von den gewölben. herab. disteln. auszustopfen die hohlen. landung der flaschen-post. atem der all-beschenkten. von der hoffnung zerdrückt. als ladung sand. lassen wir nachbedenkenden die unbedachte wieder retour gehen. aber: auf glas wächst kein gras. träume und trümmer haben wir über die wogen geschickt. warfen über bord die bilder und bücher. damit wir gestrandete werden durften. wir wollten ankommen. und immer in der ankunft wohnen. weit in die nacht hinein. schob sich unser begehren. die flügel der bleiernen tore. auf unsere steifen rücken zu spannen. doch vom inneren der wände her schlagen die stimmen wie rispen gegen den wind. laubzungen. mit reißzwecken gezähmt. ja. im gedächtnis der nägel. bewahrt sich das ganze wissen. um die lohnenden opfer.
stille. die saat des vergänglichen. ja. wie sich das himmlische verzweigt. aus welchem licht denn sonst? in welches gewebe denn noch, wenn nicht das seelische, das sich einschloss in die schattigen räume der kindheit. eben dort. wo alles ist. uneben. unsichtbar. die erde. die verwandlungen. pfade. und übergänge. frühlinge. und vertrauter tod. eben dort. wo jedem ding, das einmal war, das einmal sein durfte, eine hand wächst, die sich ausstreckt nach dem traum, der dich hat hochschrecken lassen. aus dem viel zu langen schlaf.
alles ist entschieden. alles ist anders. jeden tag. verwachsen mit den steinen am wegrand. alles. was wuchs. glücklich. vielleicht. wo die zeit versank. wo der atem versagte. als ein wunsch ausgesprochen sein wollte.
dort. wird nichts mehr hasten. nichts mehr haften. wo klarstes wasser über die schatten gleitet. und das einmal beschriebene papier zurückkehrt in die leere seiner hoffnung. also. gerade so. als ob eine blüte zog ins haus der knospe.
auf. seele. spanne des himmels. über den kümmernissen. mut eines schrittes. auf geduldigem weg. stunde des nachhalls. des überwundenen. aufgang. und morgen. an dem der schlaf beginnt. klarheit. eines dahin. niedergelegt. am jetzt noch unbekannten ort. nach langem schlummer. weiter noch. unterwegs. unter den wegen. am rand. in einer ecke. wo ein früherer wunsch. einen schatten wirft.
nach. und nach. lautlos. voller liebe. verriegelte zimmer. aufgebrochene wintererde. wartende. abermals. drohende zeit. verlorene spuren. je weiter fort. im frost erwachend. in die schatten gewickelt. die unvollkommenen schleier. straßen. wie fugen. zwischen den ewigkeiten. die enge. mit sich allein. träne. und klangloser schrei. perlender regen. die schläfe hinab. die wange der schlafenden. durch deren traum die töne irren. die schritte. je weiter fort. zwischen den wänden. echos. hin und her. aug-gestein. voller liebe. kalt. im kurzen atmen. je weiter fort. nahend dem kaum mehr hoffenden. je weiter fort. je weiter…
in welchen Engen. unter den Engeln. die haben überall Platz. warten, dass du weitermachst. und aufsteigst. noch einmal zu den höheren Ebenen. weit fort von den verlorenen Ufern. wo nicht mehr zu sehen sind die Mauerreste unter dem Gras. Erinnerung. müdes Gewölk. das sich nicht mehr entladen wird. die Schritte der Entkommenen. durch den Schlaf der Erde. wunschlose Öde. heiliges gläsernes klangloses endloses Feld der Lilien. das Maßvolle des Vergänglichen. um die Ewigkeit nicht zu verschwenden. der magere Traum. der Tau des Gedächtnisses. die taube Zunge des Pilgers. des blinden Gärtners verklebte Augen. weil er nicht sprechen darf über das lange Gehegte.
Stimmen. die sich entfernen. Wort. das den Sprechenden sucht. letzte Geburt. vor Anbruch des Tages. ein unruhiger Gott. im Haus seiner tausendheiligen Stille. rufe. wenn du noch bleiben willst. im Tiefen. die hohe Zeit. die drängende Bleibe. zu beschließen das Leben. liebend.
unerschöpflich. das Vergehende. Schmerz des Lassens. wer etwas hervorgebracht. wer zurückbleiben muss. einsam. erschöpft. Atem. der Seele Freude und Klage. Klang ihres wehenden Wehs. zwischen Bewohntem und Unbewohntem. ein Riss. wie ein Steg. über die Moore. die Meere.
ihre Hände. gelöst vom müden Gesicht. ihre Augen. in der gefüllten Schale. Schlag ihres Herzens. nach dem ersten Schrei. und wenn sie es trug. zum Ufer. zum Abgrund.
