
Schlaf. dem Gerechten | Ziehender. Halte nicht auf | über der Ödnis. den Mond | hast ihn versprochen. dem Freund | ein tagendes Ufer
Lyrik|Essays|Kritik

Schlaf. dem Gerechten | Ziehender. Halte nicht auf | über der Ödnis. den Mond | hast ihn versprochen. dem Freund | ein tagendes Ufer

wundersam gespannte Seile | gesetzt den Fall | es kreuzen Flüsse | den Weg des Ahnungslosen | und falls er nicht warten kann | auf das versprochene Floß

die süßen Gräser | auf den Gräbern der Namenlosen | sie klingen im Wind nicht anders | als jene, die auf den Dünen wachsen und | vom Salzigen tranken

wer hielt dich | wer hielt dich wach | wer hielt die wache || schon zog der halbe tag vorbei | erwache herz | sieh was dahin | und durch gestein und stille brach
who kept you | who kept you awake | who kept watch || already half the day passed by | wake up my heart | and see what’s gone | and broke through rock and silence

wer hat gerufen | Schatten der Wandernden | was sie durchzog | über den bangen Schritten | was in ihnen wuchs während des Schlafs | … | auf die Gesichter wartendes Wasser

hörst du das Atmen | der Schlafenden? Einsamer. | Wald voller Schatten. | Gärten in mondloser Nacht. | Mutter. Frucht deiner Klage. | Kinder. Furcht vor dem kommenden Tag.

[weiter. lief die Zeit. das Unsrige liegt verlassen. doch es bleibt. das Unsrige. müssen nicht mehr wissen. was geschah. an jenem Tag. uns genügt ein Erinnern. an das einsame Haus. und das Rauschen des Schilfs. das in uns Wohnende. was die Liebe tat]
abends. Heimfahrt. allein. | an unterschiedliche Ufer. | zwischen uns: Winde. | über den Klippen: Wolken – | Zug der Himmlischen | auf gebrochenen Schwingen

Pendoggett | Waka-Variation
[Fraß des Alls | über Nacht | halbe Inseln | übernachtet | Meer der Zeit | jetzt | nicht mehr | früher | am Fenster | die Streifen Regen | heute | noch nicht | in Staub verwandelt | später | aus leeren Händen | morgen | Flug der Möwe]
tot ist die Welt | wenn du dich nicht erinnerst | Augen wie Schatten welker Narzissen | unter dem Flattern der Tauben | Stein über dem Schlaf

ein milderer Wind | drückt seine Hand in die Zweige | kann nicht mehr warten | auf das Schwingen der Saiten | [dein Aug‘] zwischen Blatt und Halm

denke nicht. dass du träumst | wie die ziehenden Vögel. | dein Herz. ihm zu folgen | und einer ferneren Zeit | die noch nicht vergangen ist