tiefergelegt. der Himmel. schwer, wieder hochzukommen. wenn man sich einmal gesetzt hat. damit sich einmal alles setzen konnte. Seen wie Krater. ein Mond, von der Erde zu sich gezogen. Wohnung der leeren Zisternen. gleich ist unsere Liebe vorbei. gleich will sie neu beginnen. wenn unsere Leiber lieber zerstückelt grasen in der verlassenen Landschaft. einsam ist unser Beten. ein Murmeln im reglosen Holderbusch. ein Kauen der Pergamente, in die wir das Heilige brannten. Zergangenes auf unseren durstigen Zungen. Überliefertes. dem wir ausgeliefert waren. das wir nicht mehr ausliefern werden. den Kommenden, die wir geliefert haben. den Gelieferten. wir wandern um die Hügel und suchen unsere Schatten. wir wundern uns nicht ob der verlorenen Gräber der geopfterten Ahnen, die ja nicht ahnen konnten, zu welchen Hoffnungen wir einmal fähig sein würden.
dein Schlaf im Gestein des Leibes. erloschene Träume. Saum der Stege. hinüber in den Dunst der Vergessenheit. dort. wo sich ein rötlicher Nebel legt auf ein graues Wasser. deine Stimme. zergangen auf Gottes Zunge. hausend im Rätsel. hinter der harten Rinde der Buchen. die ihr Wachsen wagten am Rande der steilen Ufer. deine Sehnsucht. vergangene. Tau und Tränen. der endlosen Schritte Ende. endlich. Neige der Wege. der Umwege. Wiege des schrumpfenden Mondes. der Sterne Verwandlung. und die Knospen erkaltender Trauer. Engelsaugen. perlend ihr Staub. auf den Eibennadeln. und ihr ewiges Bangen wandernd die Scherbenpfade. aus Nacht und Unzeit.
wie du warst. den letzten Herbst. Laub, das ins Dunkel fiel. stilles Herz. Straße. durch den leeren Tunnel. zwischen den Nachtgewächsen. Stunden des Schweigens. ein erster Sturm. am Anfang der Zeit. sprachen doch zueinander. in unseren Träumen. sangen uns zu. die weißen Segel. ferne Rufe. nacktes Gestein. in die Beete gepflanzt. starr in der Hoffnung. die Schatten nicht mehr verschwunden. lautloses Band. zwischen Abend und Abend.
Stimmen. die sich entfernen. Wort. das den Sprechenden sucht. letzte Geburt. vor Anbruch des Tages. ein unruhiger Gott. im Haus seiner tausendheiligen Stille. rufe. wenn du noch bleiben willst. im Tiefen. die hohe Zeit. die drängende Bleibe. zu beschließen das Leben. liebend.
unerschöpflich. das Vergehende. Schmerz des Lassens. wer etwas hervorgebracht. wer zurückbleiben muss. einsam. erschöpft. Atem. der Seele Freude und Klage. Klang ihres wehenden Wehs. zwischen Bewohntem und Unbewohntem. ein Riss. wie ein Steg. über die Moore. die Meere.
ihre Hände. gelöst vom müden Gesicht. ihre Augen. in der gefüllten Schale. Schlag ihres Herzens. nach dem ersten Schrei. und wenn sie es trug. zum Ufer. zum Abgrund.
noch ein kleiner Schlaf. vor den Scheidewegen. noch ein vergessener Traum. um die Wunden gewickelt. denn wo die Entwurzelten an den Ufern stehen, tropft die stumme Not der Hoffnung von den Weidenzweigen.
legt eure Kindheit zu den Steinen am Abhang. geht euch nicht von der Seite. dass Schatten an Schatten lehne. vor der Stunde des einsamen Flügelschlags.
ich bin kein Letzter. auch wenn mir die Zukunft nicht mehr gehört. die Gegenwart mag ein Irrtum sein. die Zukunft wird sie zurechtrücken wollen. wenn sie stattfindet. als Gegenwart.
