Elektra. Trümmer. Schreiend

anlässlich der Premiere der ELEKTRA von Richard Strauss (Text: Hugo von Hofmannsthal) am 4. Juli 2025 im Rahmen der Opernfestspiele Heidenheim, in der Regie meiner lieben Freundin Vera Nemirova

I – Mägde

Auftakt. Akkord eines Namens. Der Name eines Toten. Die Szene als Schlund. Sog einer Frage: Wo bleibt Elektra? Der Name der Übrigen. Der Erinnernden. Des Widerstands. Der Klage. Des Schreis. Des Sagens… Überleben im Wort. In der Prophetie – blutend aus Auge und Stimme.

Ort: Mykene. Zeit: Mythos. Wir sind nicht am, sondern im Hof. Ein Nebenschauplatz. Und doch: alles beginnt hier. Nicht im Zentrum des Palastes. Nicht bei Agamemnons Knochen. Nicht bei Klytämnestras Hysterie. Sondern beim Waschwasser. Beim Fußschmutz. Beim Tiergeruch der Unterdrückten. Kein Beginn im Glanz. Sondern: im Stöhnen. Im Hohn. In grauer, grausamer Arbeit.

Denn sie ist die ewige Exposition als nächtlicher Nachhall des Schlachtens, das immer gleiche Intermezzo im Schatten des Alltags – der Epilog einer kollektiven Spurenbeseitigung und zugleich der Prolog für die nächste Vernichtung.

Die Szene ist eine Putz-Schicht – im doppelten Sinne: Sie zeigt, was die Oberen weggewischt haben möchten und trägt in der Verrichtung der Unterdrückten den Bodensatz der Wahrheit. Hier: das Personal, das das Blut von den Dielen schrubbt – täglich. Nicht Worte halten die Erinnerung wach, sondern die Wiederholung einer ritualisierten „Leer“Stunde.

Diese Mägde sind keine Chorfrauen. Keine Seherinnen oder Sirenen. Sie sind Stimmen aus der Ecke. Im diagonalen Gegenüber zu Elektras „traurigem Winkel“. Was sie sagen, hat keine Form, kein Pathos – aber: eine Genauigkeit, die auf jegliche Poesie verzichten kann.

Und doch ist da Poesie. Eine, die schweigt. Eine, die sich im Schweigen wehrhaft zeigt. Denn was Elektra da durchleidet, erleben wir nicht über ihren Monolog – sondern in den Blicken der Anderen. Hofmannsthal/Strauss zeigen Elektra zuerst als Reflex. Ein Zucken. Ein Tier. Ein Schatten. Radikaler geht es kaum.

„Ich füttre mir einen Geier auf im Leib.“ Eine solche Zeile ist keine Pose. Sie ist Metapher als Diagnose. Da ist etwas in ihr, das frisst. Nicht ihr Hass. Nicht ihre Erinnerung. Sondern: die Nicht-Möglichkeit zu vergessen. Nein! Sie ist kein Racheengel. Sondern: eine offene Wunde. In einem Haus, das die Fenster verriegelt hat.

Zur Einsamen tritt die Einsame – die fünfte Magd. Eine sich opfernde Lichtgestalt. Sie erkennt Elektra nicht als Wahnsinnige, sondern als Königin der Verwundung. Eine Frau, die weiß, was die Wahrheit kostet. Und den Preis bezahlt.

In diesem Haus, in dem alles in Schuld getränkt ist, wird nicht durch Argumente gestritten, sondern mit den körperlichen Gerüchen. Blut. Schweiß. Sperma. Tränen – alles vermengt sich zu einem chorischen Destillat der Geschichte.

Darum ist dieser Anfang nicht beiläufig. Er ist die politische Setzung der Oper. Diese Mägde sprechen nicht über Elektra. Sie sprechen über die Frage: Was darf eine Frau fühlen? Wie viel Zorn? Wie viel Erinnerung? Wie viel Tierisches? Sie nennen sie: Katze, Schmeißfliege, Dämon. Aber was sie nicht sagen – und was alles durchzieht – ist: Sie fürchten sie. Weil sie den Unverzeihlichen nicht vergisst. Und das ist ihre Sünde. Nicht der Hass. Nicht der Schmerz. Sondern die Treue zu dem, was nicht mehr da ist.

Die fünfte Magd resümiert: „Es gibt nichts auf der Welt, das königlicher ist als sie“. Das ist kein Lob. Das ist eine Verurteilung des ganzen Hauses. Denn wenn eine Frau in Lumpen, in Blut und Dreck, königlicher ist als alle, dann ist das Königshaus gefallen. Nicht durch Mord. Sondern durch Wahrheit.

