
Schlag der Glocke. fiel | aus dem Licht des vollen Mondes | in ein trübes Wasser
Lyrik|Essays|Kritik

Schlag der Glocke. fiel | aus dem Licht des vollen Mondes | in ein trübes Wasser

anders ist der Fluss | den du verlässt, zurückzukehren | ans selbe Ufer.

dreh dich zur Mauer | wo der Wein rankt und dir sagt | wann wieder Frühling ist

dann. wenn du aufwachst: | Einsamkeit der kahlen Felder. | wie ein Traum. der Tag
then. when you wake up: | solitude of the bare fields. | like a dream. the day

13
Ufer des Abschieds. | in der Hand des Windes. Licht. | morgen. Dunkle See
the shore of farewell. | in the hand of the wind. light. | tomorrow. dark sea
14
Wort letzter Sehnsucht | im Ohr des Ertrunkenen | Heimkehr. vor dem Tod
word of final longing | in the ear of the drowned | homecoming. before death

du sollst doch nur sein
was ich nicht mehr suchen kann…
…mir zu erfinden
you only shall be
what I can no longer seek…
…to invent for myself

dann. Glück des Endes
wenn keine Sehnsucht mehr ist.
nur ein Erinnern

weh. so still das Jahr.
ach. allein an milden Tagen.
wehe. Wind. durchs Haar…
…trag‘ mich nimmer fort
sollst den Fernen nicht beklagen –
find’st ein ander Ort.
Olde Shepherd’s Song
woe. silence all year.
alas. alone on days so mild.
blow. wind. through my hair…
…never carry me away
shouldst not mourn thy missing child –
hast thy place to stay.

steinernes Käuzchen
Anfang der Räume im Klang
Weg deines Atems

schlafende Amsel
auf dem kahlen Buchenast
Traum des Geliebten
der wulstige wunde Rest
des von Frost zerkauten Zweiges
Dieses waka-Gedicht (nach altjapanischem Vorbild) ist Teil eines Langgedichts mit dem Titel Intermezzo, dieses wiederum Teil des Zyklus allem Abschied voran, an dessen Abschluss ich derzeit arbeite.