
lustig hüpfen aus gelben blüten
die froschgesichtigen
lästig ist mir ihr lächeln
Lyrik|Essays|Kritik

lustig hüpfen aus gelben blüten
die froschgesichtigen
lästig ist mir ihr lächeln

am rande des himmels
der vereisten tränen fragende ufer
der verlorenen blumen umgestoßene körbe
ach. die rissigen hände der verlassenen
ach. so tröstlichen regen auf die kalte erde fallen zu lassen
abschied. ohne abschied
schwer. vom traum. das auge
stein der zeit. der
den brunnen nicht verlassen kann. in den er fiel
schmerz. ohne schmerzen. gewickelt in die wege. die nicht gegangenen
was kommt auf dich zu? verlassener
was nicht mehr kommt
das atmen. das fernste. nahe bei deinem herzen
die zeit. muss getrunken haben. die kühle luft der spätsommernächte
aus den leeren gefäßen deiner verschweigung

ich sehne mich. zu sprechen
von der sprachlos machenden angst
von den bildern. die hinter meinen augen brennen
rote segel ziehen seltsame linien
über den grauen spiegel des wassers
und aus den wolken, in die sie stachen
fallen, wie steine aus licht,
die lose der hoffnung
in die offenen gefäße der erinnerung
tropfen deiner blicke
unserer augenblicke
im trocknenden tau der zeit

wachte auf. mit der ersten amsel
saß vor der offenen zeit
hörte ruf und echo:
wo bist du, wanderer, verlorengegangen
wo ein junges gras die wege säumte
die blinden liefen hin und her
zwischen den schattenlosen weiten
siehst du nicht, um was sie baten
aus den letzten blüten
tropfe frühling bald
schon ist es spät. und
dämm’rung färbt den saum einer hoffnung
leer blieb ein garten
doch nicht vergeblich waren
die gabe des lichtes und das opfer des wassers
einsam. langsam
den schmalen pfad zurück
tiefer. länger
die schatten der kiefern
nicht ließen sich zertreten gedächtnis und schmerz
schweif deines schweigens
stehst am ausgang
am anfang unserer geschichte. immer
nie ist satt die erinnerung
ein gut gefüllter krug steht im regen. unter meinem fenster
warum ich hier sitze:
damit ich mein denken dorthin schicken kann
wo einer die stimme fängt
bevor das echo ansetzt zum sprung
dass ihr letzter ausklang falle. in ein fernes ohr
das ufer wartet
unter dem müden schilf leuchten dir abschied und weiterfahrt
zahllos bleiben gedanken zurück und die schatten des ungesagten
schließe die augen
zu halten die rasch verschwundene spur des bootes auf der wasserweite
tag für tag
zog vorbei. erinnerungslos
bitte für den wartenden. wanderer
dass ihm zurückkehre. ein name
wie nach langem winter die kurze blüte
fiel ins wasser ein stein
wie auf mein herz
der im abend verschwundene schatten
hatte sammeln wollen das licht
des schönen tages. vor dem schweren abschied
aus dem dunkel. ein blick
wie ein windhauch im stillen roggenfeld
wie ein wort ins ohr des schlafenden geflüstert
wie ein schritt voran den uferpfad, die böschung entlang
dem fluss des klaren quells zu folgen
staub. der sich auf deinen schatten legte
darin die gedanken des müden zergingen
mit den gefallenen worten
unter der letzten dämmerung
zu weben den saum der aufgelösten zeit

komme. wie du bist
bleibe. die schattenlose zeit
lass laub flüstern. lass uns schweigen
ruhen die pfade, ruht auch das herz
schaue: zwei wanderer sind wir. durch einen traum