ich bin ein Geschöpf des Dazwischen. die Pfade sind eng. zwischen Zeit und Zeit. und alle Wege sind unentwegt, bleiben sie unbeschritten.
ich mache Rast in den Augenblicken. dort, wo das Leben entsteht. dort, wo es zur Ruhe kommen möchte. wandernd erdenke ich Trauerreden. wartend will ich sie schreiben.
anderes könnte ich tun, gegen die Sorge. zwischen Schlaf und Schlaf. Sterne zählen. Steine sammeln. Steine waschen. Stricken. oder Gestricktes wieder aufräufeln.
ich will still sein. und lauschen. schweigend lasse ich den Sand durch meine Finger rieseln. schweigend lasse ich die Stimmen fliegen. wie Schwalben, die ihre Jungen füttern. doch schon im Sommer bin ich der spätere Herbst. und reib‘ mir den Reif von der dünnen Haut. mit dem Birkenlaub, solang es noch Licht trinken kann.
姓
im fernen Rufen mögen die Namen sein. ihr Nachhall ist wie Wellen, die die brandungslose Küste verlassen. der Himmel nimmt alle Spurlosen zu sich. wenn die Zeit sie entlassen hat. wenn niemand mehr nach ihnen sucht. wenn sie niemand mehr vermisst. an einsamen Abenden. wenn niemand mehr vermisst wird, der sie vermisste. weil jede Kette von Vermissten einmal reißt. selbst für jene, denen man Denkmäler baute. Werke mag man erinnern. vielleicht sogar Worte. nicht aber Menschen. ihre Namen sind ein fernes Rufen. ohne Gehör.
過去の愛
er ist jetzt sehr nah. ich müsste nur über eine Schlucht springen können. zwei x zwei Meter breit. oder zwei x drei. ich kann es nicht genau sagen. es ist jeden Tag anders. wir könnten uns zurufen. die Stimmen reichen weiter als unsere Hände. wir könnten uns gegenüber sitzen. ich am einen Ende des Abgrunds. er am anderen. wir könnten uns nicht berühren. aber wir könnten uns alles sagen, was uns berührt. und das Gesagte könnte sein wie ein Federball, den wir uns hin- und zurückschlagen. ein Wetter zöge über uns hinweg. ein Schlund klaffte unter unseren Füßen. aber wenn wir uns wieder umdrehen, um in unsere Häuser zurückzukehren, werden wir wieder zwei Seelen sein, die sich teilten und nicht mehr ganz werden konnten.
悲しみ
er ist schon lange weg. er war noch lange da. er konnte nicht bleiben. er war noch da. wo ich verblieben. die Zeit unterscheidet nicht. sie fließt nur. sie steht nur da. wo sie geschrieben steht. im grauen Gesicht. im matten Blick. in den Flecken auf der Haut.
er ist da, wo ich nicht hinkomme. er ist weg. kein Weg führt von dort zurück.
wenn ich gehe, folge ich mir selbst. und wenn ich auf etwas warte, dann auf meine Rückkehr. das Blut taut auf, wenn ich gehe. tief in mir gerät etwas in Bewegung, wenn ich draußen bin. aber ich rede nur, wenn mich jemand fragt. fragt mich jemand nach dem Weg, werde ich schweigen. ich zeige mich, wenn mir jemand entgegenkommt. aber ich stelle ihm keine Fragen, es sei denn, ich kenne die Antwort schon.
er ist weg. seine Einmaligkeit kennt keine Wiederholung. die Auslöschung ist unumkehrbar. für das Unverwechselbare ist kein Umtausch vorgesehen. die Ausnahme nimmt mich ein. ein Leben lang. obwohl sie selbst so kurz war, dass noch etliche von ihnen in mein Leben passen könnten.
die Zeit verschwendet sich. im Verschwundenen. bevor sie verschwindet.
