man muss probieren. nicht aufzuhören. man geht. wohin. erwartet nichts. wartet auf alles. man reißt sich zusammen. bis man sich zerrissen hat. man freut sich nicht zu früh. sondern zur rechten Zeit. die schönere Erde ist ohne bedürfnisse. die schwierigste Welt ist die einfache. jeder hat Platz. niemand verlässt ihn. nichts wird verbessert. alles beobachtet. nichts wird bestaunt. alles bejubelt. was keine Wirkung hat. aber jede Ursache. zahlreich. wie die Einsamen.
man schält die Stimmen aus den Kehlen. wie das Gehäuse aus den Äpfeln.
man ist nichts. um noch etwas werden zu können. man wurde etwas. um den Schmerz zu lernen. der entsteht. wenn etwas verschwindet.
in welchen Engen. unter den Engeln. die haben überall Platz. warten, dass du weitermachst. und aufsteigst. noch einmal zu den höheren Ebenen. weit fort von den verlorenen Ufern. wo nicht mehr zu sehen sind die Mauerreste unter dem Gras. Erinnerung. müdes Gewölk. das sich nicht mehr entladen wird. die Schritte der Entkommenen. durch den Schlaf der Erde. wunschlose Öde. heiliges gläsernes klangloses endloses Feld der Lilien. das Maßvolle des Vergänglichen. um die Ewigkeit nicht zu verschwenden. der magere Traum. der Tau des Gedächtnisses. die taube Zunge des Pilgers. des blinden Gärtners verklebte Augen. weil er nicht sprechen darf über das lange Gehegte.
kein pfad. die seelen schmal. und in der enge voll der leeren worte. die bäche hinab. mit schmerz. von der reibung des wassers am gestein. fern ist der nächste. fern ist der künftige. fort. die schatten der einzigen. der halb mal halben strecke. doch. zwischen den weidenzweigen hängt eine schöne stunde. vergessen. die unvergessliche.
von ferne. der träume klang. der halbwachen. wild singende felsen. haare aus fallendem wasser. das dunkle wissend. das sich im licht nicht erkennen lässt. jedem. der im schatten wohnt.
was aber geschieht? wenn. der tag vorbei. und statt ihrer die harfen aus dem gestein heraus die zeit betreten. wer wirft dann? den ersten atem. in die klanglose weite. unter den sternen. wer will dann noch? schuldlos bleiben. nicht zu stören die ruhe der wüste.
wachsam die säulen zwischen den nächtlichen feuern einsam die seelen unter den brennenden zweigen ein glaube will sie verschleiern ein zweifel will sie bezeugen
mit ganzem herzen. zu jeder hoffnung bereit
[vor anbruch]
nicht mehr lange. die schweigenden äste. bald sitzt wieder die amsel auf dem dach gegenüber. näher dem, der den atem schenkt. für die andere stimme. denn sonst würde der name nicht gesprochen. sollte doch durch zwei leben die erde auf einem kleinen stück von zwei mal zwei schritten beleuchtet sein.
[gebet]
dass die stunden nicht vergehen in finsternis. dass nicht aus staub sind die namen und die zärtlichen worte. in der liebe halt an einem schroffen ufer stehen. alles im wenigen, das übrigbleibt. die ganze zeit in einem augenblick. der seele bergung, wo sie sich erkannt wusste. im grab des tief wurzelnden hauchs.
[begründung]
weil das leben sich wagen muss im vergehen. weil ein noch nicht gelöschtes den nächsten tag erleben soll. fern ist der horizont. schwach ist das auge. nicht einem fliehenden zu folgen. setzt sich ein fuß vor den anderen. werden die boote vom ufer gelöst. weil der raum erst entsteht in der bewegung.
die garben aufgestellt. an den rand der erde. wo die gräber offen stehen. fing nicht das gras den regen des morgens und des abends? dass sich in allem verdorrten eine erinnerung hält. wenn die zeit versickert. auf den kahlen feldern der wünsche.
schwarzerlenblatt. auf reglosem wasser. schatten eines traumes im erstarrten schilf. doch der see wird noch wissen, wann er das gesicht hatte des kahlen winterackers. zur matten zeit des einsamen windes. suchend nach etwas, an das er sich halten kann. in der lautlosen nacht des nordens. fern. der schlaf der stare. ach! heimat. wartendes land.
das graue hinter den fenstern. blind. solange einem nicht schwarz noch weiß wird vor augen. ein schauen, stumm wie das licht. blume, auf weitem grasland. sie ruft den wind herbei. will sich einmal unterbrechen lassen. im anbruch des tages. unter des himmels gleichmut.
