Mondwiege VII

auf der vorletzten
Stunde | Staub

weiß nicht
woher ich komme

weiß nicht
von welcher Fremde man spricht

Wasser des Sees
schimmert die Haut
Pollengewölk sind die Schritte
unter dem Aufprall der Regentropfen

man hat sich geschmückt
für die Heimkehr eines Anderen

schlief die Nacht auf der Treppe
als mir ein Gras wuchs am Abhang des Traumes

jedes Wort
ist ein Stein
der sich die Kehle
hinunterschiebt

aber von mir ging die Rede nicht

doch hatte ich etwas ins Glas der Fenster gehaucht
die Sätze wurden zu Knoten in Taschentüchern
dass ich mich noch erinnern würde
woran ich geglaubt
als ich fortgehen musste

bin noch allein
das letzte Viertel
bin ein Halm in der Asche
Finger der sich verbinden will
mit dem zergehenden Faden des Himmels

nicht sehr viel Zeit
ist um den verwitterten Rand meines Mundes
neben dem Schlaf liegt das Fernste und Älteste
und hat noch den Anschein des gestrigen Abends
als ich die Jugend verließ

ach
wenn ich wüsste
wo
mein Herz jetzt schlägt
ging
ich die letzte Stunde
hinaus
und sammelte Akelei

2 Kommentare zu „Mondwiege VII

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