ich habe mein Auge öffnen wollen. weil ich dachte, dann hörten die Träume auf und ich könnte versuchen, die Wirklichkeit selbst zu erschaffen, indem ich sie erzählte. von Anfang an. und lange davor. weil schon der Anfang wirkte wie ein beginnendes Ende. und dass ich laut sagte, „ich denke es“, obwohl ich wüsste, dass es sich kaum denken ließe. und noch weniger sagen. aber ich wollte es denken. solange, bis ich es fühlte. und weil ich es dann fühlte, hätte ich überhaupt erst begonnen zu fühlen. und etwas etwas gefunden. weil ich es erst erfand. etwas, das sich nie vergessen ließe. das meiner Erinnerung nicht bedurfte. undenkbar im Grunde. als ob ich den Gedanken auf die Wege schickte, die ich selbst nicht mehr gehen konnte. und kurz vor der Schwelle, wo das Ende aus seinem Schatten heraus in den Anfang hinüberreicht, würde ich erkennen, dass ich, je mehr ich versuchte zu vergessen, umso mehr sehen könnte, was nicht vergessen sein darf. und also stünde ich wieder vor dem Offenen, das sie Leere nennen, und könnte sehen den Sinn der Schöpfung, ich, der ich selbst nur noch einige Stunden eines sich neigenden Tages sein würde, ich, der ich bald schon als Teil des großen Vergessens aufgelöst wäre, ich sähe nun, was Schöpfung bedeutet, jenseits von Traum und Wirklichkeit. und zugleich in beidem enthalten. wie ein noch schlafender Keim. eine Erinnerung an das Kommende. dem ich körperlich nicht mehr angehörte. das ich gleichwohl wüsste. das ich sagen könnte. hörte mir nur einer zu.
der Ort ist die Mitte. die Mitte ist überall. der wir zu entkommen versuchen. von der aus wir suchen. die Grenze. die wir überschreiten können [ich werde mich dort befinden. ich hatte viel Zeit. mich einzufühlen. einzufinden. die Bucht ist schattig. ist verborgen. weit. weit entfernt. von den brennenden Bergen. die Zeit ist gegangen. und je mehr ich ihrer entsagte. desto tiefer drang sie ein in mich. dass ich die Sterne erinnern konnte. auf denen es mich gegeben hat. ich bin jetzt hier. was dort war. zuvor. die Fenster sind ganz nach oben gewandert. wo der Himmel vorbeizieht. als hätte jemand die Segel gehisst. für die Heimkehr] brauche ein Dach. brauche den Innenraum. ganz gleich, wie dicht und finster der Wald darum gewachsen sein mag. da war ein Spalt. durch den ein Licht eindrang. da gab es einen guten Augenblick. ohne im Gedächtnis zu haften. ohne das Gedächtnis zu verhaften. da war ich schon einmal. um zu vergehen. um mich lassen zu können. in Schönheit und Schmerzen [du musst nichts sagen. die Worte ziehen ihre Kreise um das Schweigen. ich spende dir Schatten. ich kann dir Dickicht sein und Laub. das ich zur Seite schiebe. wenn du nach Licht verlangst] ich war auf den Meeren und in den Gebirgen. ich war in den Städten und in den leeren Landschaften. auf der Suche nach Sehnsucht. nach dem Offenen. das keine Linien hat. keine Winkel. wo der Grund haust. der kindlichen Angst. wo ich fremd sein wollte. und mit anderem Namen gerufen. und von wo aus ich beobachtete die Liebenden. die noch nicht Verlassene waren. die noch nicht wussten um ihr Glück. die ihre Augen schlossen. um zu spüren ihre Seelen [wie schnell du gegangen bist. wie rasch ich vergangen bin] in den Schoß legten sich die Hände der Matten. die nach ihren Herzen zu suchen begannen. dem Unsichtbaren zu folgen. heimlich wie Schatten vorüberzugehen. vorbei an den Steinen und Tafeln
Nach der Sommerpause melde ich mich hier zurück und schreibe weiter an meinem neuen Prosagedicht HIER KEINE BLEIBENDE STATT…
[Stimme des Wanderers]
sag du mir doch. was ich erzählen soll. bin bald zurück vom Tod. werde mich gründlich ausgeschlafen haben. werde Zeit haben. endlos. bin dann in einer anderen Liebe. bin bald wieder fort. durch das lautlose Glas aus den Flammen gestiegen. aus der Asche der Wartenden. sie regnete einen Winter lang vom Himmel herab. sie war zergangen in den warmen Händen der Schöpfenden. weil sie Frühling rufen. weil sie ins Leben zerren die Schlafenden. weil ihre Uhren gestellt sind. auf die Altäre. weil ihnen niemand reden soll. von der Zukunft.
