ich sehne mich. zu sprechen von der sprachlos machenden angst von den bildern. die hinter meinen augen brennen
rote segel ziehen seltsame linien über den grauen spiegel des wassers und aus den wolken, in die sie stachen fallen, wie steine aus licht, die lose der hoffnung in die offenen gefäße der erinnerung
tropfen deiner blicke unserer augenblicke im trocknenden tau der zeit
wachte auf. mit der ersten amsel saß vor der offenen zeit hörte ruf und echo: wo bist du, wanderer, verlorengegangen wo ein junges gras die wege säumte
die blinden liefen hin und her zwischen den schattenlosen weiten siehst du nicht, um was sie baten aus den letzten blüten tropfe frühling bald
schon ist es spät. und dämm’rung färbt den saum einer hoffnung leer blieb ein garten doch nicht vergeblich waren die gabe des lichtes und das opfer des wassers
einsam. langsam den schmalen pfad zurück tiefer. länger die schatten der kiefern nicht ließen sich zertreten gedächtnis und schmerz
schweif deines schweigens stehst am ausgang am anfang unserer geschichte. immer nie ist satt die erinnerung ein gut gefüllter krug steht im regen. unter meinem fenster
warum ich hier sitze: damit ich mein denken dorthin schicken kann wo einer die stimme fängt bevor das echo ansetzt zum sprung dass ihr letzter ausklang falle. in ein fernes ohr
das ufer wartet unter dem müden schilf leuchten dir abschied und weiterfahrt zahllos bleiben gedanken zurück und die schatten des ungesagten schließe die augen zu halten die rasch verschwundene spur des bootes auf der wasserweite
tag für tag zog vorbei. erinnerungslos bitte für den wartenden. wanderer dass ihm zurückkehre. ein name wie nach langem winter die kurze blüte
fiel ins wasser ein stein wie auf mein herz der im abend verschwundene schatten hatte sammeln wollen das licht des schönen tages. vor dem schweren abschied
aus dem dunkel. ein blick wie ein windhauch im stillen roggenfeld wie ein wort ins ohr des schlafenden geflüstert wie ein schritt voran den uferpfad, die böschung entlang dem fluss des klaren quells zu folgen
staub. der sich auf deinen schatten legte darin die gedanken des müden zergingen mit den gefallenen worten unter der letzten dämmerung zu weben den saum der aufgelösten zeit
komme. wie du bist bleibe. die schattenlose zeit lass laub flüstern. lass uns schweigen ruhen die pfade, ruht auch das herz schaue: zwei wanderer sind wir. durch einen traum
wer warst du. wohin gelaufen. flug des windes flügel wie messer wann willst du sein. unbezwungen. unbegreiflich gewandert. ohne bewegung. immer vorbei am flachen atmen der erschöpften
späte stunde was kannst du erwarten die frage geht. die nacht ist ohne ufer das bisschen zeit. ist hier wo jemand atmet. einsam. den staub der fortgesandten
lausche. einer könnte rufen wache. dein irrendes herz zu finden mondlicht. im verödeten haus sagte nicht einer abschied brach sich der morgen nicht schon im gedanken der träne
die bäche schweigen so wenig wie die wälder zaudere ruhig. zu betreten diesen einen augenblick da schien es, als grüßten sich alle wanderer über die fernsten fernen hinweg
die straße so lange. wie der tag fremdheit und scham auf dem welkenden antlitz der zeit garten des abschieds. hortus memoriae wer die trauer nicht fürchtet
baute ein haus betrat es allein wie die kinder die mit den wünschen beladenen boote da gehen die gedanken hin und her und harren der stille vereister meere
zögerndes herz ewig können warten die wälder einsam wohnt der ängstliche ruhlos in unmöglicher hoffnung klingt in der tiefe ein verschlossenes lied