II – Elektra. allein

„Allein! Weh, ganz allein…“ – Dies nicht einfach ein Monolog. Dies ist ein Überfall der Sprache auf den Körper. Strauss lässt Elektra nicht sprechen – er lässt sie rasen, reißen, rufen. Der Monolog als Beschwörung und Fiebertraum zugleich. Zwischen Dämmerung und Nacht. Gesungen von einer, die nicht schläft, bevor die Leviten einer unvergesslichen Wahrheit gelesen sind.

Agamemnon – dieser Name: ein Schmerz, ein Schwur, eine übermächtig drückende Erscheinung, hinter der ein Großteil der verfluchten Vergangenheit verschwindet. Was weiß Elektra schon von den Verbrechen des Kriegers, der an der Seite der Spartaner die Feinde niederstreckte – und die Schuld in den eigenen Zelten vergaß; der sich Ruhm erfocht – und dabei das eigene Kind dem Wind opferte? Was will sie wissen von der Trauer und dem Zorn der Mutter, der das Kind (Iphigenie) auf immer genommen wurde? Agamemnon – dieser Name: er ist zu ihrer Seele geronnen – gequält, zertrümmert, vernichtet.

Wir hören: Elektra – im Zwiegespräch mit einem Toten. Jeder Trauernde weiß: Das ist kein Wahn. Das ist Erinnerung in ihrer radikalsten Form. Nicht: du fehlst. Sondern: du fehlst so sehr, dass ich selbst mich verloren habe.

Ihre Klage aber ist kein übertriebenes Pathos. Sie ist vielmehr ein Kind ohne Vater. Damit wurde ihr ein Teil ihrer Kindheit aus der Seele gerissen. Bevor das Kind schlafen kann, muss es den Vater herbeirufen. Er muss zur Projektion eines wiederaufgerichteten Glückes werden. Als Ursprung. Als Held. Als Gott. „Nur so wie gestern, wie ein Schatten…“ Elektra bettelt nicht um Rache. Sie bittet um Anwesenheit. Sie will nicht Macht. Sie will: gesehen werden. Wenigstens von einem Schatten. Nur einen kurzen Augenblick. Um nicht mehr allein zu sein.

Der Mythos hat viele Töchter. Aber Elektra ist die einzige, die ihren Vater nicht loslässt. Sie tanzt um ein Grab, das mehr ist als ein Stein: eine Wunde im Text der Welt. Und sie tanzt darüber. Sie tanzt, „über Leichen hin“ und hebt das Knie hoch, „Schritt für Schritt“.

Der Textdichter schrieb dies, so bekennt er in seinem „Chandos-Brief“, nicht auf Papier, sondern: in den Bewegungen seines Rückzugs. Im Ausbleiben seiner Antworten. In den nicht abgeschickten Sätzen. In den nicht sagbaren Worten einer universellen Sprachlosigkeit, auf tauben Zungen zergehend wie Pilze.

Umso mehr wird in der Elektra die imaginierte Wiederauferstehung des Vaters zu einem „Prunkfest“, „angestellt“ für einen „großen König“, von „seinem Fleisch und Blut“. Und Strauss komponiert einen triumphalen Vernichtungs-Tanz – Elektra tanzt über sich selbst hinweg und über den Rand des theatralen Jetzt hinaus.

Was bleibt? Nicht Erlösung. Sondern: eine Spur. Ein Schatten im Staub. Ein Rest. Vergangenheit. In einem ausgelöschten Namen…

III – Chrysothemis. Verzweiflung einer Wünschenden

Chrysothemis will Kinder. Elektra will Gerechtigkeit. Beide bekommen: nichts. Die eine richtet ihren Blick in die Möglichkeiten einer lebenswerten Zukunft. Die andere schaut zurück, um aus der missratenen Vergangenheit ein einzig Rettbares für die Gegenwart herbeizuzwingen. Doch die Gegenwart entgleitet ihr fortwährend. Und wenn die ersehnte Rache in den Vollzug tritt, tritt sie die Erinnernde in die Auslöschung. Denn die Erinnernde darf keine Vollziehende sein.

Was sagt dieses Stück über die Kinder des Krieges? Sie müssen lernen zu schreien; vor dem ersten Atemzug. Und dann: vergessen. Elektra will nicht vergessen; ihre Auflehnung ist ihr Gedächtnis. Aber nicht, um der Welt zuzurufen: Nie wieder. Sondern um einer Vergeltung willen, die alles und vor allem sich selbst in die Vernichtung zieht.

Chrysothemis aber will fort. Fort aus diesem Kreislauf des Verderbens. Fort aus den vergeblichen Hoffnungen. Fort aus einem erzwungenen Schicksal. So groß und mächtig es auch immer in den Mythenbüchern prangen mag. Fort, um frei zu sein. Für eine einfache, hingebungsvolle, gebärende, mütterlich-nährende Existenz. „Ich will heraus! Ich will nicht jede Nacht bis an den Tod hier schlafen!“ – Das ist keine Metapher. Das ist ein Begehren gegen die semantische Erstickung. Gegen das Schweigen als Todesform.