[Sonett, 64,28% | reine Hoffnung | Neigung der Waage]
die Szenen des Abschieds sind gut dokumentiert
die Gärten erwarten den Frühling, den Fröhling, der dort spaziert und seine Gedanken an gestern verliert sie warten auf die frisch Verliebten, auf die zärtlich Ungeübten, die auf ihren Schatten liegen, mit Krokuslippen und Augen von Tausendschön, die Sanftes sich flüstern, ohne zu lügen z.B.: wir werden uns morgen wiedersehn
dein blick hängt schlaff über reglosem wasser weidenlaub schlafend über den sternen im see versunken. wie steine
dein blick hängt schaukelnde anker verwaister boote verwester träume gewölle immer deine frage: wer geht mit mir — fort
fern — dein himmel. der schlingengrund der schlangen häute. und netze aus silbernem garn wunder des spiegels, über den jeder zweifler laufen kann wie jeder fromme über die klamm wenn dort sein blick hängt
Knospen. zahllose. leise schaukelnde Zweige über den Gräbern.
endlos. die Ermüdungen. der Tag der weißen Blüte brach an, des Lichtes, das in die Boote fiel. die Zeit rutschte die Dünen hinab. die Schatten wandern nicht mehr.
das Leben [nicht zu] einfach machen nicht zu im Klang von Wind und Regen
am Rand des Steges sitzt das Kind und zählt die Fische und gibt den Sternen Namen wenn es sich schlafen legt
es kennt nicht die Furcht vor dem Staube und sieht sich hissen die Segel einsamer Boote zuzusteuern dem Ferneren der mütterlichen Liebe Fesseln zu entkommen und eines Tages aus den Augen sich den Sand zu waschen nach langer Wanderschaft
heilend nun dem Tode zugewandt wenn mancher Liebe Schmerz durchschritten wenn eines Lebens Hoffnung die gegangnen Wege säumt und wenn es endlich von der Stille in den Wunden, in den Wundern träumt
die Sehnsucht schießt ins Kraut in diesen grauen Tagen. wie Frühlingswiesen. die Luft möchte tauen mit den Kinderstimmen. auf einem schlafenden Meer. das nichts von seiner Tiefe weiß. und der Sand seiner Küsten wie die Stirn, hinter der das Vergessene lauert. darüber Felsen, an denen der Himmel zerbrach.
aus allen Schloten steigt der Irrtum. und mischt sich mit dem Atmen der Engel. die ihre Stimmen wund gesungen haben.
frei. in jedem Augenblick. still. aber nicht klanglos. in der Klarheit der Erinnerungslosen. das schlafende Leben in allen Dingen. ungetrennt vom Traum. ununterbrochen in der Idee des Anfangs. im Glauben, dass alles geschehen kann. auch das Gegenteil.
keine Furcht. keine Helden. keine Opfer. und wenn das Licht sich dreht, geht es weiter in aller Ruhe. am schönen Wasser entlang. und es entsteht eine Lust. hinüberzulaufen. und eine Gewissheit, dass dies gelingen kann. ohne nasse Füße zu bekommen.
der Rand ist die Mitte. so hat sie überall Platz. da ist viel von dem, was etwas sein kann. und viele sind da, die jemanden zu sich rufen. der Tod teilt sich mit. und das Leben breitet sich aus. ein erster Klang fällt durch die Leere der frühen Luft. und will sich nicht aufhalten in seiner Einsamkeit. weitere Klänge werden ihm folgen. und das Nichts in die Farbigkeit der Dämmerungen heben. im Moment des Verhallens. wenn der Zeit nicht mehr zu entkommen ist.
[durch Mark und Bein. die Kälte. Hütte nahe des Flusses. Orte, an denen das neue Jahr erst im Frühling… Wegesränder. wissen um das Verschwundene. was fort ist. was da war. was nicht bleiben konnte. weil sich das Dunkel breitete. auf den Wassern… Farben der Stimmen. zwischen Weiß und Dämmerung. bronzen. Hügel ohne Namen. im Trost des Morgennebels… erwarte nichts, wenn du ans Ufer trittst]
zeig mir ein Schönes das Atmen einer Schneenacht zur Mondzeit. den schlafenden See sing mir ein And’res wenn sich der Klang des Windes verliert
nicht einsam verenden nicht einsam an den Enden haften was warf die Wolke herab nicht die Netze um in die Zeit zurückzuspringen nicht den Staub ferner Träume den sich ein Engel von seinen Flügeln schlug