Ent/fern/te L/EBE

bin gestrauchelt. gewichen. dachte an dich, als ich mich ins Bett legte. ängstliches Herz. Zerschlagenes. […] dass ich dein Freund heiße […] Weg in die Tiefe, zum Menschen, wo der Himmel hausen muss. […] war schon einmal dort. vor der Lähmung. glaubte etwas zu hören. vor dem Hörsturz. muss etwas gesehen haben. vor der Blindheit. […] öffnete die Vorhänge mitten in der Nacht. stand vor einem fernen Tag. war zerfallen zu Staub. war verschollen unter den Schwingen des Gestürzten. Federn wie gelbes Pappellaub, an den Ufern der Flussinseln, und bevor die Pegel steigen zum Ende des Winters hin. und als meine Augen offen waren und wach vor dem eingedrungenen Licht, waren alle verschwunden, an die ich mich erinnern konnte. […] hätte länger träumen sollen. von einem Laut. von einer Laute. von einem Grashalm. Klang des Endgültigen. vor dem Verlorenen. von Schritten in den Gärten vor den Häusern.

[…]

[bitte nichts verbessern. bitte alles verändern. keine Ausnahmen machen. bitte beseelt sein vom Entwurf. alles verlangen. nichts erzwingen. die Brut beenden. die Geburt einleiten.] gehe jetzt nicht mehr auf etwas zu. lasse die Wege liegen. links und rechts. sehe Gebirge und Meere. sehe den nächsten Tag. vor der Dämmerung. [wünsche mir Achtung. Selbst- und Fremd-. suche den Traum, in dem ich gefunden werde.] ich sehe trauriger aus als ich bin. ich bin trauriger als ich aussehe. [was könnte ich morgen tun. oder für immer sein lassen.] was ich geschehen lasse. damit ich nachdenken kann. was ich träume. damit ich gelebt habe. und meine Geschichte stand vor eines Anderen innerem Auge. irgendwann. oder dazwischen. damit ich gewusst haben werde. was ich hätte empfinden können.

[…]

[die versiegenden Wasser. keine Landschaft. weiterzusuchen. Bäume, von denen gut zu essen wäre.] bin schon halb tot geschlagen. nirgendwo hin vertrieben. wo es nichts zu sagen, nichts zu hören gibt. und die Zeit ist da ein Fraß an der Rinde der Felsen. man verlässt die Verlassenen. und kehrt nicht zurück in die Augenblicke der zerstörten Vergangenheit. es ist kein Unterschied, ob einer schreit oder singt. oder wohin die Glocke stürzte. ihr letzter Nachklang haust in der einsamen Verzweiflung Gottes. ewig ist das Ende, das nicht endet.

[…]

[Sie müssen nicht so schreien. ich höre Ihnen auch so nicht zu.]
hatte nie von Glück gesprochen [Klänge, die wachsen lassen goldene Zweige. von deren Rinde sich die Drossel, die verstummte, nicht mehr lösen kann.] aber wie soll man denn eine Liebe zu Ende bringen. wie ein Leben vollenden? [es muss nichts gesagt werden. nichts verlangt. als die Suche nach dem Echo] du hast traurig ausgesehen. aber du hattest dich äußerlich kaum verändert. man betrachtet den Geliebten wie sich selbst. vor dem Spiegel stehend. und das Alter nicht bemerkend. und je älter man wird, desto weniger will man so lange leben, dass man alle Lieben wird sterben sehen müssen. und in Einsamkeit enden, weil einen niemand mehr kennt auf dieser Welt. [betrachte mich mit Entsetzen, wenn ich ein Foto sehe, dass ich nicht selbst von mir schoss. bin so ganz abgeschossen, wie ein altes, lahmes Viech, auf das schon die Geier lauern in steigender Ungeduld, ob es denn endlich einmal umfallen möge.] als Verlassener wusste ich, wie glücklich ich war, aufzuwachen neben ihm, gewählt worden zu sein als ein Einziger unter den Vielen. mir ist nichts geblieben als ein unstillbarer Durst und zwei Arme, die sich um Baumstämme oder um Kissen schlingen. in meinen Träumen singe ich über das reglose Wasser hinweg, dem Uferlosen zu. und werde mich bald vergessen haben.

[…]

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