Sie ist die, die sich willig den gebärenden Frauen anschließt, die den Eimer aus dem Brunnen zieht. Jedoch: was sie hervorholt, sind immer und immer wieder nur Bilder in einem Zerrspiegel. Unerfüllte oder zerstörte Körper. Zerbrochene Zeit.

Elektra nennt sie „armes Geschöpf“. Das ist kein Spott. Das ist das Urteil der Radikalen über Jene, die sich nichts weiter als eine schlichte, unbedeutende, friedliche Existenz herbeisehnt, weit weg vom Politischen und Historischen. Chrysothemis will leben, lieben, gebären. Elektra aber hat nur noch einen Totenschatten als Brautkleid.

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Einwurf aus dem poetischen Zwischen

In der Dichtkunst ließe sich nicht sagen: Ich schreibe nicht aus Hoffnung, sondern – wie Elektra – aus einer entgleisten Form der Treue.

In der Dichtkunst muss es immer lauten: Ich will, dass jemand mir den Namen wiedergibt, den ich verloren habe – beim ersten Schrei.

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Es ist mehr als eine Ahnung, was die Tochter von den Träumen der Mutter berichtet. Denn was man über diese Träume weiß, ist über die Jahre zum Echo eines Orakels geworden.

Klytämnestras Traum – der immer gleiche, jede Nacht – ist ein unterbewusst manifestiertes Erwachen, hinein in den Augenblick des Beginns vom Ende – ein Augenblick, der sich unendliche Male wiederholt und durch kein Opfer und keine Medizin getilgt werden kann.

Ja, wenn Mütter träumen, wird es gefährlich. Nicht so sehr vielleicht, weil sie schuldig sind, sondern weil sie tragen und zugleich zerstören. Noch die tote Mutter würgt ihr träumendes Kind. Sie verlässt es nie. Sie hat ihre dauernde Bleibe im Schatten der Worte, der sich durch Schlaf und Wachen schraubt.

Nicht nur Elektra, auch Chrysothemis zeigt uns: mit dieser Mutter – wie mit der Vergangenheit insgesamt – gibt es keine Versöhnung. Es gibt nur: ein Driften, den Spalt, den unheilbaren Unterschied. Und: den unentwegten Aufschrei einer Gefangenen.

Wie endet die Szene? Elektra ist bereit, mit ihrer Mutter „zu reden wie noch nie“. Chrysothemis will es nicht hören. Sie rennt. Sie bricht ab. Um nicht zusammenzubrechen. Sie ist: wie wir.

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Nachruf aus dem lyrischen Riss zwischen Rand und Abgrund

Ich: habe auch nicht mehr zugehört. irgendwann wurden alle Stimmen zu einer: dem Echo, in dem ich hause – schweigend.

IV – Interludium. Eine Klage im Echo von Jahrhunderten

„Eifersüchtig sind / die Toten: und er schickte mir den Hass, / den hohläugigen Hass als Bräutigam. / So bin ich eine Prophetin immerfort gewesen / und habe nichts hervorgebracht aus mir / und meinem Leib als Flüche und Verzweiflung.“

Elektra klagt. Und klagt an. Ihre Wunde: Die väterliche Geschichte. Ihre Worte: die Klinge, die diese Wunde Tag für Tag aufs Neue öffnet. Aus ihrer vernarbten Sprache ruft es: Ich bin keine Stimme. Ich bin das, was nach ihr bleibt. Das, was in den Kelchen der Wunden gerinnt, ein versiegter Gesang, aus der Milch der Toten. Ich sah, wie sie fielen: Antigonae, mit Blut auf den Lippen, und keine Götter, nur Sand in den Augen. Ich sehe mich selbst, Elektra, immer wieder, mit meinem Geier im Leib, und kein Licht, nur das Echo meines Vaters. Ich sehe Medea, mit den Kindern im Arm und der Stadt im Nacken, ein Feuer in den Haaren, das niemals gelöscht wird. Ich sehe Penelope, die stillste, die einzige, die blieb. Die nie vergessen wurde, weil niemand sich an sie erinnerte. Ich bin eine Prophetin, die das Schweigen übersetzt. Mein altes Alphabet besteht aus: Tränenrinnen. Schnürfurchen. Geburtsnarben. Ich bin die, die sich nicht auflehnt, sondern aufzeichnet. Ich schreibe mit abgerissenen Fingern. Ich schreibe in eurem Schlaf. Ich bin die, deren Stimme durch eure Tunnel hallt, wenn ihr nachts allein durch die verwinkelten, flackernden Straßen irrt und denkt: Das ist Freiheit. Ich bin die Frage, die ihr nie zu stellen wagtet: Was habt ihr mit den Klagenden gemacht? Wo sind sie jetzt? In welchen Psychiatrien, in welchen Ruinensälen, in welchen verwaisten Schulen, in welchen abgestellten Fahrstühlen, in welchen Dokumenten, verschwunden im Staub der Archive oder längst verschimmelt von den letzten Wasserschäden? Ich bin die, die den Wind kennt, der durch die eingestürzten Häuser pfeift. Ich bin das, was von den Liedern blieb, wenn die Stimmen gingen. Ich bin eine Prophetin. Aber ich habe keine Zukunft. Doch ich erinnere euch an das, was ihr längst vergessen habt: eure Mütter. Und das Blut, das in ihren Gedichten schwieg.