Abschluss der Sammlung: Mecklenburgische Elegien [Zweiwochenpsalter | Tagzeitenbuch]
I
du gabst ihnen Herzen darin die Rede von einem Geheimnis ruht
keine Arbeit vergeblich keine umsonst verzehrte Kraft
spät kam der Regen und fiel bis zu ihrem Erwachen
du wirst sehen ob sie nicht vergessen haben ihr Glück zu teilen in Dankbarkeit
ach lass sie doch erzählen Genügsamer vom vollen Mond hinter ziehenden Wolken von den leicht wippenden Zweigen der Birken unter denen sie friedlicher gehen mit der zärtlichen Lüge von einer besseren Kindheit
die wenigen Wünsche leise gesprochen und als ob von dir selbst auf die Zungen gelegt
nimm ihnen nicht die Kraft, schwach zu sein
lass es ihnen so geschehen als hättest du selbst geflüstert so geschehe es
aber im Klang vieler Stimmen so viele wie es Farben hat im Reich der Blüten
ach Schönheit ihres frühen Opfers um der späten Früchte wegen den reiferen Duft und dunkleren Glanz noch haltend einen Regen lang
daran erinnernd was vor ihnen war was ihnen folgen wird wenn tiefer das Licht im Wasser steht
Abschied zu nehmen von allen Jahreszeiten
mögen sie spüren des Windes Schmerzen wenn er durch das Gefallene greift wenn sie das stillere Wissen erfasst was sie nicht lassen können was du ihnen gelassen hast für Schatten und Schutz an den heimischen Ufern ihrer Fremdheit wo sie nicht mehr sagen können was ihnen entschwand wartend erwartend was ihnen entgegenkommt wenn es sich umdrehte ihnen zuwinkend auf dass sie ihm folgen mögen die Wolkenwege, die Lichtwege wo die Luft sich bewegt als atmeten selbst die Felsen auf dass sie gemeinsam denken es braucht nur diese kurzen Aufenthalte in den Augenblicken um in der Zeit zu sein und sie zugleich lassen zu können
und sie wissen doch sicher dass sie alle Hände haben zu schöpfen das kühle Wasser der Bäche in denen als sie noch schliefen das erste Licht des Tages badete
II
du hörst doch die Gebete derer die ihre letzten Samen auf die Wege streuten bevor sie sich der Wiegen nicht entsinnen konnten
wen stört der Staub? der sich auf ihren Hunger legte
Wind und Wellen gehen über ihren Schlaf hinweg
Uhren und Glocken und Atmen im wunden Gehör
so lass doch ein Gras wachsen ein Laub einen einsamen Blick der ihnen sagte von deiner Liebe von der sie früher einmal sangen
aber allein sitzt jetzt die Amsel auf dem First stumm und als ob versunken in der Schwere der sich zum Winter schleppenden Tage
unerträgliche Sonne über den sandigen Ebenen vertraute Wälder der Kindheit brennendes Haar der Nymphen was auch immer die Träume der Sterbenden heimsucht
treib sie nicht fort aus dem Duft der Äpfel und den Farben der Dämmerungen
leg doch dein Schweigen in ihre Starre unter die Haut der frostigen Wangen
für kommende Blüte ein Odem für den Ruf ihrer Namen dort
im Traum nur. warst du nicht mehr müde. da tagte es ein ganzes Jahr. und kühler Wind in den Zweigen deiner Wünsche. in die Mitte des Lichts, wo die Stille jeden Klang umschließt, fiel, was du geflüstert haben musst. wie eine Kugel in den Brunnen. da sitzt ein Kind. und singt allein vor sich hin. und hat die Gespenster hinter sich zu Stein verwandelt. ihre Augen wurden zu Flechten. und ihre Tränen zu Straßen, aus der Zeit geflossen.