wer warst du. wohin
gelaufen. flug des windes
flügel wie messer
wann willst du sein. unbezwungen. unbegreiflich
gewandert. ohne bewegung. immer vorbei am flachen atmen der erschöpften
späte stunde
was kannst du erwarten
die frage geht. die nacht ist ohne ufer
das bisschen zeit. ist hier
wo jemand atmet. einsam. den staub der fortgesandten
lausche. einer könnte rufen
wache. dein irrendes herz zu finden
mondlicht. im verödeten haus
sagte nicht einer abschied
brach sich der morgen nicht schon im gedanken der träne
die bäche schweigen
so wenig wie die wälder
zaudere ruhig. zu betreten diesen einen augenblick
da schien es, als grüßten sich alle wanderer
über die fernsten fernen hinweg
die straße so lange. wie der tag
fremdheit und scham
auf dem welkenden antlitz der zeit
garten des abschieds. hortus memoriae
wer die trauer nicht fürchtet
baute ein haus
betrat es allein
wie die kinder die mit den wünschen beladenen boote
da gehen die gedanken hin und her
und harren der stille vereister meere
zögerndes herz
ewig können warten die wälder
einsam wohnt der ängstliche
ruhlos in unmöglicher hoffnung
klingt in der tiefe ein verschlossenes lied
eng ist das haus
meiner seele. zwiefalt
ist das gesicht ihrer sprache
schweif der vergessenen jahre
über dem saum der vertrauten sehnsucht
traurige augen der mütter
das letzte licht des tages im späten laub
sie hocken stumm am rand der bald verschneiten wege
und weben aus dem staub
die schleier. die sich um ihre stillen wünsche legen
kühl sind die schatten
unter deinen zweigen
und einsam liegen zwischen ihnen
die rastlosen gedanken. schaukelnd. hin und her
unter dem kreisenden himmel
kam ein wind. sehr spät
trug eine klage über das winterfeld
wuchs ein gras über nacht
hielt den duft des lichtes. im ersten tau
saiten zwischen den halmen. hoffnung zu zupfen
wecke die schlafenden nicht
schalte die lichter nicht ein
lasse die siegel auf ihren augen
ruhend. die gefrorene träne
am ufergestein
[krukower psalter | was lernten wir nicht alles über die gerechtigkeit. was lernten wir alles nicht]

die blindheit. das andere. das einsame gesicht. das verzerrte lächeln. das entgeisterte. der stachel. der nicht sticht. die zahllosen gründe. nicht mehr finden zu können den grund. erdrückt von den urteilen. gesprochen. vor der frage. vor der suche. einen rückblick wird es geben. nicht aber einen weg zurück. eine einsicht. möglicherweise. dass das beil zu früh gefallen. lang sind die zeitalter der rechtfertigung. doch ein tag wird sein. an dem das glück sich ausruft. von den erstickten stimmen der engel herab. die lüge wird sich in schönheit verwandelt haben. wenn die ohren überlaufen von der fülle der erzählungen. die ganze landschaft liegt mit allen seelen. verschlungen. vor einem himmelsspiegelnden schlafenden meer. jedem herz erscheint eine gute botschaft. auf ein dunkles wort. fällt regen und licht. einer anderen antwort. nicht als sein widerspruch. doch als ein teil des einen ortes. der zur bleibe wurde. weil es verlassen gab. ein reiches gut. dem geringsten. dem das schicksal zustieß. der verstoßung. der vorhandene. der vorwärts ging. uns voraus. der zuhandene. der die handlung wusste. und nicht scheute. der zureichende zugereiste. in der ewigen wohnung der kurzen verweilung. des langen abschieds. der durch die knospen aller augen schaute. der seine stimme und seinen schatten opferte. für die endlose weite. für die dauernde stille. die angstbefreite.
[krukower psalter | der stein. der ins rollen kam. der sich festbiss. am ufer. wo der bach floss. immer am jetzt entlang. dem dann entgegen. und auf seinem rücken das einst. das immer wachsende]

zumute. wie dem fremden. wenn er nach langer zeit zurückkehrt. in die heimat. die karge landschaft. die sich mit dir verbrüderte.
viel platz in ihr. für die elenden. für das kraut der scham. zwischen den gräbern. der unverwandelten gesichter.
wangen des täglichen brotes. steine am rande versiegender bäche.
[krukower psalter | die blendung. die andere sicht. die gestohlenen augen. die verstohlenen blicke]

gehe jetzt. wenn einmal etwas auf dich zukommen soll. sage abschied. wenn einmal dein name gerufen sein soll.
sei ganz still. doch stille deinen durst jetzt noch nicht. nehme mit auf die reise. wonach dich verlangt. ungeachtet der frage. wohin es dich führen mag.
eine sage wird sein. vom anfang. der fernen ufer. von deinen träumen. aus denen du nicht erwachtest. von allem wahren. das sich nicht ereignet hat.
das echo werden geben. die verrotteten boote. die verwitterten türme. von allem unausgesprochenen.