V – Klytämnestra: die Frage. Elektra: die Antwort.

Die Wahrheit. Die Bühne. Der traurige Winkel. Oder: Befragung einer Befragten.

ELEKTRA

Sie haben mich oft gefragt, warum ich nicht einfach verzeihe. Und ich wollte antworten: weil meine Mutter ein scharlachrotes Gewand trägt, geschmückt mit ringen aus Zynismus und einem Stab aus Schuld. Aber ich habe nur geschwiegen. So wie sie es wollte. Und dann, vielleicht: geschrie[b]en.

EINE DRAMATURGIN

Diese Szene ist eine Umkehrung der Beichte. Nicht die Tochter bekennt sich – sondern die Mutter wird zur Angeklagten im eigenen Haus, ohne Tribunal, ohne Gesetz. Nur: durch die Sprache des Schmerzes. Elektras Sprache ist das Beil. Und die Rhetorik des Rituals bricht durch jede Grammatik hindurch.

ELEKTRA

Ich wollte keine Sprache. Ich wollte einen Ort. Aber es gab nur Gänge. Und diese Gänge führten immer wieder zu ihr zurück. Sie: mit ihren schlaflosen Augen, mit dem Alb in den Rippen, mit der Fackel, die den Schatten nährt. Sag mir, Bruder: wie oft muss ein Körper schlafen, um nicht mehr von seiner Mutter zu träumen?

EINE DRAMATURGIN

Die Körper dieser Szene sind erschöpft von Bedeutung. Das Opfer-Tier, das Elektra nennt, ist kein Symbol. Es ist Körperrealität in der Sprache der Liturgie. Ein Weib, erkannt vom Manne. Ein Körper, der wusste. Und der geopfert werden soll, weil seine Erinnerung nicht schweigt.

ELEKTRA

Ich trage sie noch. Ihre Träume. Nicht die mit den Dämonen und Schnäbeln. Die anderen. Die leeren. Die wie eine flache Hand auf meinem Gesicht liegen. Nachts. Wenn alle Betten warm sind. Und nach Vergebung duften.

EINE DRAMATURGIN

Wir müssen diese Szene nicht deuten. Wir müssen sie halten lernen. Wie eine schwere Schale. Wie ein Gefäß, das überläuft – mit dem nicht verarbeiteten Mythos der westlichen Mütter.

Und Elektra? Sie ist nicht die Rächende. Sie ist die, deren Herz noch weiß, was fehlt. Ein Bruder, der einmal kommen soll. Ein Vater, der nicht mehr starrt. Ein Körper, der nicht mehr lügt.

VI – Mutter. Durst. Blut. Das die Träume nicht stillt

Sie hat ihn empfangen. In ihrem Leib. Das Tier. Das schlingt und nährt. Sie hat ihn empfangen und nicht wieder losgelassen. Sie hat das Messer nicht geworfen, Sie hat es in der Hand behalten. Hat es an der Milch vorbeigeführt, an der weichen Brust vorbei, in das Herz, das ihr nicht gehorchte. Sie hat nicht vergessen. Keine Mutter vergisst. Sie erinnern mit dem Körper. Mit dem Schatten. Mit dem Schlaf. Sie gebären nur einmal. Und dann verzehren sie. Sagt nicht: Klytämnestra ist ein Mythos. Sagt: sie ist ein Protokoll. Sagt: sie ist das Organigramm des Schuldgedächtnisses. Sagt: jede Tochter trägt das Geräusch des unbezahlten Schreis. Sagt: jede Nacht ist eine Waage. Auf der einen Schale: das Schweigen. Auf der anderen: das Messer. Sagt: sie träumt. Sagt nicht: sie hat geträumt. Sagt: sie träumt noch immer.

VII – Ein Kopf. Heutig. Eine Szene. Ganz nah. Ohne großes Orchester. Einsame Mundharmonika. Die Bühne: ein Holzverschlag im Hinterhof. Filmset. Netflix hat bestellt: einen Achtteiler – historische Familien-Dramedy – für die Zeit zwischen den Jahren.

