flüsterndes mag noch sein im laub der leergepflückten brombeersträucher ein murmeln noch in den rinnsalen vom hügel die straße hinab weil ein heftiger schauer niederging
aber die stimmen sind wie die goldenen kugeln die in die brunnen fielen wann immer gesprochen wurde von wünschen
[nicht zu vergessen: wie schön das Blau des Himmels unterm Wolkenzug. und: ganz ohne Zeitdruck zu beschreiben ein leeres Blatt Papier. dorthin zu schauen. ist. wie hier anzukommen. als wir noch Kinder. als wir noch hatten Mütter und Väter. denn: dort oben ist es sehr tief. aber: hier unten und dazwischen ist es jetzt. also: der Bereich einer möglichen Sprachlichkeit für den Augenblick. sofern er uns an etwas erinnert. das noch kommen soll]
wildes Gras. letzte Entfaltung im Träumen. ohne Ansprüche an die Wirklichkeit. auch das Lamm ist spät. und in seinem Fell ist die Müdigkeit des frühen Nachmittags. dennoch: die Zeit der Metaphern läuft ab. das Säkulum der Protokolle bricht an. die unverschlüsselten Gedanken täglich und pünktlich abzuliefern. bevor es dämmert. bevor es einem dämmert. und all die verstrickte und verstümmelte Sprache. abzulassen. ohne Ablass. wie den kondensierten Atem aus der Wasserklappe der ewigen Posaune.
…die Landschaft mit den Sterbenden. die Enden des Vergehens dehnen sich. als reiche die Unendlichkeit dem Zeitlichen ihre Hand. dem in seiner Ermattung immer noch zögernden Leben zu helfen. auf die andere Seite. weil hier selbst der letzte Atemzug noch einen Schatten Sehnsucht in sich trägt. im Blick zurück. da. wo er hängenblieb. den Schritten nachzuschauen. die er noch hätte gehen können. zu spüren. wenn er steht. an den Grenzen. Küsten. Ufern. dass sie erinnert sein werden. in ihm. der die Zeit trug durch die Wälder und um die Seen und die stillen Flüsse entlang. denn so dachte er einmal: solange ich gehe durch die nahen Gegenden, aus denen ich wurde und wuchs, werden sie nicht verödet sein und nehmen mich zu sich in die Tiefe ihres Schweigens. da. wo die Seelen weiden.
siehst die Hungrigen. hörst die Sprachlosen. teilst die Einsamkeit. die sich nicht teilen lässt. ihre Blicke werden sich nicht mehr heben über die steinerne Schwere ihrer Füße hinaus.
du bist der Hirte der Schweine. du hast nie vergessen, was sie über die Schweine sagen. und über die Ställe. wende dich einfach um. da war das Ufer seiner baldigen Rückkehr. zehn Jahre lang. darüber der Himmel, der diesem Land seinen verspannten Rücken zeigt. er lässt sich massieren von den Schiffen, die durchfurchen das schwere Wasser, so alt und grau wie dein Haar. in seinen Spiegelungen quellen hervor deine Gedanken an die golden schimmernden Wege, die vom Ende her gegangen werden. du wirst der Rufende sein und der Gerufene. der Fremde, der die Fackel hält um der verlorenen Schatten willen.
aber wenn er die Dünen aufwärts schreitet, hältst du die Küste mit deinen wurzelnden Füßen, dass die Heimat, die er glücklich wiederfand, den Schritten des viel zu lange Geirrten nicht entgleitet und davonläuft wie die Zeit.
wo ist dein grab im sand verlorener schatten aus deinem letzten blick wachsender zweig. ein baum vielleicht in 7 jahren mit flammenden blüten im frühjahr. und bangenden früchten im herbst
wohin drehte sich der wind und schlug das wasser der klage ins gestein und kämmte die samen aus der mürben erde gingst du ihm nicht entgegen? mit einem steten rufen: wehe. hoffnung
ach. das kristall deiner zukunft und der bleibende einschluss des schütteren das gebrochene licht. verwandelt zum schmerz weil die schwelle der zeit überschritten sein muss
was sagtest du noch was [s]ich nicht vergessen sollte – ? –
dass es geben muss: einen vorschein des noch nicht hervorgekommenen die ordnung der unausgesprochenen wünsche ein unverhofftes erbe vielleicht den traum einer larve das ende einer schuld oder die trennung eines gefühls vom ereignis – / –
etwas, das da ist dem man aber nicht näherkommt das wort das man nicht keimfrei bekommt – ! –
weil beim atem der staub ist wie beim blatt das licht und beim stein die stille – . –
apoplex. brotzeit – dionysos. parkbank – brennender dorn zwischen den blinden augen – teiresias. mit stopfen im ohr – mit dem gestopften horn – mit den gläsernen knochen – dem papyrus-geweih – hoffend. dass die taube hand als viper erwacht – dass er sie nimmer wundschreiben muss – im ewigen beschwerdemanagement – dass die prokura erlischt – dass ihn ein frisch rasierter mit nappa-etui unter dem arm – reißt aus der unfehlbarkeit.
[still leben]
nimm doch platz
der hier ist frei der hier will befreit sein
er schreit: streben er flüstert: sterben
er hält das geheimnis zwischen den lehnen er hat es nicht fallen lassen. fell-an:
er ist der weise der auf der wiese steht wie die unbekümmerte einsame ulme
die der zeit geduld lehrte unter deren schirm die raubtiere schlafen
wie verwunschene helden im burnout ohne kraft oder lust
zur nervosität wenn ein ast knackt über ihren häuptern
dies soll leben. hier. in der schlichtheit des aufgangs. eines von ferne zu uns greifenden lichtes. eines solchen, das sich nicht vergessen kann. aus der blüte der erschöpfung tropfender balsam. wort. das aufbricht die sprachlosigkeit. wie den acker der seele. dass er die liebe auch atmen kann. wenn sie sich ausgießt auf dem land der ankunft.