quod sum causa tuae viae [Mecklenburgische Elegien | Zweiwochenpsalter]

wer wollte schon aufhören
wer sich zurücknehmen
mit dem Gesicht von fahlem Morgenlicht
mit der Klage der Schatten unter den Augen
mit von Worten wunden Lippen

und hinter der Starre und dem Schweigen
das nicht Vergessliche

aber leicht wehen die Trauergewänder
in den Winden zwischen Sommer und Herbst
und die kühle Luft auf dem langsam fließenden Wasser
scheint wie der Atem einer Stimme
kurz vor dem Ruf hinaus

es ist noch nicht genug
und wird es nie sein

und ein Echo könnte sagen
du wirst ein neues Haus betreten

da will ich bei dir sein
die erste Nacht
bis die Amsel wieder singt

und bis dahin wache und sage mir
was mit dir verging
und erzähle mir auch von deinem letzten Traum
denn er soll sich nicht vergessen

sieh mich an
bis du dich ganz gehüllt hast in meine Liebe

flüstere die Namen derer
die ich grüßen soll
die dir wie Sterne waren
und deine Seele tranken
und weiterzogen
über das Ufer der stockenden Zeit
wo du gestanden in der Herzensschwere

weil du dich wieder erinnern konntest
an den einsamen Augenblick
in dem du mich erkanntest

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