2021.10.25 | 592-SARS-CoV-2
[Tag 251 der Rückkehr]
Steine. Baumstümpfe. Welkes Laub. Entwurzeltes Warten. Augen in der Finsternis. Schlafloses Schauen.
Sie sind noch nicht zurück. Ihr Aufbruch ist lange her. Viel Zeit, die sie auf Wegen verbrachten. Noch mehr aber an den Ufern. Jeder braucht einen Platz.
Sie haben nie darüber gesprochen, wer als Erster aufsteht, wenn es weitergeht. Aber jeder betet zuerst für sich und dann für die anderen.
Sie kannten sich auf ihren Reisen und haben dennoch vergessen, wer neben ihnen sitzt. Sie greifen ins Leere, wenn sie sich berühren wollen. Sie stören einander nicht.
Einer muss immer den Anfang machen und seine Einsamkeit begreifen. Aber er fürchtet sich vor dem nächsten Tag. Er hat Angst davor, bis zum Abend mehr zu wissen. Es ist still um die eigenen Gedanken herum. Das Sagbare wird nicht ausgesprochen. Die Verlassenen altern schneller.
Wählen Sie bitte aus einer unendlichen Zahl von Gedanken. Hin und wieder ist eine Niete möglich. Sprechen Sie nur, wenn es nicht nötig ist. Das Über-Flüssige ist das wirklich Bedeutende. Lassen Sie es nicht aus Ihren Händen gleiten. Den Wünschen wird noch ein Nachschlag serviert. Der muss aber ordentlich sitzen. Geben Sie sich nur dieses eine Mal Mühe. Klatschen Sie drei Mal mit Ihren Händen. Achten Sie dabei darauf, dass Ihnen die Hoffnung nicht wie ein Regen von Ziegeln auf die Zehen fällt.
[…]
hatte einen Brief geschrieben. vergrub ihn unter Erde und Laub. durfte mich waschen. reinigen von meinen Träumen. hatte keinen Kontakt mehr. hörte niemanden atmen. durfte noch eine Jahreszeit weiterleben. klebte die Wände voll mit Landschaften. von Wegen zerklüftete. von wegen ohne Heimkehr…