der Töne Grund die ihrer Lieder ledig von Hoffnung wund geriebene Hände das Glück. vergessenes. weiß dich noch in den entferntesten Winkeln. hört es dich atmen reißt sich die Ängste aus dem Schauen der Nächte
II
[Klage des Christophorus]
was habe ich hier verloren? deine Stimme im Schatten, den ich werfe, flüstert: Tod träumend muss ich gegangen sein an ein Ufer ohne Wiederkehr anders zu schlafen. ohne Sehnsucht keiner soll mir folgen. in die dunkle Behausung wo ich nichts erinnere. als die Idee von Gott. die es einmal gab ich nahm dorthin nichts mit und wo ich zuletzt gewesen sein muss, schleifen die Wellen die Spuren fern ist dort die Rede von einem Morgengrauen wo, wenn es regnet, keiner an Tränen denkt ich liege in der Ermattung der Zeit schmerzlos unter den morschen Armen der Mütter das Laub meiner Lieder fiel in die eisigen Hände ferner Monde und meine Finger sind wie zerstoßenes Gestein darin noch ein Gehör in stumpfer Wachheit für den Wind, der kommen mag doch ist ein Trost in der Stille und die Seele noch sehr jung als sie zum Geschenk wurde zur Gabe inmitten einer umfassenden Verwitterung Trümmer der Webstühle Trümmer der Altäre Trümmer der Wangen der Hände der Füße der Wege der Gedanken nicht mehr wachsen wird das Gras und die Knospen haben verkohlte Augen ein Scheitern der Zeit zurücklassend weder Zorn noch Fragen unvorstellbar werden sein Landschaften und hilfreiche Opfer und wartende Boote fallende Sterne und steigende Nebel nicht einmal das Unvorstellbare das Kinder sich erzählen, nachts, in Zelten, wenn die Schatten der Gespenster zwischen den Ästen der Eichen schaukeln aber immer wird eine Brandung durch das erstarrte Schauen gehen und Felsen stehen darin, wie Säulen, die sich zuwerfen möchten das Echo ihrer Klagen dass ohne Trauer ist die Zeit. ohne Hauch. ohne Klang
III
bist du glücklich?
leicht ist der Körper im Traum etwas bewegt sich klopft ans Fenster oder zieht die Schatten ab vom Boden von den Wänden wie Klebebilder die du drehen sollst um sie als Wolken an den Himmel zu heften
oder gefaltete Boote zwischen die Wellenkämme gelegt oder aufgezogen auf Fäden von Licht und Staub
deine Stimme rieselt in die Spalten zwischen Müdigkeit und Kuss
die Hand greift in den Abgrund ein anderes Reifen und Rufen der Zweige über der Brandung ein engerer Raum wo Land und Meer sich streiten als ob um Licht und Schatten
allein geblieben mit allen Gedanken Sterben und Lieben geopferte Zeit und die Frage wofür
aber sind nicht Gebete wie endlose Flure von denen die ungezählten Zimmer abgehen für Schlaf und Wachen und hinter manchen von ihnen die Gärten und Küsten dorthin hinauszutreten wo Irdisches und Himmlisches sich sehr nahe kommen ein Sprung nur über den gefallenen Stamm der Esche ein Schritt nur von der letzten Stunde des alten Jahres zur ersten des neuen ein Griff nur durch das Glas wie durch Quellwasser in den Händen zu halten diesen kurzen Moment bis es die Augen erfrischt und reinigt von den wirren Träumen
dem Heiligen dort am nahesten wo das gebrochene Licht seine Schmerzen am stärksten empfindet
IV
und nie vergessen konntest du jene die dich verließen die ausstiegen aus ihren Seelen und ihr Schauen verstauben ließen
oben hast du gesessen still in deiner Verzweiflung und blicktest über das Land und legtest sein müdes Gesicht in deine wunden Hände
Hirte Du ohne Flöte und Stab Sänger Du ohne Lyra und Echo
fragend immer und immer wieder warum du dich in die Welt schicktest warum sie nicht überlassen dem Feuer und den Winden
und so einsam bei Nacht hinter den Altären und in allen Zeichen der fließenden Zeit
vor allem aber dem eigenen Geist nicht zu entkommen
V
spät erst habe ich zu leben begonnen
fern ist der Garten der Heimat
seine Vögel höre ich singen und schwatzen täglich nach dem Erwachen
mich überflutet die Welt
ein einsames Boot habe ich mir gebaut und auf einen Hügel geschoben der aus der Brandung ragte
über den Liedern wuchs Gras aus dem Hauch der die Wange der Mutter streifte
mein Finger fast wie ein Halm der das erste Licht das über den Horizont kroch berühren möchte
die Gewitter sind fern und die Ufer ohne Rückkehr
einsame Bäume werfen Schatten
und einzelne Wolken als hielten sie sich fest am Himmel
ein Ort für mich mit etwas Platz für letzte Träume
so gut wie vorbei ist das Leben und früh am Morgen blickt es mich an aus dem Winkel des Unversuchten
zwischen den Gräsern der Stein sieht aus wie Brot
in meinen Händen zerstoßene Muscheln
es fehlt nicht mehr viel dann hat sich verzehrt die Zeit
mir fehlt nicht mehr viel außer die besseren Worte des Geliebten im Ohr