für dich