bevor das Gras vergeht

am Ende aber wird dir wieder eingefallen sein, was du wolltest. bevor sie eingefallen sein werden. in die leeren, kühlen Wohnungen. die Himmlischen. denen hungert und dürstet nach den verlassenen Seelen. die sich nicht mehr besohlen lassen. und wie Zerknülltes liegen in den Ecken der Zeit

und dein eingefallenes Gesicht anzufassen, strecken sie ihre Arme aus, als stünde ihr letztes Mahl auf den Tischen, als sei ein letztes Mal die Sonne versunken in ihrem Tränenmeer und zöge dann mit sich alles Verschüttete und wüsste die Wiesen nicht mehr, die unter ihr wuchsen und dufteten und ihr jetzt sagen könnten, dass alles Farbige aus der Lust gerät und alles Schattige aus der Idee

was mir verging

hier bin ich
unvollendet
von Anfängen erfüllt

endlos in Spiegeln und Gegenspiegeln
die offenen Pforten
aus denen die Wege stürzen
wie Bäche in die Täler
wo die Erde schon wartet
mit staubigen Händen und trockenen Zungen

hier war ich
und kann kaum mehr sagen
wovon ich Abschied nahm

die kahlen, gespaltenen Enden
der Äste uralter Linden
wie Schnäbel der Störche
als ob sie hier überwintert hätten
verhungert in ihren Wünschen

Schatten der Wanderer
und Schatten der Bäume
am Rand der Wälder
Ränder der Welt
die hinter mir liegende

hier werde ich immer sein
nah an eines Anderen Seite

Wiesen und Seen
in gleichen Augenblicken
und an entgegengesetzten Ufern
das Fließende stehend
dazwischen die Fenster
an denen vorbeigezogen
an denen gestanden
was mir verging

Waka 36 [Variation | Geschichte | n | unergründliche | Worte | x | -te | Versuchung | Strudel | Mangel an Fülle | ein fernes Auge | aufgepfropft | ein fremdes Gehör | Schütte der Seele | UferLos | dennoch | und dann noch | Gehäuse aus Klang | bis ein Licht | s- | mich gebrochen]

bleib‘ doch stehen
in deinen Träumen. dann und wann.
Kreuze. Hoffnungen. aufgestellt –
Setzlinge an den felsigen Kanten der Zeit.
Ab- und Durchbruch –

Wunde. Erwachen