ELEKTRA (kauernd beim Urnenträger)

Was trägst du da? Ist das die Urne? Ist das – Was du da in der Hand hältst? Das?

URNENTRÄGER (OREST, noch nicht von ihr erkannt)

Ja. Ein Freund von ihm gab mir das Gefäß.

ELEKTRA

Nicht öffnen! Lass es geschlossen. Lass mich es nicht sehen. Nicht wissen, nicht wissen. (Stille. Dann mit bebender Stimme) So klein ist er nun. So klein. Mein Bruder. In meiner Hand. (sie wiegt die Urne wie ein schlafendes Kind) Das ist alles? Er – war – so – schön. (Pause. Wie in ein fremdes Leben sprechend) Ich hatte ihm das Haar geflochten. Wir waren Kinder. Er war König. Er war mein Bruder. Er war ein Satz in meinem Blut. Und jetzt ist er: ein Gefäß.

FLÜSTERER IM AUDITORIUM

Sie erkennt ihn nicht. Die List ist vollkommen. Die Stimme – verstellt, das Haar – fremd. Und doch – Der Tod ist glaubhafter als die Heimkehr.

ECHO DER SITZNACHBARIN

Ja. Denn die Trauer hat bereits Besitz ergriffen. Sie wohnt in ihr. Sie hat sich eingerichtet. Ein Wiedersehen wäre: Verlustverlust. Ein Abschied vom Abschied.

ELEKTRA

Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr klagen. Ich kann nicht mehr hassen. Ich bin – leergebrannt. (sie starrt den Urnenträger an) Wie hieß dein Freund?

URNENTRÄGER

Er hieß – Orest.

ELEKTRA (verstummt. Dann sehr leise)

Du lügst… (eine Weile darauf: plötzlicher Aufschrei) Du lügst! Du kannst so nicht heißen! Er ist tot! (sie tritt zurück, fast stürzt sie) Sag – Sag noch einmal – wie du heißt.

OREST

Ich heiße – Orest. (Schweigen. Dann, ein Laut aus einer anderen Welt)

ELEKTRA

Mein Bruder! (sie stürzt auf ihn zu, will ihn umfassen, bleibt aber wie gebannt stehen) Du – bist es. Du – bist es! (leise, wie in Trance) Ich sehe dich – Ich sehe dich. O mein Gott, ich sehe dich.

FLÜSTERER IM AUDITORIUM

Und alles Dunkel hat einen Riss.

ECHO DER SITZNACHBARIN

Hier beginnt die Umkehr der Zeit.

VIII – Auswertung. Erkenntnis. Bei einem Blanc de Noir. In den zwei Tränen fielen.

Wir treten nun in die absolute Zone. Nicht: Wiedersehen. Nicht: Versöhnung. Sondern: das kurze, überirdisch helle Aufreißen einer Zeitfalte. Orest kehrt zurück. Aber er nennt sich nicht. Er steht da – als Urnenträger. Die Schwester erkennt ihn nicht. Das ist das grausamste aller Missverständnisse: der lebendige Bruder – gehalten für Asche.

In Elektras Händen: das Gefäß. In ihrer Stimme: das Nichts. „So klein ist er nun.“ Diese Zeile ist nicht nur Klage. Sie ist Anthropologie. Die Reduktion des Menschen auf das, was bleibt, wenn nichts mehr bleibt. In der Musik: ein abwärts sinkendes Motiv – eine Linie, die sich auflöst in Staub.

Und doch: sie ahnt es. Sie schreit nicht. Sie fragt. Die Sprache beginnt zu zittern. Die Wirklichkeit wankt. Denn der Schmerz ist größer als die Hoffnung. Größer als jede Vorstellung. Das Erkennen ist ein körperlicher Schock. Nicht durch Wissen – sondern durch Stimme.

Strauss komponiert hier keine Wendung – sondern eine Offenbarung. „Orest! Orest! Orest!“ – ein göttlicher Akkord. Kaum mehr Gesang – viel eher ein leises Fallenlassen des letzten Atems aus der fast verstummten Stimme.

Doch Elektra fällt nicht. Sie steht. Wie eine Statue, der das Herz schlägt.

„O lass deine Augen / mich sehn! Traumbild, mir geschenktes / Traumbild, schöner als alle Träume. / Hehres, unbegreifliches, erhabenes Gesicht, / o bleib bei mir! Lös nicht / in Luft dich auf, vergeh mir nicht, vergeh mir nicht, / es sei denn, das ich jetzt gleich / sterben muss und du dich anzeigst / und mich holen kommst: dann sterb ich / seliger als ich gelebt.“

Worte, größer als jedes Epos. Größer als alle Rache. Hier ist keine Heldin mehr – nur ein Mensch, der zurückgeschenkt wurde.

