Phlebas, der Phönizier, zwei Wochen tot, vergaß den Ruf der Möwen und die mächt‘ge Brandung unterm Kiel und Gewinn und Verlust. Die Drift nah dem Grunde zerrte flüsternd am Gebein. Wie er so aufstieg und wieder fiel zog er abermals durch alle Lebensalter, vom Greis zurück zum Jüngling, und rutschte in den Strudelschlund. Ob gottesfürchtig oder nicht, Oh, du, der das Rad bewegt und windwärts schaut, Gedenke Phlebas, der einst, wie du, so stattlich war, so licht.
Wär‘ doch nur Wasser und kein Fels Wär‘ doch nur Fels und Wasser zugleich und Wasser ein Quell ein Weiher zwischen Felsen Wär‘ doch ein Klang des Wassers nur nicht die Zikade und dürres Gras summend aber der Klang des Wassers über dem Fels wo der Drossel Lied hoch in den Föhren falle Tropfen falle tropf tropf tropf tropf Doch Wasser ist nicht
April. grausamster aller Monate. Brut des Flieders auf totem Land, Kreuzung aus Erinnern und Begehren. Stört Ödwurzeln auf mit Frühlingsregen. Warm hielt uns der Winter, deckte die Erde mit Schnee des Vergessens, nährte ein mageres Leben mit dürrer Knolle. Jäh kam der Sommer, zog über den Starnberger See mit heftigen Schauern; wir stellten uns unter die Kolonnaden und zogen erst weiter bei Sonnenschein, bis zum Hofgarten, tranken Kaffee und plauderten ein Stündchen. Bin gar keine Russin, stamm‘ aus Litauen, echt deutsch. Und als wir Kinder waren und beim Erzherzog logierten, meinem Vetter, nahm er mich mit auf einem Schlitten, und ich hatte solche Angst. Er sagte, Marie, Marie, jetzt halt‘ dich gut fest. Und runter ging’s. Ja, in den Bergen, da fühlt man sich frei. Nachts les‘ ich die meiste Zeit und fahr‘ in den Süden im Winter.
Welch Wurzelwerk krallt sich, welch ein Geäst ragt aus dem steinigen Schutt? Menschensohn, du kannst es nicht sagen, noch rätst du es, kennst du doch einzig eine Halde zerschlagener Bilder, wo die Sonne drischt und der tote Baum keine Zuflucht bietet, das Heimchen keinen Trost und der trockne Stein kein Echo des Wassers. Nur Schatten gibt es unter dem roten Fels (Komm in den Schatten unter dem roten Fels) und ich zeig‘ dir ein Ding, das nicht ist wie dein Schatten am Morgen, der hinter dir her schlürft, und nicht wie dein Schatten am Abend, der dir entgegenwächst. Ich zeig‘ dir die Angst in einer Handvoll Staub.