für Vera Nemirova (Freundin. Muse. Meisterin)

Foto: Vera Nemirova
das Leben [nicht zu] einfach machen
nicht zu
im Klang von Wind und Regen
am Rand des Steges sitzt das Kind
und zählt die Fische
und gibt den Sternen Namen
wenn es sich schlafen legt
es kennt nicht die Furcht vor dem Staube
und sieht sich hissen die Segel einsamer Boote
zuzusteuern dem Ferneren
der mütterlichen Liebe Fesseln zu entkommen
und eines Tages
aus den Augen sich den Sand zu waschen
nach langer Wanderschaft
heilend nun dem Tode zugewandt
wenn mancher Liebe Schmerz durchschritten
wenn eines Lebens Hoffnung die gegangnen Wege säumt
und wenn es endlich von der Stille in den Wunden, in den Wundern träumt