farbe dieser landschaft farbe dieses lebens trockenes gras auf endlosen ebenen
und wie schön erst die farben der träume so wie der tag enden soll
zwischenzeitlich
müsste er angekommen sein alle steine alle seelen wurden aufgestellt die menschheit heute als eine gemeinschaft der suchenden und morgen als eine gemeinde der wartenden
gestern
wir erinnern uns der gesten salz und sand aus den augen gerieben atem geschickt von einer dämmerung in die vereinzelte hoffnung hinein
etwas
gesichtet etwas wie ein gesicht etwas wie ein seufzer etwas wie vom anfang zu uns hinübergewunken wankend doch wacker im erwachen entlang der linien der küste des horizonts das band an dem wir gezogen gegenwärtlich erwartend die gegenwart die gegenwarte
beharrlich
ohne zu verharren tatenlos unverhandelbares wenn es verwandelt war beweglich zwischen den streifen lichtes auf den sich kreuzenden wegen wer ihn bezeugte zeugte ihn auch wer sich verbarg dem zeigte er sich und wer ihn sagte wuchs in der sage treppauf ohne furcht vor der luft der höhe treppab ohne angst vor der katabasis kuss auf etwas zu für das flügelgeschenk für die stimmgabe[l] adoratio augenblicklich herzblicklich[t] hand und fußblickdich[t]
die zahlenden mit ihren schritten zurück
die zahlen rückwärts auf dem taxameter rückzahlung ausgeschlossen wenn die schlüssel klappern wenn die gedanken rasseln und die worte prasseln wenn das laub raschelt vom rauschenden blut keine erstattung an dieser statt keine verrechnung des unberechenbaren alles unbezahlbare war schon da ist schon fort näher rückt der ablauf allen die ihren rücken nicht abschütteln konnten die nicht kannten die drehung der zum licht wachsenden zweige der in liebe züchtenden und im schmerz ziehenden mutter
doch wo blieb der vater
die kinder erzählen sich abends von den kriegen von den weiten wilden wassern von den vergifteten inseln
[das übliche muss gar nicht übel sein | befragung der restlichen | der übrigen zeugnisse]
wenn der tod
begonnen wenn sich die zeit entfernt hat und in der kalten bleibe deiner gedanken daran was noch hätte sein können was sich da alles versammelt in der kühlkammer der schöpfung und wie glücklich wenn eine wiederkehr in einer fernen trauer
der eine atem
dessen du nicht beraubt sein wirst der lange atem des einen geistes und als ob dich streichelt die graue wange des geduldigen gesteins die leeren flure heiliger haine der heimkehr gläserne fäden aus staub
wohin er blickt
hinaus wie hinein stille wurzel seiner verkündung spätere stufen ganz gleich wohin woher die kundschaft der schweigenden und gänge in die zeit zurück verriegelte nacht der grund dann auf dem du liegen magst und warum das ohr nun befreit von den dunklen fernen klängen schmerzende stimme vom brennenden schweif deiner worte wie frisches wasser im satten boden dort die fragen nicht verkümmern zu lassen nach den pfaden und den pforten die hand der treuen seele nicht abzuschlagen die über die schwelle half über den abgrund reichte
farbe der flügel
farbe dieser einen hoffnung das ziehen der wolken über von hügeln umschlossenen seen klein ist der schmerz unter den floßen der schatten die nordöstlich verschwinden wandernde himmelsinseln wundernde heerscharen der nimmermüden nothelfer:innen freiheit ruft es unter der rinde freilich[t] tönt es im licht wenn es die fenster das laub durchschlug getragen von allen erinnerungen in allen ereignissen eigen[tl]ich[t] das flehende unvergessliche unverlässliche nicht zu verlassen wenn es vergessen in einsamen ecken trage mich weiter ruft es aus der umrandung der verlorenen zeit hängt von den türmen von den stirnen von den gestirnen ein sternenhaar durch das kein gott mehr schicken will seinen sohn und selbst wenn er wüste sagt wenn er wüsste was jener schrie vom baum der erkenntnis hernieder ist im echo erstarrt was er wusste vom sterben der eisige winkel der punkt an dem sich alle verworrenen wege kreuzen der nagel auf den kopf getroffen auf die haut des wassers gestellt um der zeiten fluss ans schwarze brett zu heften damit er ewig erinnert sei warum er verlassen wurde
schäme dich
so nackt in der gegend zu stehen insel und ufer des anfangs farbe des schaums des schnees je nach dämmerung je nachdem wer dann folgte und wann die früchte fielen vom goldenen zweig
to be continued…