[Chor der Engel]
wir wissen die Orte der blühenden Gärten. wir kennen die Zahl der grünenden Bäume und Sträucher. wir hören das Flehen der Hungernden. wir weinen viel. wir können die Wüsten nicht wässern.
[Bildersturm]
was sollen wir machen. fragen sich die frisch Verliebten. gehe fort von hier. sagt der junge Söldner. fast noch ein Kind. zu seiner noch jüngeren Frau. sie hält das schlafende Neugeborene in ihren zitternden Armen. sie blickt auf ihn mit angsterstarrten Augen. als hätte er sie fortgeschickt aus ihrer Liebe. irgendwann später wacht sie auf. dann wird ihr ganz anders sein von ihrer blühenden Phantasie. mit der sie den Toten bedeckt. als ob mit den letzten Blumen des Jahres.
[Chor der Verlorenen]
wir gingen fort. in der Hoffnung, verlassen zu können unsere Erinnerungen. wir ahnten einige Tage später, wer unter den Trümmern liegt. wer nicht mehr zurückkehrt. in die geweihte Erde.
[Chor der Kinder]
wir wissen, dass es vorbei ist mit uns, wenn die Fragen verstummen. das Unheil begann mit dem Schweigen. wir wollen ganz still sein, dass uns nicht hören die Gespenster.
immer wenn wir weiterziehen wollten. nachts. schneiten die Wege zu. als wollte das Land uns nicht lassen. als hielte es in seinen Händen die letzte Erde. die noch nicht zu Wegen zertreten war.
II
[was wir wohl suchten… vielleicht den Tod. als Ende der Schlaflosigkeit] Mutter irrte durch den Garten. fand nicht zurück ins Haus. [wir wollten wandern. damit wir uns erinnern |…| da sind sehr stille Orte. sehr verlassene. sie liegen unter der Sonne. doch niemand ruft ihnen den Sommer zu. alle sind in den Wäldern verschwunden. sie glauben nicht mehr an die Straßen. sie haben Angst vor dem Schlaf. wo das Unheil wohnt. das der Welt nicht gezeigt werden darf. das die Welt nicht wissen soll] die Kinder wie Spatzen im Sand. mit Elfengeweihen aus Holunderzweigen. Kinder der Liebe. im Weißdorn versteckt. sie kommen zurück als Amseln und Tauben [das Unheil kommt aus einer anderen Welt]
…
Bildersturm
ein Stück vom Buchenast. in altes Leinentuch gewickelt. gewogen in den Armen einer alten Frau. und die vierzehn Englein versteckt in ihrer Schürzentasche.
…
Chor der Kinder
warum weint Mama immer? sie sucht ihre Haare. aber wir dürfen ihr nicht hinterherlaufen. sonst bleiben unsere Schritte im Dickicht stecken [große Augen und Ohren hat der Tod. darfst ihn nicht denken. darfst ihn nicht sagen. damit er dich nicht holt] sie weint im Bad. die Tränen hinunterzuspülen in die Erde unter den Häusern [iss den Apfel mit der roten Wange. gegen deine Blässe] sie stehen Schlange. an den Ufern der Bäche. auszuschütten die vollen Kannen mit Milch [wir backen das dunkle Brot. vor dem Aufgang der Sonne. wir backen die Klage. für die Totenfeier. auf der sich alle Mütter versammeln. wir singen die Lieder der sterbenden Geschwister. wir legen ihre Stimmen zwischen die Fliederbüsche]
die Stimme muss noch warm sein. die Sprache bleibt kalt. sie ist dem Schmerz überlegen. in ihrem Dunkel trifft das schon Beendete auf das noch nicht Begonnene. wir merken es in dem Moment, in dem ein Stein ins Wasser fällt und wir den Kreisen der Wellen zuschauen. und nicht genau sagen können, ob sie auf uns zurollen oder sich entfernen.