eng ist das haus meiner seele. zwiefalt ist das gesicht ihrer sprache schweif der vergessenen jahre über dem saum der vertrauten sehnsucht
traurige augen der mütter das letzte licht des tages im späten laub sie hocken stumm am rand der bald verschneiten wege und weben aus dem staub die schleier. die sich um ihre stillen wünsche legen
kühl sind die schatten unter deinen zweigen und einsam liegen zwischen ihnen die rastlosen gedanken. schaukelnd. hin und her unter dem kreisenden himmel
kam ein wind. sehr spät trug eine klage über das winterfeld wuchs ein gras über nacht hielt den duft des lichtes. im ersten tau saiten zwischen den halmen. hoffnung zu zupfen
wecke die schlafenden nicht schalte die lichter nicht ein lasse die siegel auf ihren augen ruhend. die gefrorene träne am ufergestein
die ganze landschaft liegt mit allen entlassenen seelen
[krukower psalter | was lernten wir nicht alles über die gerechtigkeit. was lernten wir alles nicht]
die blindheit. das andere. das einsame gesicht. das verzerrte lächeln. das entgeisterte. der stachel. der nicht sticht. die zahllosen gründe. nicht mehr finden zu können den grund. erdrückt von den urteilen. gesprochen. vor der frage. vor der suche. einen rückblick wird es geben. nicht aber einen weg zurück. eine einsicht. möglicherweise. dass das beil zu früh gefallen. lang sind die zeitalter der rechtfertigung. doch ein tag wird sein. an dem das glück sich ausruft. von den erstickten stimmen der engel herab. die lüge wird sich in schönheit verwandelt haben. wenn die ohren überlaufen von der fülle der erzählungen. die ganze landschaft liegt mit allen seelen. verschlungen. vor einem himmelsspiegelnden schlafenden meer. jedem herz erscheint eine gute botschaft. auf ein dunkles wort. fällt regen und licht. einer anderen antwort. nicht als sein widerspruch. doch als ein teil des einen ortes. der zur bleibe wurde. weil es verlassen gab. ein reiches gut. dem geringsten. dem das schicksal zustieß. der verstoßung. der vorhandene. der vorwärts ging. uns voraus. der zuhandene. der die handlung wusste. und nicht scheute. der zureichende zugereiste. in der ewigen wohnung der kurzen verweilung. des langen abschieds. der durch die knospen aller augen schaute. der seine stimme und seinen schatten opferte. für die endlose weite. für die dauernde stille. die angstbefreite.
[krukower psalter | der stein. der ins rollen kam. der sich festbiss. am ufer. wo der bach floss. immer am jetzt entlang. dem dann entgegen. und auf seinem rücken das einst. das immer wachsende]
zumute. wie dem fremden. wenn er nach langer zeit zurückkehrt. in die heimat. die karge landschaft. die sich mit dir verbrüderte.
viel platz in ihr. für die elenden. für das kraut der scham. zwischen den gräbern. der unverwandelten gesichter.
wangen des täglichen brotes. steine am rande versiegender bäche.
[krukower psalter | die blendung. die andere sicht. die gestohlenen augen. die verstohlenen blicke]
gehe jetzt. wenn einmal etwas auf dich zukommen soll. sage abschied. wenn einmal dein name gerufen sein soll.
sei ganz still. doch stille deinen durst jetzt noch nicht. nehme mit auf die reise. wonach dich verlangt. ungeachtet der frage. wohin es dich führen mag.
eine sage wird sein. vom anfang. der fernen ufer. von deinen träumen. aus denen du nicht erwachtest. von allem wahren. das sich nicht ereignet hat.
das echo werden geben. die verrotteten boote. die verwitterten türme. von allem unausgesprochenen.
