der Host hat gehustet. er darf das in Isolation | fahren Sie fort. bevor wir vergesslich werden. unsere Nachsicht vergessen. unsere Absichten verbessern. unsere Ansichten verwässern. bevor sich alles verdreht hat. bevor wir in der RundUmsicht nicht mehr wissen, wohin wir schauen | führen Sie Protokoll. damit wir uns erinnern werden. ja! lutschen Sie jetzt den Drops unseres Gedächtnisses. damit wir vergessen können. wir sind nämlich nicht so versessen wie Sie auf Geschichte. uns reicht das Einmaleins. das macht Eins. uns reichen sogar Stücke davon. die Hälfte der Hälfte der Hälfte. was immer sich spalten lässt. Seele für Seele ein Spaltmaterial. wenn wir an den Kaffeekränzen basteln, die uns zu Kronen werden sollen. die Petits Fours mit geschlagener Sahne aus den ungezählten geschlagenen Stunden, die wir uns um die Ohren geschlagen haben. bis uns übel wurde vom Übel. vom Hagel aus dem CupcakeHimmel erschlagen | Sie wissen nicht, wie das wird. Führen Sie Chronik. das Chronische drückt sich sicherer aus in der Geduld des Papiers. Drücken Sie das aus. Egal wie. Irgendwie. Uns ist das Denken wie zu Akne geworden. Wir wollen es einmal loswerden. das Los. das uns schüttelt. Wir haben es ausgesungen. und die Klänge des Klagens aushungern lassen. jetzt wollen wir uns noch ausweiden lassen. damit wir uns ausweisen können. die Hohlen. die Gestopften. mit unseren Distelaugen. unseren Kaktushänden. here we go round the prickly pear at five o’clock in the morning. […] es wird nicht leicht werden. aber früher war es auch schon einmal schwer | wir graben die Toten aus. sie sollen uns davon erzählen | aber wenn es dann eine zeitlang schwer war, auch wenn wir nicht wissen, wie lang diese Zeit sein wird, muss es ja danach wieder leichter werden | nicht wahr | die Gewichte verschieben sich. sie atmen erst ein und dann wieder aus. ihre Wucht ist ein ewiger Wandel. vom Fels zur Feder. und wieder zurück | doch wir könnten vermutlich zur Seite treten, wenn das Pendel auf uns zurast. wir könnten ihm in die Seite treten, wenn es knapp an uns vorbeischlägt | seine endlose Bewegung hat es schwer werden lassen. wie ein von zu vielen Schritten verklumpter Fuß. also werden wir dort stehen und im richtigen Moment das Steinerne von seinem Antlitz klopfen | wie leicht wird er da ins Bodenlose fallen. wie leicht wird uns da fallen das Bodenlose | aber das jetzt hatte noch keine Vorstellung. nicht einmal eine Probe. auf der Seitenbühne. wer stellt sich denn so etwas vor? wer stellt sich davor? wer hält es auf? hellt es auf? es hätte sich doch freundlicherweise erst einmal vorstellen können. bevor es die Szene betrat. bevor es die Landschaft zertrat | jedenFalls | uns lag kein Antrag vor. das hätte es wissen können. das stand auf den schwarzen Brettern. im Kleingedruckten. die Frist ist um. und abermals… es tut uns nicht leid. aber das war eine Ausschlussfrist. jetzt ist ein Rücktritt ausgeschlossen. jetzt ist das Davor vorbei. jetzt lungert es im Dazwischen […]
das Boot vor den Ufern Barke des Morgens aus dem Nebel gezogen und fast versäumt seine Ankunft kaum fähig zur Freude vor lauter Erschöpfung zu suchen Inseln des Sterbens weil es waren Inseln der Geburt
doch dort war zu kurzer Aufenthalt und auf gefrorenen Boden tropften die Seelen Verlorenes zu erinnern
moon cradle [V]
the boat before the shores barque of the morning pulled out of the fog and almost missed its arrival hardly capable of joy from sheer exhaustion searching for islands of dying because they were islands of birth
but there was too short a stay and on frozen ground the souls dripped to remember things lost
und was der Furcht vor ruhelosen Nächten auch immer Angst machen kann und die Zeit ver-treibt des einsamen Brütens von Eiern in Form von Posthornschnecken aus denen schlüpfen sollen die kleinen Seelchen die keinen Traum erzählen
ganz gleich ob noch nicht oder nicht mehr
sie bedürfen einer Geburt und dem Sturz einer Frucht auf geduldige Erde
sie blieben allein weil es Erkennen gab und der Garten ihres Wachstums noch nicht gewohnt war an Jahreszeiten