Und wir – wir, die Zuschauer, Hörer, Leser – werden Zeugen eines Moments, der in der antiken Welt als Anagnorisis bekannt war: das plötzliche Wiedererkennen. Aber hier ist es kein Moment des Wissens. Es ist ein Moment des Durchglühtwerdens. Der Mythos schlägt ins Innere.

Man wünschte: es bliebe so. Nur das Wiedersehen. Kein Danach. Doch das Danach ist schon da. Im Hintergrund hebt sich das Motiv der Erinnyen. Die Toten wollen Gerechtigkeit. Nicht Liebe.

IX – Mythos. Ein Zwang. Rache. Ein Fluch. Gedächtnis: das nutzlose Beil. Gerechtigkeit: die kalte Entsorgung des Rechts. Und der Erinnerung.

Es ist geschehen. Kein Bühnenblut. Kein Pathos. Nur: ein Schrei. Und das Echo einer Welt, die sich selbst getötet hat.

Klytämnestra stirbt, wie sie lebte: in einem Albtraum aus Symbolen. Sie sieht ihn – den Sohn – wie er in ihren Träumen jede Nacht herabstieg. Aber diesmal ist er Fleisch. Fleisch mit einem Beil.

Und Elektra? Sie ruft es: „Triff noch einmal!“ Kein Zögern. Kein Zartgefühl. Nur die brutale Vollstreckung. Die Stimme – eine Axt. Der zornige Ruf nach Gerechtigkeit. Kein Ariadnefaden, sondern eine Guillotine aus Vokal und Atem.

Dann: Aegisth. Ein Schatten von Männlichkeit. Selbstverliebt. Parfümiert. Verbeamtet in seiner eigenen Machtphantasie. Er tritt auf wie ein König. Aber der Hof ist leer. Die Mägde fliehen. Die Frauen verstecken sich. Nur Elektra bleibt – mit der Fackel. Das Licht der Wahrheit – gereicht in der Hand des Hasses.

Sein Auftreten: pathetisch. Er will Meldung. Nachricht. Kontrolle. Doch das Haus hat sich gegen ihn verschworen. Es ist: ein Grab.

Elektra spielt mit ihm. Wie eine Katze mit der Maus. Sie umkreist ihn, sie beleuchtet ihm die Stufen – die Treppe ins Verderben.

Er geht hinein. Die Tür schließt sich. Stille. Dann: ein Kreischen. Sein Gesicht am Fenster – wie eine aufgespießte Karikatur. „Helft!“ Doch niemand hilft.

Elektra braucht nur einen Satz, der wie das Messer selbst ist, das Aegisth richtet: „Agamemnon hört dich.“ Endlich. Der Vater hört. Nicht mehr tot. Nicht mehr stumm. Ein Echo, das das Urteil spricht und vollstreckt.

X – Schweigen. Und Tanzen

Elektra steht auf. Ein letztes Mal. Nach allem. Nach Blut. Nach Fluch. Nach Erfüllung. Nach Orest. Nach dem Schrei. Nach der göttlichen Justiz. Sie erhebt sich – nicht, um zu sprechen. Sondern um zu tanzen.

Es ist kein Tanz. Es ist eine Entladung. Ein Beben. Eine Geburt: eine zweite, eine tödliche Geburt aus sich selbst heraus. Sie tanzt nicht für die Welt. Sie tanzt sich selbst aus dem Leib.

Und Chrysothemis? Die Schwester der Hoffnung? Sie ruft, und der Chor antwortet: „Komm!“ „Er lebt!“ „Orest!“ – ein Wort, das wie eine Glocke durch das Haus zieht, durch die Hallen, durch die Blutlachen. Ein Wort wie eine Salbung.

Doch Elektra hört davon nichts mehr. Denn alles, was da klingt, kommt aus ihr selbst. Sie ist nun Klangkörper. Weltresonanz. Sie ist Trommel, Tremor, Triptychon. Der Tanz ist kein Ausdruck – er ist das letzte Organ. Der Körper zuckt. Wie besessen. Wie eine Mänade ohne Dionysos. Ein ganzes Geschlecht tanzt sich hier aus dem Grab.

Was bleibt? Ein Sturz. Ein leiser Tod. Kein Aufschrei mehr. Nur: ein dumpfer Klang. Der Klang, wenn Geschichte sich schließt. Während Chrysothemis ruft. Sie hämmert die Rufe an die Palastpforte. „Orest! Orest!“ Aber der kommt nicht. Oder ist längst da. Oder ist längst gegangen. Wir wissen es nicht. Wir hören nur: Stille. Die Pforte bleibt verschlossen.

Was ist das Klopfen an der Palastpforte? Es ist der Versuch, eine Ordnung zu rufen, wo nur noch Leere ist. Eine Liebe zu evozieren, wo nur noch Schuld steht.

