
[…]
jemand wird erwartet
sein Kommen
könnte die Ufer zurückbringen
und ein Gras wachsen lassen
auf den Narben der alten Erde
aber dann wäre die Sehnsucht zu Ende
der Abschied würde sie ängstigen
die Daheimgebliebenen
und ihre Gärten
wären aufs Neue ummauert
[…]
gerecht
ist die Zeit
allen gehört sie
aber der Morgen
an dem die Liebenden erwachen
ist ihr alleiniger Besitz
[…]
[was wird sie ewig müh‘n]
sie fliehen dem Winter
sie suchen einander
das Eigene wiederzufinden
sie hören etwas
vom anderen Ufer der Zeit
sie sagen nichts
wenn sie einander sehen
übers Wasser gebeugt
[…]
alle Züge
fahren in eine Richtung
alle
wollen die letzten Brücken erreichen
die Gesichter
fliegen vorbei an den Fenstern
wie die Jahre
[…]
wo bleibt denn
die Dämmerung
wo bleibt
mein Dämmern
und eigentlich
müsste der Morgen doch
ein sehr eigenes
ein sehr geheimnisvolles Licht
fast wie gebrochen
durch etwas Unbekanntes
in unser Schweigen schicken
wie ein Gesandtes
nach dem man nicht hätte rufen können
sichtbar erst
im Nebel auf dem Wasser
im dunkleren Brennen
in dem die Gestalten verschwanden
die da eben noch standen
am Saum der Nacht
als ob ein Floß sie mit sich nahm
als ob im Klang erdacht
der eben übers Ufer kam