gegen die ufer. angeschwemmt

[zwie. spalt | sauermilch der nachgeborenen | drahtgefieder der nothelferinnen]

Beginn einer neuen Dichtung

alle tage in einem. der eine: wie alle. so hing das leben. kopfüber. als matte verheißung. und zunge aus sand. betrachtet: von augen aus brennenden kerzen.

die maske hilft nicht. hält nicht. das erodierte. das sich fortatmet. wolke für wolke. man wächst dem grauen zu. dem undurchdringlichen.

rede und lied. ist in den wäldern. ist in den feuern. und in den wassern. ein trübes hielt ihre teilchen beisammen. ahnung und angst.

und doch. betraten sie die boote. oder zogen in karawanen. verließen ein hiesiges. mit nichts. als ein paar erzählungen. von hoffnung erschöpft. schob sie hinaus. das grauen des morgens. zog sie hinein. das zwielicht des abends. dass jede wanderung kennt: eine heimat.

die vielen briefe. die. eines tages

[Πένθος. große not. gottes begleiter. schweigend]

wie nur? weiter. zu-stand. unbewegliche welt. leerstand der seelen. ein atem steigt aus dem großen wasser. und steht in steinernen wolken über den inseln. der gleiche blick. abends. wie morgens.

die heimchen krochen hinab. in die kehlen der schlafenden.

wohin nur. bei all dem platz. endloses. sandiges land. in den augen der wandernden. vorbei an den bitteren seen. da flackert weit draußen. ein saum des schilfs. von dem schon immer die sage ging.

honig. und träne. duft ihrer heiligen wunden. da tropft hinein. die erste strophe der amsel. bevor es tagt.

hinaus. hinaus. ablandig wies uns der wind die wege. wir pflanzten die bäume. die uns einmal zu booten werden. zu-stand der welt. über der weite unserer träume.

diese stunde. jegliche zeit. den zimmern müssen noch fenster wachsen. wir wartenden weben das x-te jahr. in die vorhänge und die gewänder.

ob er nicht hört?

die heimchen krochen hinab. in die kehlen der schlafenden.

die vielen briefe. die. eines tages

[beginn einer meditation]

warum ich du sage? um vom echo verschlungen zu sein. erkannt in dem. was allein ist. zu zweit. und in der seele sich selbst gebiert. um endlich ein vergängliches werden zu können. ein trauerndes. ein sich erinnerndes. ein wirkliches. zwischen all den träumen…

lasst uns geworfene. zu gesandten werden. lasst uns schauen. erkennen und lieben. ineinander gewirkte. im stillen gebet. dem größeren zu. das in uns wuchs. und das uns hinausruft. in die gärten. und an die ufer…

recordare [cantus firmus]

[Mecklenburgische Elegien | Zweiwochenpsalter | Tagzeitenbuch]

und wenn der Tag sich neigt
und unsere Schatten lang genug
sich zu berühren
einmal noch

gedenke ich
an deiner Seite wachend
des ersten Frühlings
und seiner zaghaften Blüte

ich wehe fort
und bin im Laub das Rascheln
du drehst dich um
und weißt die ferne Heimat wieder

und hast das dunkle Auge
der vergess’nen Aster
die nach der Zeit sich streckt
so gut sie kann

so greifst du an den Knauf
der off’nen Pforte
die leere Warte vor dir
wo das Ruhlose sein Ende fand

und wenn der Tag sich neigt
siehst du im Staub die Spuren
und hörst ihn sagen:
hier kehrt‘ ich heim für dich