2021.2.3 | 328-SARS-CoV-2
[Tag 211 der Isolation]
[wenn ich aufwache. mein stiller Platz. und Andrang der Gedanken. und Flucht der Zeit. und ortloses Harren. Tage ohne Morgen und Abend. lebloses Träumen. Bilderstarre. und Augen unter Eis. und haftender Klang. unausgeschwungen. und immer gleiche Brut unter dem eisernen Helm der geschlagenen Glocke. und Fallendes. und Vergehendes. ununterbrochen. ohne Erwartung des Bodens. endlos in der erzwungenen Bewegung. unter dem wachen Gedächtnis der Ruhe. und wie alles wurde. bis dahin]
Ich spüre das Unerträgliche nicht mehr. Das wechselnde Wetter zieht am Fenster vorbei und ist für mich ein immer unverändertes Rauschen. Aber natürlich weiß ich noch, wo die Sonnenstrahlen im Laub hängen wie Girlanden und das Gras sich streckt nach den steigenden Nebeltüchern, den letzten Tau des Jahres einzufangen. Ich habe mich eingeschlossen in das Verlies meiner eigenen Fremdheit, worüber ich mich nicht beklagen möchte, denn es ist wie eine Rückkehr zu den ewigen Ufern der Verlassenheit und des hoffnungslosen Sinnens, unter einer bezwingenden, bedingungslosen Schönheit verronnener Zeit, die ich erkennen und anerkennen kann nach dem Ende des Zorns als die reinste Objektivität des Daseins, von dem ich für eine kurze Frist ein verzichtbarer Teil war. Jetzt sehne ich mich nach nichts mehr, aber ich plane alles, für die restliche Zeit, wenn die Türen aufgestoßen sein werden.