Das Stück verlässt uns nicht. Es schließt sich nicht. Es lässt uns offen. Zerschlagen. Bewegt. Hingerichtet. Und so gehen wir heim. Nicht mit Trost. Sondern mit einem Wort: Schweigen.

XI – Nachhall. Der Flüsternde. Auf dem Heimweg

Du gehst nun heim. An den Tisch. An den Herd. Zu Wein. Zu Wasser. Zu Kindern. Zu Schatten. Aber etwas geht nicht mit. Etwas bleibt auf den Stufen zurück, wo der Schrei fiel wie ein Vorhang. Du wirst das Licht löschen. Doch der Raum bleibt erhellt von etwas, was keinen Namen mehr trägt. Siehst du es nicht? In deiner Kaffeetasse spiegelt sich ihr Gesicht. Nicht das der Mörderin. Nicht das der Tochter. Nicht das der Überlebenden. Sondern: das Gesicht der Frage, die keine Antwort braucht. Hörst du es nicht? Wenn die Leitung summt zwischen zwei Räumen, zwischen gestern und heute, zwischen Schlaf und Schrei – dann ist es sie, die Prophetin deiner Träume, die dich anruft, nicht um zu retten, sondern um zu erinnern, dass du nicht vergessen darfst. Sie sagt: das Glück ist eine Flamme, die Leichen braucht. Das Recht ist ein Tanz, der sich selber richtet. Und Liebe – Liebe ist ein Messer mit einem Kuss als Griff. Also geh. Geh heim. Aber lausche. Auf den Boden deiner Zimmer. Unter den Fliesen klagt eine alte Stimme weiter. Und weiter. Und weiter.

gegen die ufer. angeschwemmt

[maske: iocaste | wartend. auf das. was nicht gewusst werden darf]

die träume kommen jetzt von ganz allein. sie setzten ein nach der abreise. du hast begonnen sie aufzuschreiben. das waren deine ersten schritte. zu führen das leben eines anderen. ein leben, in dem du nicht vergessen sein würdest. durch das du dich auf die suche begabst. nach dir selbst. bis du das sichere gefühl gewonnen hättest, dass es jemanden gibt, der sich all deiner träume annahm. du würdest dann nicht mehr gänzlich ermüdet sein müssen, um weiterträumen zu können. weil du durch sie zum wanderer würdest. ziehend durch alle verwandlungen.

aber. als daheimgebliebener. warst du dir nie gewiss, ob du auf der richtigen seite der höheren geschicke stündest. dort. wo die irrenden enden. da. im frieden der seele. doch du hast ja an dir selbst erfahren müssen, dass die urteile nicht stehen bei der gerechtigkeit. und deine allzu leise stimme wurde zerkaut von den nimmersatten einer nachwelt, die dem vergangenen nicht vergibt. weil sie die lebendige gegenwart ihrer vergangenheit zu übersehen neigen.

es ist nicht der schlaf, der dich rettet. sondern das protokoll, das du schreibst. im schlaf. dort aber steht dein name nicht. sondern der flackernde schatten deiner schuld. wie lichtstreifen auf einem gesicht, das nie zu dir sprach.

vielleicht. dachtest du. wird eines morgens. kurz vor dem erwachen. jemand in einem der träume wohnen bleiben. als wäre er der zurückgekehrte. der sein ganzes leben die last eines wunsches hat wachsen spüren. der schlichteste und der schwerste aller wünsche: jemandes erinnerung zu sein.

unter. welten | unter.halb | des ge[h]wollten | halb.heit | in voll.zeit | des ge[h]wohnten | wohnung. des gewellten | des gewählten

[zyklus: o/h/r.fois | off.line | sprechende reste. im gehen]

heute: kein mythos verfügbar

zu-gabe (weil sonntag ist): fusznoten der unrettbarkeit

heute. hoffnung [s] los. soll ich erzählen? warte! ich gehe rasch um die ecke und hole mir ein fremdes gedächtnis. ich. der schreibende. der sagende. der nichts zu sagen hat. der parasit. mit dem saugrüssel am schrumpfenden hirn der dritten norn. ich klemme mir die abgelegten stimmen zwischen die lippen. und warte. auf ein dumpfes gehör. morgen. mag ein klang ertönen. wie aus einem papiernen trichter. eine ko[s]mische weganweisung. verschlüsselt. verquast. verwest.

denn heute. die ketten. denn heute. der schall. der irrsinnige überschall. der jede reglosigkeit durchschlägt. es gibt zahlreiche sprüche. aber nur wenige widersprüche. die große verwegenheit. der kleinen gärten.

heute. raucht ja niemand mehr kette. und wenn. geht er dafür auf den balkon. ich habe es mir abgewöhnt. vor langer zeit schon. nahm mir deutlich jüngere partner. als motivation. mehr zu tun: für meine gesundheit. für eine wahrscheinlichkeit längeren lebens.