farbe dieser landschaft farbe dieses lebens trockenes gras auf endlosen ebenen
und wie schön erst die farben der träume so wie der tag enden soll
zwischenzeitlich
müsste er angekommen sein alle steine alle seelen wurden aufgestellt die menschheit heute als eine gemeinschaft der suchenden und morgen als eine gemeinde der wartenden
gestern
wir erinnern uns der gesten salz und sand aus den augen gerieben atem geschickt von einer dämmerung in die vereinzelte hoffnung hinein
etwas
gesichtet etwas wie ein gesicht etwas wie ein seufzer etwas wie vom anfang zu uns hinübergewunken wankend doch wacker im erwachen entlang der linien der küste des horizonts das band an dem wir gezogen gegenwärtlich erwartend die gegenwart die gegenwarte
beharrlich
ohne zu verharren tatenlos unverhandelbares wenn es verwandelt war beweglich zwischen den streifen lichtes auf den sich kreuzenden wegen wer ihn bezeugte zeugte ihn auch wer sich verbarg dem zeigte er sich und wer ihn sagte wuchs in der sage treppauf ohne furcht vor der luft der höhe treppab ohne angst vor der katabasis kuss auf etwas zu für das flügelgeschenk für die stimmgabe[l] adoratio augenblicklich herzblicklich[t] hand und fußblickdich[t]
die zahlenden mit ihren schritten zurück
die zahlen rückwärts auf dem taxameter rückzahlung ausgeschlossen wenn die schlüssel klappern wenn die gedanken rasseln und die worte prasseln wenn das laub raschelt vom rauschenden blut keine erstattung an dieser statt keine verrechnung des unberechenbaren alles unbezahlbare war schon da ist schon fort näher rückt der ablauf allen die ihren rücken nicht abschütteln konnten die nicht kannten die drehung der zum licht wachsenden zweige der in liebe züchtenden und im schmerz ziehenden mutter
doch wo blieb der vater
die kinder erzählen sich abends von den kriegen von den weiten wilden wassern von den vergifteten inseln
[das übliche muss gar nicht übel sein | befragung der restlichen | der übrigen zeugnisse]
wenn der tod
begonnen wenn sich die zeit entfernt hat und in der kalten bleibe deiner gedanken daran was noch hätte sein können was sich da alles versammelt in der kühlkammer der schöpfung und wie glücklich wenn eine wiederkehr in einer fernen trauer
der eine atem
dessen du nicht beraubt sein wirst der lange atem des einen geistes und als ob dich streichelt die graue wange des geduldigen gesteins die leeren flure heiliger haine der heimkehr gläserne fäden aus staub
wohin er blickt
hinaus wie hinein stille wurzel seiner verkündung spätere stufen ganz gleich wohin woher die kundschaft der schweigenden und gänge in die zeit zurück verriegelte nacht der grund dann auf dem du liegen magst und warum das ohr nun befreit von den dunklen fernen klängen schmerzende stimme vom brennenden schweif deiner worte wie frisches wasser im satten boden dort die fragen nicht verkümmern zu lassen nach den pfaden und den pforten die hand der treuen seele nicht abzuschlagen die über die schwelle half über den abgrund reichte
farbe der flügel
farbe dieser einen hoffnung das ziehen der wolken über von hügeln umschlossenen seen klein ist der schmerz unter den floßen der schatten die nordöstlich verschwinden wandernde himmelsinseln wundernde heerscharen der nimmermüden nothelfer:innen freiheit ruft es unter der rinde freilich[t] tönt es im licht wenn es die fenster das laub durchschlug getragen von allen erinnerungen in allen ereignissen eigen[tl]ich[t] das flehende unvergessliche unverlässliche nicht zu verlassen wenn es vergessen in einsamen ecken trage mich weiter ruft es aus der umrandung der verlorenen zeit hängt von den türmen von den stirnen von den gestirnen ein sternenhaar durch das kein gott mehr schicken will seinen sohn und selbst wenn er wüste sagt wenn er wüsste was jener schrie vom baum der erkenntnis hernieder ist im echo erstarrt was er wusste vom sterben der eisige winkel der punkt an dem sich alle verworrenen wege kreuzen der nagel auf den kopf getroffen auf die haut des wassers gestellt um der zeiten fluss ans schwarze brett zu heften damit er ewig erinnert sei warum er verlassen wurde
schäme dich
so nackt in der gegend zu stehen insel und ufer des anfangs farbe des schaums des schnees je nach dämmerung je nachdem wer dann folgte und wann die früchte fielen vom goldenen zweig
die Reise beginnt. immer am nächsten Tag. die Boote schaukeln. wie ungeduldige Kinder auf den Schößen ihrer Mütter. das ganze Leben. ein Anlauf. zum Absprung. im Warten kein besserer Aufenthalt als im Wandern. die Jahre müssen verlassen werden, um einzutreten in die Zeit. die Küsten so lang, so alt wie unsere Hoffnungen. verändern werden die Kommenden die Häuser, in denen wir wohnten. fort werden wir sein. schon vor dem nächsten Frühling. bis dahin: die Wege wie Stufen, von den Schatten kahler Linden und Pappeln gezeichnet.