[wollte dir gehören wollte deine Schöpfung sein Nebel auf dem See Irrlicht. darin gefangen warte. dass dein Tag anbricht]
man denkt sich so etwas nicht aus. man hatte davon keine Vorstellung. sie waren geflohen. man konnte nicht mehr ermitteln, ob voreinander oder vor sich selbst. die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, sind vielleicht nie abgeschlossen. man hegt den Verdacht, dass sie sich auf die Suche nach dem Verlorenen begaben, von dem man sich so viel erzählt hatte. man sah etwas aufblitzen über dem Horizont, als sei ein Stern ins Meer gestürzt. etwas heulte auf zwischen den Wolken. seitdem ist das Wasser reglos wie ein Spiegel, der sich statt nach Bildern und Widerbildern nach Hall und Widerhall sehnt. seither ist alles verdreht. alles verworren. man arbeitet bis zur Erschöpfung an der Lösung der Knoten. man weiß nicht, was gefunden wird. man ist sich nicht sicher, ob ein Befund überhaupt von Belang sein wird. man wird schon sehen. man hat schon größeren Unfug geglaubt.
[er ging ohne Ton zur Blendung eisiger Stille. immer. ist Dunkel. auf seiner Seite das Licht. verhallt. Lied seiner Heimkehr…]
Leere der Fülle. Ekel der Erinnerung. Kind. Seele im Sprung
[werde dich nie verlassen. will mit dir sterben. bleibe immer bei dir. auch ohne dich] vom Rausch blieben nur die Bärte [bin voll leer jetzt. krass abgerauscht. im muffigen Ausatmen eines Luftballons] drehe dich nicht um. rückwärts. heimwärts. langsam die Gänge hinunter. raunende Stimme. lasse dir Zeit. wie die Zeit dich ließ. Ewiger. Einziger. siehst du denn nicht unser beider Schatten? er zeigt uns unser Sterbliches. sie treten es ins Gestein. noch einen halben Abend. noch eine ganze Nacht. dann wird mich dein schlafloses Träumen verewigt haben. dann sind wir frei von Vergangenheit. und von Zukunft. dann schauen wir einander in die Augen und erkennen in ihnen die endlosen Kreise der Sterne um unsere verlorenen Nächte. und aus diesem Augen-Schein wächst uns die Winde der Ewigkeit.
[wohin fallen wir oder steigt die Welt um uns Schlinge der Arme lassen nie voneinander und nie von unserer Furcht]
XXXIX
wo bist du dann wenn die Rückkehr nicht mehr gelingt
wolltest du nichts beginnen aus Angst vor dem Ende?
jede Entfernung schien dir sicherer um dem Schmerz der Begegnung auszuweichen
[…]
meine Hand streckte ich durch das Licht des Morgens
ich versuchte solange den Atem anzuhalten bis mich dein Finger berührte
du solltest mir nicht verlorengehen weder in der Fülle des Fremden noch in der Entbehrung des Eigenen
weil ich glaubte du würdest mir folgen ging ich hinaus
allem Abschied voran
dabei hatte es den Anschein als folgte ich dir
ich lernte schnell in meiner Hoffnung zu überwintern
reglos lag ich wie ein Findling auf unbestelltem Felde
nein du solltest mir nicht gehen um mir nicht zu vergehen unter der zeitlichen Neige
ein Augenblick genügte zahllos zu sein in meinem Erinnern
um zu wissen dass der Tod längst begonnen hat
XL
ich will mich freuen ich durfte den Garten wässern die Ewigkeit wird ohne Durst sein
ich will mich freuen wenn ich das Ufer erreicht habe das schon so lange auf mich wartete
andere werden sich mit mir freuen und meine Stimme wird nicht mehr einsam sein
er kann sich nicht mehr zurückhalten er fließt dir nach durch jede Dürre selbst noch die Stufen hinauf
Hauch der den Klang sucht und für den Klang eine Wohnung
und für sich selbst einen Namen der in ihn zurückfließen kann die Wege über die Flüsse hinweg
[…]
der zurückkehrt an einem Morgen wenn der leise Schlaf sich aufzulösen beginnt
wenn es der Wartende selbst noch nicht weiß auf dem einsamen Lager verlassener Inseln
und wenn er erwacht ist und die Stille um ihn herum kann ja nur Frühling sein ganz gleich zu welcher Jahreszeit aufgebrochen sein wird sein Herz
wie die nackte schwarze Erde von Pflug und Egge dass Platz hat ihr Durst
