
XII
gehe zur Quelle
dein Atem ruht
unter den Steinen
er kann sich nicht mehr zurückhalten
er fließt dir nach
durch jede Dürre
selbst noch die Stufen hinauf
Hauch
der den Klang sucht
und für den Klang eine Wohnung
und für sich selbst
einen Namen
der in ihn zurückfließen kann
die Wege über die Flüsse hinweg
[…]
der zurückkehrt
an einem Morgen
wenn der leise Schlaf
sich aufzulösen beginnt
wenn es der Wartende
selbst noch nicht weiß
auf dem einsamen Lager
verlassener Inseln
und wenn er erwacht ist
und die Stille um ihn herum
kann ja nur Frühling sein
ganz gleich zu welcher Jahreszeit
aufgebrochen sein wird
sein Herz
wie die nackte schwarze Erde
von Pflug und Egge
dass Platz hat ihr Durst
XIII
du kennst mich noch nicht
du hast mich noch nicht erkannt
du bist noch nicht herausgetreten
aus deiner Wunde
du kamst noch nicht zur Erde herab
um an einem anderen Ort
und in deiner Liebe
rastlos zu sein
hier kannst du dich
zum Geschenk machen
und musst nicht mehr einsam deine Gaben zählen
hier gibst du Schutz
und könntest selber Frieden finden
und Freuden
die nicht tot durch dein Fleisch kriechen
sondern noch im Abschied
das schaffende Licht des Geistes
im Gewebe deines Namens halten
und es ist ja nicht bedeutend
woher du kommen wirst
sondern dass es eine Ankunft gibt
für den Wandernden
dass du nicht fällst
wie aus allen Wolken
sondern aus einem Haus ins Freie hinaustrittst
und dass du nicht
wenn die Nacht begonnen hat
in ausgestorbenen Wäldern stehst
was soll dir bleiben
was soll von dir bleiben
wenn Norden ist
über- und überall
und Winter
die eine
nicht mehr veränderliche Zeit