er muss in den Garten gegangen sein

die Stadt ist weit
finster sind die Täler

ich weiß den Weg nicht mehr
nicht mehr woher ich kam

und erst wenn ich mich wieder erinnern kann
sind die Wege vor mir nicht mehr verborgen

ich hatte so Hunger
und aß das Brot ganz
statt Krumen zu streuen

aber ich darf mich nicht umdrehen
solange ich das Kommende nicht träumen kann

[…]

weckt uns bitte nicht
schaltet die Lichter nicht ein
nehmt uns die Siegel nicht von den Augen

[die Frösche erfroren auf den Seerosenblättern. die Füße unter den Pflastersteinen]

es war nur der Wind
kommt
frisch wuchs ein Gras über Nacht
ach
und der Duft von Licht
im Tau
in den Fäden
zwischen den Halmen

und lange nicht mehr die Kinderstimmen
und glückliches Antlitz der Toten

Zum Text

Tove ist stumm

aus meiner Trauer
fällt ein Regen ins endlose Meer

in die rote Erde
sickert ein lautloser Schmerz

in die grauen Fasern der Zeit
webt sich mein starres Schauen

ich schöpfe mein Atmen
aus meiner Einsamkeit

[…]

lautlos bleibt mir die Welt
als fielen alle Klänge aus meinem Haar
wie Wasser des Spätsommerregens

gleich hell und dunkel sind mir die Jahreszeiten
Kirschblüten fallen
Beeren fallen
Laub und Kastanien fallen
[…]
Winter war es
als ich am Fenster stand
und das Zeitliche ahnte
aus dem die Seele zu entrinnen trachtet

Zum Gedicht

Arlette/Rusalka

unentwegt singst du dir deine Seele
aus dem lautlosen Leib
hinter gläsernen Wänden
durch die sie starren mit großen Augen
auf dein einsames Atmen

[…]

hilf mir, meine Liebe zu vergessen. […] aber wirst du den Tag meiner Rückkehr ertragen. viele Stimmen zogen schon an meiner Tür vorbei. werde mich sehr verändert haben. hoffe darauf, dass meine Stimme noch dieselbe ist. und meine Augen noch nicht zu trübe.

wollte dich lieben, bis mir das Herze bricht. aber wovon es voll ist, kann mein Mund nicht sagen. die Flossen wurden mir nicht zur Zunge…

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