スタイン
die Ruhe. der Stein. das Entgangene.
mein Herz steht still. das Leben am Rande. hinter der Rinde. in der Bleibe. in der niemand blieb. Gelehrsamkeiten. Empfindsamkeiten. große, verlassene Räume. Betrachtungen. Erinnerungen. weite, leere Landschaften. ein Tag ist verloschen. ein Leben ist ihm gefolgt. ergeben dem, was sich ergab. in wortlosen Blicken. Zuflucht. im tonlosen Sang der Sternenreste. Hauch vor der Schöpfung.
vage ist der Herbst. als Zeit des Jahres. ergraut seine Farben im Verträumten. zierliche Inseln aus Pergament. auf dem entspiegelten Wasser. die Dinge sollen bewegt sein. noch einen Winter hindurch. auf dem brennenden Schweif der Wünsche. rücksichtslos ist die Zeit. ohne Rückspiegel. starrhalsig. ohne Achtung für alles, was in ihr zum Stehen kommen will.
alle hegen Träume. ihre Gedanken sind voll der Inseln und Buchten. ihr Schicksal. ein Schlaf des Winters. ihr Atem lang. selbst an den kurzen Tagen. nah sind die Wälder und Wiesen, die nach Frühling duften. Zauber der Sprache. wenn niemand spricht. und auf den Spuren der Früheren die samtene Haut einsamer Abende. ein Name erinnert sich an die Seele, wenn sie allein an den Ufern stand. sie selbst sah das Kommende auf der anderen Seite der Erinnerung. Schatten des Grases, ins Dunklere weisend. Klänge, fallend, durch das dämmerige Tuch der Trauer.
物語
wenn du wartest. statt zu erwarten. wenn du dich aufmachst. um näher zu sein. der Heimat. der Frage. den Spuren. frei vom Echo einer Antwort.
zu kurz sind die Geschichten. sie gleichen den Augenblicken, die schon verloren sind, wenn man ihrer gewahr wird. jedes Auge ist aber wie ein tiefer Brunnen, verschlossen vom Wasser, quellend am unbekannten Ort. und jedes Schöpfen daraus holt eine neue Sehnsucht ans Licht.
Gott wusste die Wege. doch kannte noch nicht den unsagbaren Schmerz des nie Erfüllbaren. und erst ein Grab konnte ihm zum Schoße werden. zu tilgen die Schmach. und den großen Namen, der schon war vor jeglichem Hauch, menschlich strahlen zu lassen, mit dem sich die Gewichte aus Wasser und Licht, und Licht im Wasser gebrochen, in die Erde senkten. doch schwer lag auf den Schultern das väterliche Gewand, das ihn zur Demut hätte bewegen sollen. also konnte ihn erst der Zwang zum Geringsten erhöhen. und ließ ihn sehen das Geheimste. ruhend unter dem Ergründlichen.
ausgeschnitten. ein stück der zeit. auf die schatten geklebt. der gräser. der fensterkreuze. der schlaf muss vorbereitet sein. in den gefilden der erwartung. zu schließen die wunden der fremdheit. die seele retour gehen zu lassen. vor anbruch des nächsten tages. ein bild vom wolkenzug haftet an den scheidewänden. wie blick in den linken und rechten vorhof. wo kommendes und gehendes sich begegnen. wo ein bleibendes ist unter der wachsenden rinde. atmet da nicht ein erinnern? wenn das unentwegte der wege zur ruhe gekommen. steigendes wasser. sinkendes licht. angstlos ineinander. versteckter sinn. der sinne rätsel. angezündet. wenn ein lang ersehnter regen kommt. die brennenden zungen und federn zu löschen. ach. erst was vom himmel fiel. als der liebe sakramente. jener andere hauch. wenn dir die luft ausgeht. und trocken das fleisch zwischen den rippen. wenn der restliche pfad bergauf. weil jemand rief: ich werde da sein. dann. und dann.