XIII
du kennst mich noch nicht du hast mich noch nicht erkannt du bist noch nicht herausgetreten aus deiner Wunde du kamst noch nicht zur Erde herab um an einem anderen Ort und in deiner Liebe rastlos zu sein
hier kannst du dich zum Geschenk machen und musst nicht mehr einsam deine Gaben zählen
hier gibst du Schutz und könntest selber Frieden finden und Freuden die nicht tot durch dein Fleisch kriechen sondern noch im Abschied das schaffende Licht des Geistes im Gewebe deines Namens halten
und es ist ja nicht bedeutend woher du kommen wirst sondern dass es eine Ankunft gibt für den Wandernden dass du nicht fällst wie aus allen Wolken sondern aus einem Haus ins Freie hinaustrittst und dass du nicht wenn die Nacht begonnen hat in ausgestorbenen Wäldern stehst
was soll dir bleiben was soll von dir bleiben wenn Norden ist über- und überall und Winter die eine nicht mehr veränderliche Zeit
zum Ende hin muss die Stille nicht mehr erzwungen werden. man muss nicht mehr warten, bis der Schnee fällt. man kennt seinen Ort, als ob man selbst das Ziehende ist, das aufs Meer hinausblickt. man weiß sehr genau, was man dem einen fernen Menschen noch sagen würde. und sonst keinem. man hofft, dass er versteht den Sang der Amsel. an einem künftigen Frühlingsmorgen […] was ist denn die Seele anderes, als das stille Land zwischen den Küsten, über das hinwegziehen die Kraniche, mit allen Sehnsüchten fort und heimwärts in unserem grauen Gefieder, darin sich die Zeit angesammelt, die schon verging.
spreche jetzt bitte nicht von Ferne. lasse jetzt bitte diesen einen Moment im Innenhalt. im Gestrüpp auf verwitterten Mauern. für die Knospen eines künftigen Glückes. […] war noch einmal eingeschlafen. als draußen Regenschauer… als draußen rauschender Wald… nahe der Küste. aber in der Schilfharfe saßen noch die Stare. wie halbe Noten. im noch stillen Gewitter des Klanges, wenn es noch sucht nach seinen Stimmen. Und ungeduldig wartend eine jede, auf den Finger, der ihre Saite zupfen wird, damit sie endlich abgeben können, in einem Wimpernschlag, diesen einen einsamen Ton, den sie eingeatmet haben, ihr ganzen Leben.
[…]
die einsamsten Vögel. werden am schönsten singen. ihre fernen Triller rauschen silbrig durch das Erstarrte der unbetretenen Gärten, in denen die Zeit wartet auf ihren Anfang. ein wunderliches Lied. es handelt davon, wie ein Geborener zum Lebenden wird. durch die Liebe. im Schmerz der Erkenntnis. und selbst sich fragend, warum er so lange tot war.
[…]
die Dolen stürzen herab. von schneebedeckten Gipfeln. wie schwarze Pfeile rammen sie ihre Schnäbel in unser Schauen des Himmels. und an den Ufern werden sie zu Pfählen, zu Wellenbrechern. wo die Möwen ruhen. bis zum nächsten Hunger.
wir setzen uns entschieden für die Verunklarung ein [von weitem sah der Bio-Müllbeutel auf der Straße aus wie eine zur Hälfte ihres Körpers schwanzseitig überfahrene Katze. alles Fleisch war in ihren Kopf gepresst worden. und so blickte sie jetzt wie ein versteinerter Schrecken den kommenden Fahrzeugen entgegen] die Klärwerke fahren ihren Betrieb herunter. ab jetzt einen mittleren Trübegrad des Wassers zu gewährleisten [die Ertrunkenen tasten sich weiter durch ihr Unausgesprochenes. man sagt jetzt aber nicht mehr dem Tastsinn gemäß sondern taktil]
[…]
[kann das nicht. inmitten der Herde. kann nicht darüber sprechen, warum ich als verschollen galt. und über die brennende Schollen-Sehnsucht. habe meine eigene Theorie: immer kurz vor dem Status der Mythoswerdung das Gedächtnis verloren zu haben. und grad so auszusehen, als hätte ich ein überlanges Leben immer nur beinahe geatmet oder wurde unterbrochen, während des Ansetzens zu einem Schritt] sie sagen, vielleicht zu Recht: er ist uns teuer. er ist uns zu teuer geworden. wir waren doch nun lange genug in Sorge. jetzt ist es Zeit für seine Entsorgung.