ein Ort am Ende wo stummes Leid ist allen Lebens anFang
da ist jetzt niemand mehr da sind die Echos verhallt da hört keiner mehr zu da ist alles verschwunden unter dem Funkeln des Wassers
da ruft einer noch der ins Nichts getreten ist
von oben sah es nur aus wie eine Pfütze
[…]
…hier sind alle zu Kopffüßlern geworden und haben sich den Weg verkürzt vom letzten Gedanken zum ersten Schritt
und obwohl die Zeit hier so viel Platz hätte bleibt ihm nun keine mehr denn sie hat den Raum überfüllt mit Vergangenheit
alles was er war was um ihn herum war drängt sich drängt ihn zusammen wie in einem unendlichen Strohhalm mit dem Christus sein Seligstes aus den verlorenen Träumen zieht
doch | dieser Ort gefällt mir | werde vorerst nicht weiterziehen | werde Wurzeln schlagen | im Bett | im Gebet | im Beet meiner Gewohnheit | … | kündige jetzt diese Entscheidung an | kündige alle weiteren auf | werde darin ganz klar sein | will mich dazu eindeutig bekennen | nein | es gibt kein Vorübergehend oder Vorsichtshalber | das hier ist jetzt alles, was ich noch sein werde, auch wenn ich es noch nicht ganz und gar bin | auch wenn ich noch nicht ganz bin | noch nicht gar | … | hier wurzelt mein Werk | hier ist mein Wurzelwerk | auch wenn es in der Erde ist und unterhalb der schlichten Sichtbarkeit von Sand und Lehm und Grasnarben und Gestein verschwunden scheint | aber wenn noch einer von mir wissen will, wenn ich mich selbst längst vergessen habe, muss er hier gewesen sein, muss hier gestanden oder gesessen, gesucht oder gegraben haben | aber dieser wird ein ganz anderes Wasser auf das Erdreich gießen und wird aus demselben Wurzelwerk ein ganz neues Blattwerk hervorgehen sehen | und so wird mein Werk zu seinem Werk werden | und ganz gleich, was ich einmal gesagt haben mag – die Sage wird nun durch seine Stimme gehen | und so zu seiner eigenen Erzählung
Warte einer verfehlten Jugend für sie, die zu viel über das Mögliche schrieb für ihn, der ihr zu viel versprach
[…]
[heimlich aufgezeichnet als sie beim Leichentrunk saßen starr vor dem Trauerbrot um ihre Reue zu essen]
[…]
irgendwo dort in der Menge verbirgt sich Gott
[…]
der Wald gab uns die Angst als das Erbe der Kindheit
[…]
den Allermeisten von uns spannten sich schaukelnde Pfade aus sprödem Haar geflochten von Dunkel zu Dunkel
und schließlich als wir die Bühne betraten mit Flöten gestopft die schrundigen Fugen der Welt wie zw. den Bohlen morscher Stege dass der einsame Sprung ins Leben noch vor Ablauf der Zeit gelingt
du bist vielleicht berühmt | wenn du tot bist | aber dann musst du dich nicht mehr ausziehen lassen | sie befragen nur nackte Orakel oder versteinerte | aber sie stülpen Wollmützen über die Steine, wenn das Moos nicht schnell genug wächst, denn der Klang der Stille scheppert in ihren Ohren | sie brauchen Worte wie Watte, um sich das Gehör zu verstopfen | sie ziehen einmal die Woche die alten Korken verfilzter Geräusche mit Sand und Schmalz wie Perlen aus den Muscheln, damit es nicht knallt im Trauma, im Traum, wo es ruhig zugehen muss, wo alles lautlos zufällt | die Türen, wenn sie zugegangen sind | die Schritte, ordentlich in Touristen- und Zweierreihen
[…]
ich bin nicht mehr da | ich sitze neben ihnen | aber ich bin nicht mehr unter ihnen | ich saß zuletzt da auf dem Stuhl | man hat ihn in einen anderen Raum geschoben | man hat die Heizung abgestellt und die Lichtschalter zugeklebt und die Tür von außen verriegelt | der Schlüssel klappert im Schloss, wenn einer den Gang entlanggeht nachts | wenn es zügig ist auf den Fluren, pfeift er was, fast wie ein Vöglein | es singt von seinen gerupften Flügeln und wie es ist, auf dem Kissen des Windes zu schweben, über den Klippen, über der Brandung, über den Wipfeln gekrümmter Kiefern, als wüssten sie nicht, wohin sie ihre Äste strecken sollen, zum Himmel oder zum Wasser
[…]