[…]
was ihnen blieb: Sterne zwischen den Streifen, als ließe der Himmel die Wege fallen der Kranichzüge und der zwischen den Seelen pilgernden Engel. sie gehen gen Norden die Gleise entlang. als ob zurück zu jenen Tagen, als die eigentliche Wahrheit ruhte in der Not einer Lüge.
[…]
in dir wachsen Ideen, wohin es dich zöge, wärst du ein Pilger. die Zeit fährt immer fort. ganz gleich, wo du weilst. oder ob du dich bewegst. du würdest dorthin wandern, wo die Weile eine andere Länge bekäme. und nach einer gewissen Strecke würdest du denken: sie folgt mir. ich gehe ihr voraus. aber dann kämen die Aufenthalte. und sie würden von Mal zu Mal länger. bis dir die Stille sagte: sie lässt sich betrachten. an allem. was vergeht.
[…]
grau mag sein das schon lange Vergangene. fahl die Zukunft. die uns in diesen müden Tagen erzählt wird. doch dass wir uns erkennen am Warten aufeinander. an der Sehnsucht. nach des Anderen Stimme. und keine andere Sprache zu haben scheinen als die gemeinsame. weit. weit voraus. den üblichen Worten und Tönen. viel tiefer noch. dort. wo Augenblick und Erinnerung in eines zusammenfließen. wo der Spiegel, vor dem man steht, den Anderen zeigt, wie er dich anschaut. und nach dem Schlaf noch eine unbestimmte Zeit Haut an Haut, im einigen Atmen zu liegen.
der Töne Grund die ihrer Lieder ledig von Hoffnung wund geriebene Hände das Glück. vergessenes. weiß dich noch in den entferntesten Winkeln. hört es dich atmen reißt sich die Ängste aus dem Schauen der Nächte
II
[Klage des Christophorus]
was habe ich hier verloren? deine Stimme im Schatten, den ich werfe, flüstert: Tod träumend muss ich gegangen sein an ein Ufer ohne Wiederkehr anders zu schlafen. ohne Sehnsucht keiner soll mir folgen. in die dunkle Behausung wo ich nichts erinnere. als die Idee von Gott. die es einmal gab ich nahm dorthin nichts mit und wo ich zuletzt gewesen sein muss, schleifen die Wellen die Spuren fern ist dort die Rede von einem Morgengrauen wo, wenn es regnet, keiner an Tränen denkt ich liege in der Ermattung der Zeit schmerzlos unter den morschen Armen der Mütter das Laub meiner Lieder fiel in die eisigen Hände ferner Monde und meine Finger sind wie zerstoßenes Gestein darin noch ein Gehör in stumpfer Wachheit für den Wind, der kommen mag doch ist ein Trost in der Stille und die Seele noch sehr jung als sie zum Geschenk wurde zur Gabe inmitten einer umfassenden Verwitterung Trümmer der Webstühle Trümmer der Altäre Trümmer der Wangen der Hände der Füße der Wege der Gedanken nicht mehr wachsen wird das Gras und die Knospen haben verkohlte Augen ein Scheitern der Zeit zurücklassend weder Zorn noch Fragen unvorstellbar werden sein Landschaften und hilfreiche Opfer und wartende Boote fallende Sterne und steigende Nebel nicht einmal das Unvorstellbare das Kinder sich erzählen, nachts, in Zelten, wenn die Schatten der Gespenster zwischen den Ästen der Eichen schaukeln aber immer wird eine Brandung durch das erstarrte Schauen gehen und Felsen stehen darin, wie Säulen, die sich zuwerfen möchten das Echo ihrer Klagen dass ohne Trauer ist die Zeit. ohne Hauch. ohne Klang
III
bist du glücklich?
