jetzt ziehen schon wieder die Schwalben am Ufer stehst du zwischen den Weiden. gebeugt und siehst die Pfade zurück die Spur, die sich dort zeigt der Gräser am Wegrand, der falben und hast einen Blick als winkten dir Freunde zu mit seidenen Fahnen, halben die du durchschnitten bevor sie dir Abschied sagten. und: gute Ruh‘ bevor du mit anderen Schritten heimkehrst. und blätterst in staubigen Alben…
Apódeipnon [Mecklenburg Elegies | Two Week’s Song Book]
Fünf-Waka-Variationen | Five Waka Variations
versäumte Jahre. Stunden. von Mattheit gesäumte. auf Wind. warten die Inseln. die Gärten. auf Regen. und duftend nach Entgangenem. ein jeder Schatten.
Augenblick. einst. reglos im Spalt des Lichtes. und vergessen. fast. Trübsal. und jedes wunde Wort. das ins Dunkel tropft. darin die Zeit verschwindet.
warte nur ab. Ufer der Wiederkehr. sieh dir ins Auge. seh‘. deiner Seele anderen Namen. gestrandet. am Ort des Abschieds.
weit. wie der Tag. Horizonte. ziehende. mit allen Farben ins graue Meer. weil Wolkenhimmel. weil Schrecken. vergessener Blüte im Gras.
erloschen. dann. haltlos in den Entfernungen. doch falls sich öffnet. dein Herz. leuchte. dem Liebsten. der jede Nacht nach seinen Träumen sucht.
years. missed. hours. lined with languor. for wind. waiting. the islands. the gardens. for rain. and scented with what has been lost. every shadow.
moment. once. motionless in the crack of light. and forgotten. almost. gloom. and every sore word. that drips into the darkness. where time disappears.
just wait. shore of return. look yourself in the eye. see. your soul’s other name. stranded. on the site of farewell.
far. as the day. horizons. moving. with all colours into the grey sea. for the cloudy skies. for the horror. of blossom in the grass. forgotten.
extinguished. then. unstoppable in the distances. but if. your. heart. opens. shine. on the beloved. who searches for his dreams. every night.
ruhend | unter dem Regen | ziehend | in anderen Farben | an Sonnentagen || umgänglich | unumgänglich || an Feldern entlang | kreisend | um die nähere kleinere Welt || hält er den Atem an | hält er die Flügel bereit | falls aufkommt ein Wind | falls er aufkommen muss | für ein gesprochenes Wort || oder auf dem Boden | einer fremden Hoffnung
let yourself | fall | unseen || remain behind | your part | the works | wordlessly paid || escaped | the dark | and your hearing | in the heart | of the silence || do not gaze for too long | at your creation | that was allowed to be | only because it had to pass away || lonely hand | toil and exhaustion | because you gave yourself | to the past | that it was not in vain || thus you spoke | so it bear its name | undaunted | in deep and resting fear
lasse dich | fallen | unsichtbar || bleibe zurück | dein Teil | die Werke | wortlos entrichtete || entgangen | dem Finsteren | und dein Gehör | in der Mitte | der Stille || sieh nicht zu lange | auf das Erschaffene | das nur sein durfte | weil es vergehen muss || die einsame Hand | Müh‘ und Erschöpfung | weil du dich hingabst | dem Vergangenen | damit es nicht vergeblich war || so also sprachst du | dass es seinen Namen trage | unverzagt | in tief ruhender Furcht
viel schon geschrieben. noch nicht viel gesagt. ein Leben fügt sich ein. verlassene Wohnung. schlafe jetzt besser. seit dem Anfang des Sterbens. dann wieder furchtlos. fruchtlos dann wieder. fahl und falb. mit dem halben Jahr. das schwer in den kahlen Zweigen hängt.
Wandungen deines Endes. Wendung wohin. nicht so wichtig. mit wem du zu tun hattest. doch was du getan. dünne Haut der Schrift. zu halten das Mögliche. wäre die Reise weitergegangen.
Wanderungen. oft wiederholte. was noch gebraucht wird. vom Hingegebenen. still stehen die Berge da. wie am Rande der Zeit. in den Winkeln der Welt. hinaufzusteigen. von wahren Orten sagen zu können. die Feuer zu sehen. auf den entferntesten Gipfeln. flackernde Schatten. über den ziehenden Wolken.
viel noch zu wünschen. viel schon verloren. setze dich fort. dorthin. einsame Bank im verwitterten Garten. schweigend zu gießen die Setzlinge. die da bleiben sollen. zu nähren die Kommenden. die deinen Namen nicht mehr kennen.
Aufbruch schon bald. und nicht zu vergessen die Brechungen. unter den Wegen. unterwegs. Zunge der Viper. noch durch dein Auge tropfen zu lassen fremde Gedanken. ruhe dich aus vom Vergangenen. mach‘ dich nicht tot. vor dem Tod. falte Servietten fürs Abendmahl. tupfe dir die Bekenntnisse von den trockenen Lippen. Falter auf deinem Mund. deine Seele zu kosen. entfernt zu sein aus den Geräuschen deiner Schritte.
Künder späterer Zeiten. Schatten. je länger. desto kürzer die Jahre. sanfterer Wind in den Wipfeln. klarer der Blick von den Steilufern hinab. bald nun beginnt die Sprache. Wunder über den Wunden. selig. wer sich erinnern kann. was er sagte im Traum.