[rhap.s.ody: im sinus.ton | rest.über.ruhendem.land | rück.blick.end_über.rest]
sturm. letzte nacht. verlassenes leben. dachkammerflimmern. herz eines verendeten tiers. herbstsonne. grausam. in ihrer unerbittlichen schönheit. ihrem langwelligen langweiligen licht. das sich durch die erschöpfung von luft und laub schiebt. jegliche kost wird unbekömmlich. die zunge weigert sich. das brot der tage zu schlucken. die speise der stunden fault im mund. lass ihn sein. o welt. der nicht mehr warten will. auf das ende seiner verlorenheit. nur das land in seiner blinden wehmut. ahnt seinen gang. lässt seinen schmerz. durchs hohe gras wehen. gegen die verkrampften windungen. der im garten verhungerten schlange.
sei mir ein atem. wenn ich keinen mehr habe. sei mir ein blick. wenn ich nichts mehr sehe. sei mir ein schatten. an der wand meines herzens. ein restliches licht in jener nähe, wo ich verlorenging.
lass mich dessen entsonnen sein, was ich nicht halten konnte. lass es noch ein wenig an meiner wachen seite ruhen – nicht als bild. sondern als wärme unter der haut.
wenn der schmerz kommt. nimm mich in seine mitte. lass ihn nicht um mich kreisen. wie ein tier um seine beute. lass ihn mit mir weinen. lass ihn müde werden. lass ihn schlafen.
und mich mit ihm.
II
und wenn ich nicht mehr gehen kann. dann trage mich. nicht weit. nur bis an den rand des erinnerns. dorthin. wo die luft noch nach ihm duftet.
wenn ich zu tief sinke. dann leg mich nieder. zwischen die falten des alten tages. in das tal. wo die schatten schlafen.
ich habe keine worte mehr. nur geräusche. die in mir klirren. wie glas in einem verlassenen haus.
die liebe – sie ist kein versprechen. sie ist ein abdruck. in der feuchten erde meines inneren. ich trete hinein. und weiß nicht, ob ich je wieder hinausfinde.
mein körper: ein archiv des berührten. meine haut: ein echo seiner hand. mein mund: ein verschlossener vers. der sich weigert, ihn loszulassen.
und wenn ich sterbe in dieser stunde? dann sei es keine flucht. sondern ein eintreten in den raum. wo er noch einmal meinen namen sagt.
III
dort. wo mein sprechen versagt. bleibe das wort. aus dem ich mich löse. und sei mir ein klang. kaum mehr als ein hauch. zitternd am rand einer zeile.
sagen will ich. was nicht gesagt werden kann. lass es in mir zerspringen. zu silben aus licht.
nicht mehr mit meiner hand. setze ich das zeichen. sondern mit dem herbst meines atems.
ich schreibe auf. was mich verlässt. ich schreibe fort. was mich erhält. hier. in der stimme. die zum raum wird. hier. in dem raum. der zu bildern wird. unterhalb meines vergessens. landschaften. ferne. die nie mich verließen. solange ich sie durchwanderte.
sie sollen mich schreiben. als einen, der liebte. einen, der fragte. der blieb – im anhauch des wortes. das niemand spricht. das dennoch alles trägt.
nach. und nach. lautlos. voller liebe. verriegelte zimmer. aufgebrochene wintererde. wartende. abermals. drohende zeit. verlorene spuren. je weiter fort. im frost erwachend. in die schatten gewickelt. die unvollkommenen schleier. straßen. wie fugen. zwischen den ewigkeiten. die enge. mit sich allein. träne. und klangloser schrei. perlender regen. die schläfe hinab. die wange der schlafenden. durch deren traum die töne irren. die schritte. je weiter fort. zwischen den wänden. echos. hin und her. aug-gestein. voller liebe. kalt. im kurzen atmen. je weiter fort. nahend dem kaum mehr hoffenden. je weiter fort. je weiter…
wohin sich treiben lassen wohin vertrieben immer dem schmerz aus dem weg zu gehen statt an seinem verbranden ein ufer zu bauen den abendlich blauen ort eines wundervollen endes
steige noch nicht hinab zum tiefsten der heiligen worte furcht ist die zärtliche freundin dass unberührt bleibe das kostbarste und verborgen die empfindliche schönheit deines namens
wann begann die lange nacht die des herzens rede endete als sich spiegelten die geheimnisse in den erblindeten augen die das lichtlose meer geschaut
lass sie doch sein. wie die träumenden die durch die sage wandern. einer nicht endenden liebe so wund von ihren hoffnungen und fast ertaubt. flüstern sie: ANGESICHT aufgesucht. und daheim. in jeder seele. die sich hingab
ach. so verödete knospen ach. ein so trübes auge blickend auf alles. was nicht aufging was sich gewünscht, vergehen zu können dass es mische sein mattes summen in ein verwehendes weh
und wenn das licht entwichen suchen die schatten nach ihren trägern zu ziehen die schleppe an der noch haftet der duft der verheißung
dann. sei ein tag an dem du stehst. auf der schwelle. ungebeten auf einem fußbreiten steg zwischen stern und stern. zwischen ruf und widerhall im einsamen klang. des letzten schlags. der dunkelsten glocke
was sagte ich anderes. als: du was hieße es. ausgesprochen zu sein in der stimme des anderen. enthalten. in der stimmung des harrenden der seine wünsche kennt die schätze des unvollendeten. solange er schwieg
einer. von den vielen ausgesucht. für alle tage durch die zeit zu laufen. mit verborgenem herzen immer zu ziehen. wie wege um seine insel die kreise. um jede stunde
ja. die große liebe. die eine. vielleicht das uneingestandene licht im schattenreich der sommerlichen wälder die bänder des nebels am morgen aufzutrennen. mit den scheren der sagenden stimme
ich komme vom träumen nicht los so weit ich auch gehen und fliehen mag steht bei jedem abend am einen, lautlosen ufer: der liebe trauriges auge
die mageren schatten auf saftigem gras wartet nicht immer das ziel auf den suchenden? haucht sein kühles wort: wer nicht wandelt, wird nicht verwandelt
nicht das einzige leben das an unbekannter stelle einer langen reise verschwunden nicht der einzige tote der die welkende blüte seines namens zu den steinen legte die das kommen und gehen der gezeiten nicht schrecken muss
trauern darfst du. freund am bleibenden ufer. das ich verließ stehen darfst du bei der traurigkeit. mit der ich fortgezogen wurde doch: gehe heim in der freude der liebe und mit dem unauslöschlichen licht. meiner schritte. voraus
[was ich zu mir ziehe. was ich mir zuziehe. was ich zuziehe. | schließe die kisten mit den verwahrLosen. öffne den schickSaal. durch den ich ans ende gelange | wakas von liebe und trauer | neue Strophen]
mein haus steht dort wo die wege veröden wo die amseln und tauben schweigen du findest sein licht im warten auf eine antwort wenn deine sprache verlorengegangen sein wird
ich denke. und denke an all die namen und orte. die ich vergessen habe nicht stören mich mehr die kälte des abends und die einsamkeit am ende eines jeden tages stelle ich frische blumen in die vase
jetzt steht der wald in den kalkweißen wänden jetzt steht für immer offen die tür der tag wurde ins ferne verbracht in meinem schauen wohnt abend. allezeit
vor mir die lange nacht die erde unter meinen füßen hat sich gefügt der müdigkeit des himmels in den moment des versinkens fließt ab alles gewesene
wie vergessen eine noch brennende lampe im fenster als legte ein ferner geliebter den wegschweren kopf auf meine schulter. und einen guten gedanken in meinen schlummer