leicht ist der Körper im Traum etwas bewegt sich klopft ans Fenster oder zieht die Schatten ab vom Boden von den Wänden wie Klebebilder die du drehen sollst um sie als Wolken an den Himmel zu heften
oder gefaltete Boote zwischen die Wellenkämme gelegt oder aufgezogen auf Fäden von Licht und Staub
deine Stimme rieselt in die Spalten zwischen Müdigkeit und Kuss
die Hand greift in den Abgrund ein anderes Reifen und Rufen der Zweige über der Brandung ein engerer Raum wo Land und Meer sich streiten als ob um Licht und Schatten
allein geblieben mit allen Gedanken Sterben und Lieben geopferte Zeit und die Frage wofür
aber sind nicht Gebete wie endlose Flure von denen die ungezählten Zimmer abgehen für Schlaf und Wachen und hinter manchen von ihnen die Gärten und Küsten dorthin hinauszutreten wo Irdisches und Himmlisches sich sehr nahe kommen ein Sprung nur über den gefallenen Stamm der Esche ein Schritt nur von der letzten Stunde des alten Jahres zur ersten des neuen ein Griff nur durch das Glas wie durch Quellwasser in den Händen zu halten diesen kurzen Moment bis es die Augen erfrischt und reinigt von den wirren Träumen
dem Heiligen dort am nahesten wo das gebrochene Licht seine Schmerzen am stärksten empfindet
IV
und nie vergessen konntest du jene die dich verließen die ausstiegen aus ihren Seelen und ihr Schauen verstauben ließen
oben hast du gesessen still in deiner Verzweiflung und blicktest über das Land und legtest sein müdes Gesicht in deine wunden Hände
Hirte Du ohne Flöte und Stab Sänger Du ohne Lyra und Echo
fragend immer und immer wieder warum du dich in die Welt schicktest warum sie nicht überlassen dem Feuer und den Winden
und so einsam bei Nacht hinter den Altären und in allen Zeichen der fließenden Zeit
vor allem aber dem eigenen Geist nicht zu entkommen
V
spät erst habe ich zu leben begonnen
fern ist der Garten der Heimat
seine Vögel höre ich singen und schwatzen täglich nach dem Erwachen
mich überflutet die Welt
ein einsames Boot habe ich mir gebaut und auf einen Hügel geschoben der aus der Brandung ragte
über den Liedern wuchs Gras aus dem Hauch der die Wange der Mutter streifte
mein Finger fast wie ein Halm der das erste Licht das über den Horizont kroch berühren möchte
die Gewitter sind fern und die Ufer ohne Rückkehr
einsame Bäume werfen Schatten
und einzelne Wolken als hielten sie sich fest am Himmel
ein Ort für mich mit etwas Platz für letzte Träume
so gut wie vorbei ist das Leben und früh am Morgen blickt es mich an aus dem Winkel des Unversuchten
zwischen den Gräsern der Stein sieht aus wie Brot
in meinen Händen zerstoßene Muscheln
es fehlt nicht mehr viel dann hat sich verzehrt die Zeit
mir fehlt nicht mehr viel außer die besseren Worte des Geliebten im Ohr
durch Ödland. die Heimwege. zur Heimwiege. da hängt der Mond zwischen Wäscheleinen. die Züge rasseln hinter den Häusern. zwei Straßen weiter. und landende Flieger ziehen über den Dächern vorbei. einer nach dem anderen. wie an Schnuren herabgezogen. mit den Schatten uralter Ungeheuer. die durch alle Wohnungen rasen. wie die hilflosen Rufe des Daidalos an den leeren Ufern von Ikaria.
Wechselgesichtige. Nicht Unbeschreibliche. Blicke hinaus. wie die Blicke hinein. doch ging ihnen verloren. Davor. Und Einst. die anderen Namen. unter ihren Füßen versteckt. oder ins Wasser gestoßen. wie lästiger Stein. aber nur. wenn es keiner sieht. und dass sich die Tore nicht öffnen. wenn jemand naht. ist bei ihnen die Zeit ein versickernder Regen. in den harten Furchen dürrer Erde. unerinnerlich.