bin gestrauchelt. gewichen. dachte an dich, als ich mich ins Bett legte. ängstliches Herz. Zerschlagenes. […] dass ich dein Freund heiße […] Weg in die Tiefe, zum Menschen, wo der Himmel hausen muss. […] war schon einmal dort. vor der Lähmung. glaubte etwas zu hören. vor dem Hörsturz. muss etwas gesehen haben. vor der Blindheit. […] öffnete die Vorhänge mitten in der Nacht. stand vor einem fernen Tag. war zerfallen zu Staub. war verschollen unter den Schwingen des Gestürzten. Federn wie gelbes Pappellaub, an den Ufern der Flussinseln, und bevor die Pegel steigen zum Ende des Winters hin. und als meine Augen offen waren und wach vor dem eingedrungenen Licht, waren alle verschwunden, an die ich mich erinnern konnte. […] hätte länger träumen sollen. von einem Laut. von einer Laute. von einem Grashalm. Klang des Endgültigen. vor dem Verlorenen. von Schritten in den Gärten vor den Häusern.
[…]
[bitte nichts verbessern. bitte alles verändern. keine Ausnahmen machen. bitte beseelt sein vom Entwurf. alles verlangen. nichts erzwingen. die Brut beenden. die Geburt einleiten.] gehe jetzt nicht mehr auf etwas zu. lasse die Wege liegen. links und rechts. sehe Gebirge und Meere. sehe den nächsten Tag. vor der Dämmerung. [wünsche mir Achtung. Selbst- und Fremd-. suche den Traum, in dem ich gefunden werde.] ich sehe trauriger aus als ich bin. ich bin trauriger als ich aussehe. [was könnte ich morgen tun. oder für immer sein lassen.] was ich geschehen lasse. damit ich nachdenken kann. was ich träume. damit ich gelebt habe. und meine Geschichte stand vor eines Anderen innerem Auge. irgendwann. oder dazwischen. damit ich gewusst haben werde. was ich hätte empfinden können.
[…]
[die versiegenden Wasser. keine Landschaft. weiterzusuchen. Bäume, von denen gut zu essen wäre.] bin schon halb tot geschlagen. nirgendwo hin vertrieben. wo es nichts zu sagen, nichts zu hören gibt. und die Zeit ist da ein Fraß an der Rinde der Felsen. man verlässt die Verlassenen. und kehrt nicht zurück in die Augenblicke der zerstörten Vergangenheit. es ist kein Unterschied, ob einer schreit oder singt. oder wohin die Glocke stürzte. ihr letzter Nachklang haust in der einsamen Verzweiflung Gottes. ewig ist das Ende, das nicht endet.
Wasser des Sees schimmert die Haut Pollengewölk sind die Schritte unter dem Aufprall der Regentropfen
man hat sich geschmückt für die Heimkehr eines Anderen
schlief die Nacht auf der Treppe als mir ein Gras wuchs am Abhang des Traumes
jedes Wort ist ein Stein der sich die Kehle hinunterschiebt
aber von mir ging die Rede nicht
doch hatte ich etwas ins Glas der Fenster gehaucht die Sätze wurden zu Knoten in Taschentüchern dass ich mich noch erinnern würde woran ich geglaubt als ich fortgehen musste
bin noch allein das letzte Viertel bin ein Halm in der Asche Finger der sich verbinden will mit dem zergehenden Faden des Himmels
nicht sehr viel Zeit ist um den verwitterten Rand meines Mundes neben dem Schlaf liegt das Fernste und Älteste und hat noch den Anschein des gestrigen Abends als ich die Jugend verließ
ach wenn ich wüsste wo mein Herz jetzt schlägt ging ich die letzte Stunde hinaus und sammelte Akelei