als du dann endlich das Fliegen gelernt hattest, blieb nicht mehr viel Zeit, um über die Landschaft zu gleiten und Ausschau zu halten nach der Bucht des letzten Schauens auf ein spiegelglattes Meer | und noch weniger Zeit bliebe, nach jemandem zu suchen, dem du das Gesehene beschreiben könntest, damit er es zum Anfang oder zum Ende einer Erzählung machte | oder das kurze Ende einer Begegnung, das keinen Raum mehr ließ für eine Beziehung, aber den Ausgang eines anderen Lebens ermöglichte, als ein Land, das du dir immer hattest vorstellen können, als eine Erde, von der du gerne verschlungen sein wolltest, eine Schwelle, sobald sie überschritten wäre, von der aus du nicht mehr fragen würdest, wohin es gehen soll, wenn die Sorge zu Ende gefühlt ist und das Ende selbst entsorgt, selbst wenn es dahinter wirklich nur stockfinster sein sollte, klanglos und kalt, weil es keine Frage mehr wäre, was noch zu tun bliebe oder gar bis wann, denn es war ja zu Lebzeiten besser, die Fristen nicht zu kennen und die Trauer nicht bis über das Ende der Traurigkeit oder der Freude hinaus zu tragen, sondern nur bis an jene Pforte oder Stufe, wo Freude ist in der Traurigkeit und Traurigkeit in der Freude, weil die Stille der Toten in deinem Schweigen atmete, wie die kaum spürbaren Wellen des unsichtbaren Lichtes an einem wolkenverhangenen und viel zu milden Wintertag wie heute, wo ein Ufer, umgeben von Verlassenheit, dich willkommen heißt und alles, was du bei dir trägst von den Deinen
nur ein menschliches Gesicht schauend in den geheimen Garten zum ersten Mal
und es sieht an den Halmen und Zweigen Tau wie Lichttropfen in den Wimpern des Geliebten der noch schlafend neben ihm liegt
und trotz der ersten Zitronenfalter die an diesem frühen Morgen schon zwischen den Hecken flattern hat er nun für einen kurzen Moment das Gefühl einer fernen Trauer und sieht sich und ihn dahingegangen ohne richtigen Abschied angekommen an einem einsamen Ufer und wie dorthin verstoßen
und auf sein Gesicht fallen die Verse und Lieder aber den Passanten ist es nur Laub des ziehenden Jahres auf nassem Gestein
und das Letzte was er hört sind ihre hastigen Schritte fast wie ein Plätschern des Baches an dem sie beide zuletzt gesessen hatten
träumst du Gestoßener in den Brunnen der Vergessenheit
Bittermandel schmeckt der feuchte Stein und die Hände so wund wie Falterflügel
du drehst dich nicht mehr um hast einen Blick von Laub in gefrorenen Pfützen
[…]
Wege verwehen
sah die Schwelle nicht vor dem Schacht zur Vergangenheit
wünschte mir ein Exil des Vergessens
seither lebe ich von Tag zu Tag um zu überleben
fange nichts an was am Abend noch nicht vollendet wäre
[…]
ich halte den Tag nicht an es gibt nichts zu feiern
Blätter des Grases wie Reste des Sommers wie Nadeln in meinem Schauen
einmal war ich verliebt unsterblich das Gefühl ist mir nicht erinnerlich aber es bleibt ein Schmerz des Verlorenen der alles Zeitige übersteht
die Herzen schlagen weiter verlässlich wie Kirchenglocken
[…]
die sich fremd blieben die ewig sein wollten und ohne Welt
die frierenden Amseln
in Händen ein Gesicht tief darunter gespürte Heimat wie weites sprachloses Wissen
und andere Menschen wie Geschwister ihre Wege ziehend vor stummen Blicken
Augen wie Steine am Wegrand und an den Ufern
dazwischen einzelne Grashalme die das Schicksal halten
[…]
weit weit fort ist einer der deine Hand nehmen wollte dem du blind hättest folgen können
tief in dir ist seine Stimme als hättest du sie in den einsamen Jahren mit dem Wasser des Regens getrunken
[…]
die großen Wälder die du durchwanderst die langen Jahre die aus deinen Schritten fließen und versickern in der Erde wunder Haut
und die Risse im Klang deines Namens so lange schon nicht mehr gerufen
das Meer siehst du im Schlaf und auf den leichten Wellen einen Nebelschal von Flügeln gezogen
die Dämmerung siehst du und den aufgestoßenen Himmel nach tagelangem Regen
kurz wie jeder Augenblick ist der Anfang der Ewigkeit
und jemand schaut zu dir hinab von der anderen Seite des Wasserspiegels und seine Hände greifen hinunter wie um Muscheln zu fischen und er hebt die kleine Schale an seine Lippen als trinke er deine Seele als seist du nie von ihm entfernt gewesen
und ruhte nun in eines Anderen Stille
[…]
erlöst wenn die Sehnsucht endete und die Not der Geduld