[…]
du hast die Räume noch nicht durchschritten. in denen sich die Zeit dehnt. dahinter zu finden heimische Küste. Duft von Tang. Sand. Hafer. Kiefern. Heidekraut. stiller Glaube. und leiser Zweifel. Gesichter aus Stein. dahinter das Lächeln zu suchen. ihr Rauhes. ein gänzlich natürlicher, zärtlicher Klang. sie sagen nichts. sie erinnern alles. sie leiden im Verborgenen. sie schauen dir hinterher. wenn du vorübergegangen bist. als ob einer sinkenden Abendsonne nach. sie sind in den späten, wärmeren Farben. im Gedeckten des Herbstes. groß werden ihre Augen in der Rückschau. aber niemand muss ihnen jetzt erscheinen. von weit her. um ihnen zu sagen. woher sie kommen. sie sind alle Vertriebene. Gestrandete. mit zerstoßenen Seelen. und rissigen Händen. du aber kannst schweigen. unter den Schweigenden. mit Krügen voll Wasser gehst du durch die trockenen Gärten ihres stummen Brütens. zu gießen alles Unmögliche. das du dir vorstellen kannst.
[…]
als dich nichts mehr zurückhielt. herauszutreten. aus der Last des Erinnerns. dich zu erschöpfen. in schweigender Wanderschaft. die Augenblicke zu sammeln. in den Schritten. sorglos die Finger zu legen. in den Staub. der die Wunden schloss.
dunkler. des Pilgers Gesicht. wenn er heimkommt. Schatten des Freundes. der ihm die Hand reichte. und so kostbar das Wenige. das er geben konnte. Welkendes. das sich verwandelt. unter den Sohlen. Anderes spiegelnd. wenn er Wasser holt. und im Brunnen die Augen dessen erkennt, der ihn nicht mehr fand. der Düfte zurückließ. von Gräsern. und Blüten.
du schöpfst mit deinen Händen. so lange. bis der Sand zu Schnee geworden ist. in der Schönheit des Sternjasmin. in der Reinheit des weißen Lotus. rastlos zu sein. solange die Trauer. wortlos. solange die Träume. blühend im matteren Licht. in den Tropfen geschmolzenen Glases. im Herz eines schon brüchigen Gesteins.
wohin? unendlicher Raum. Seligkeit, beengte. die Insel. atmende Hügel. eigentlich. die aus dem Wasser, aus den Wolken ragen. Lande, entfernte. Schlag des Lichtes. auf die Wellen.
alles ist schön. ohne Schatten. nichts ist da. weniger. je weiter geschaut. brennend Gestein in den Händen. Durchsicht des göttlichen Auges. weil es erblindet. verknotete Schöpfung. dass er sich merkt, wo er sich zuletzt unterbrach. plötzlich. im wirren Nachmittagstraum. wusste er wieder. für eine Milli-Sekunde. wo er geboren wurde. wo es ist. wenn sie sagten. irgendwo.
Gärten. kurz vor der Apfelernte. mildere Luft. nach langen Wintern. Duft der Kräuter. des nassen Grases. Blüten. wie Glöckchen. anzustoßen. von winzigen Zeigefingern. Zeugefingern. zitternden. dass herausfällt ein einzelner Name. und noch einer. und noch einer.
und die Insel. schlafende Buchten. Boote. angefressen. verwettete Fracht. verwitterte. hier könnte man bleiben. gute Winkel. Schätze. vergraben. Jause. die ganze Zeit. die sich selbst vertreibende. aber nicht wissen. was Glück ist. nicht. was wahr. und hinterher. das Gesagte. das Verfolgte. niemals. die Stunde. bevor sie vergangen. vorzeitig. das Vergessene. Fenster. verhangene. zerschlagene Wege. wie Schlangen durch die Gärten. und hinaus. und ihr Fall. kaum zur Kenntnis genommen.