es ist heute. er macht jetzt sit-ups. nach dem ersten kaffee. während ich bei den kissen bleibe. und träume auswringe. wir sehen uns zum späten frühstück wieder.

es ist heute. ein freier tag. ein feiertag. ohne einladungen. ohne feste. der zeitwert. der taktwert. erst atmen. dann singen. gleichmäßiges, kontrolliertes schreiten. wege wie ausgerollte yogamatten. in der zeile sind die ziele. und die wanderung selbst ist schon ankunft. das muss man sich drei mal stündlich sagen. aber draußen bleibt die feier ohne feuer. freizeit. die der erholung dient. der suche nach freiheit in den zwecken. es darf aber nicht gefragt werden. denn das führt zu unangenehmen, unangemessenen erwartungen. zugleich ist es aber nicht das fehlen des mythos. nein. sondern das fehlen des erinnerns. weshalb sich nichts ereignet. nicht erzählt wird. auch nicht von mir. ein mangel an gedanken. nicht an worten. augen. goggled up. im außen. yeux glauques. der glupsch. im datenspinat.


fusznoten der unrettbarkeit

Feiertag (lat. dies festus, feriatum): Ein von der Linearität befreiter Zeitabschnitt, der sich durch eine paradoxe Konfiguration von Handlungserwartung und Handlungsverweigerung auszeichnet. Ursprünglich als sakrales Intervall definiert, hat sich der Feiertag im Spätkapitalismus zum ephemeren Wellnesskorridor transformiert – durchzogen von achtsamer Selbstvergessenheit und digitalem Zerstreuungssog.

Kette (altgriech. ἀλύσις): Eine metaphorisch überladene Objektform, die sowohl als Symbol der Bindung (vgl. Prometheus) als auch der Sucht (vgl. Nikotinrituale) fungiert. Ihr temporaler Nachklang in der Redewendung „Kette rauchen“ verweist auf eine vormoderne Rhythmisierung von Konsum und Tod.

Erinnern (Sanskrit स्मृति): semiotisch fragiler Akt der (Re-)Konstruktion. In prä-mnemotechnischen Kulturen oral verfasst, später in Schrift, nunmehr algorithmisch delegiert. Erinnern im poetischen Sinne ist stets ein Verfahren des semiotischen Exzesses: mehr Andeutung als Aussage, mehr Verlust als Besitz. Seine Abwesenheit – wie hier textlich problematisiert – ist nicht tragisch, sondern strukturell.

Hinweis (isländisch vísbending): Die dritte Norn ist in diesem Zusammenhang als symbolische Instanz postlinearer Geschichtslosigkeit zu lesen. Ihr „schrumpfendes Hirn“ – eine kritische Metapher für das temporale Vakuum des 21. Jahrhunderts. Sie denkt nicht mehr. Sie streamt.

gegen die ufer. angeschwemmt

[zyklus: ohr.fois | off.line | sprechende reste. im gehen]

jäh. landet an. die vergangenheit. drängt sich auf. wie ein bettelndes kind. das man sich schwer von der schürze schütteln kann. das man nicht so einfach wieder fortschickt. mit ein paar groschen. oder einer wolke zuckerwatte. mit dem es sich hübsch die zähne verklebt. dass einmal ruhe herrscht im karton.

aber es hilft auch nicht zu schreien: jetzt nicht! oder gar der vergangenheit selbst, wenn sie sich vor einem aufbäumt wie ein lichtfressendes ungetüm mit metzgerpranken, ins gesicht sagen zu wollen: ich bedaure, aber ich habe jetzt keine zeit für dich. sie weiß eben genau, was abgeht. bevor es losgegangen ist. und sich noch gänzlich unwissend dem erst noch kommenden entgegnet.

also schreitet nur jener in die zukunft, der sich im vorwärts auch drehen und zurückbewegen kann. als ob sich jeder jetzige schritt nur auf dem spiegel eines früheren ereignete.

und dennoch: schon hier und heute sind wir nicht mehr in der geschichte. nicht mehr: in der zählung der jahre. sondern bereits in der erzählung des zeitenthobenen. im ersten kapitel (oder mindestens vorwort) eines mythos. der für uns erfunden wurde. damit wir ihn suchen und wiederfinden. und neu sagen. fast so: als seien wir selbst die helden. und liehen unsere seelen für eine kleine weile dem großen schicksal.

warum dürfen wir dies so unverfroren behaupten? weil es unsere augen sind, die sehen. unsere herzen, die schlagen. so stehen wir auf dieser bühne. damit sie euch welt sei. welt, die sich noch in der kleinsten innentasche des gedächtnisses mit nach hause nehmen lässt. wir heben die masken der mythoi auf, damit ihr die euren fallen lassen könnt…