Warte einer verfehlten Jugend für sie, die zu viel über das Mögliche schrieb für ihn, der ihr zu viel versprach
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[heimlich aufgezeichnet als sie beim Leichentrunk saßen starr vor dem Trauerbrot um ihre Reue zu essen]
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irgendwo dort in der Menge verbirgt sich Gott
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der Wald gab uns die Angst als das Erbe der Kindheit
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den Allermeisten von uns spannten sich schaukelnde Pfade aus sprödem Haar geflochten von Dunkel zu Dunkel
und schließlich als wir die Bühne betraten mit Flöten gestopft die schrundigen Fugen der Welt wie zw. den Bohlen morscher Stege dass der einsame Sprung ins Leben noch vor Ablauf der Zeit gelingt
du bist vielleicht berühmt | wenn du tot bist | aber dann musst du dich nicht mehr ausziehen lassen | sie befragen nur nackte Orakel oder versteinerte | aber sie stülpen Wollmützen über die Steine, wenn das Moos nicht schnell genug wächst, denn der Klang der Stille scheppert in ihren Ohren | sie brauchen Worte wie Watte, um sich das Gehör zu verstopfen | sie ziehen einmal die Woche die alten Korken verfilzter Geräusche mit Sand und Schmalz wie Perlen aus den Muscheln, damit es nicht knallt im Trauma, im Traum, wo es ruhig zugehen muss, wo alles lautlos zufällt | die Türen, wenn sie zugegangen sind | die Schritte, ordentlich in Touristen- und Zweierreihen
[…]
ich bin nicht mehr da | ich sitze neben ihnen | aber ich bin nicht mehr unter ihnen | ich saß zuletzt da auf dem Stuhl | man hat ihn in einen anderen Raum geschoben | man hat die Heizung abgestellt und die Lichtschalter zugeklebt und die Tür von außen verriegelt | der Schlüssel klappert im Schloss, wenn einer den Gang entlanggeht nachts | wenn es zügig ist auf den Fluren, pfeift er was, fast wie ein Vöglein | es singt von seinen gerupften Flügeln und wie es ist, auf dem Kissen des Windes zu schweben, über den Klippen, über der Brandung, über den Wipfeln gekrümmter Kiefern, als wüssten sie nicht, wohin sie ihre Äste strecken sollen, zum Himmel oder zum Wasser
[…]
als du dann endlich das Fliegen gelernt hattest, blieb nicht mehr viel Zeit, um über die Landschaft zu gleiten und Ausschau zu halten nach der Bucht des letzten Schauens auf ein spiegelglattes Meer | und noch weniger Zeit bliebe, nach jemandem zu suchen, dem du das Gesehene beschreiben könntest, damit er es zum Anfang oder zum Ende einer Erzählung machte | oder das kurze Ende einer Begegnung, das keinen Raum mehr ließ für eine Beziehung, aber den Ausgang eines anderen Lebens ermöglichte, als ein Land, das du dir immer hattest vorstellen können, als eine Erde, von der du gerne verschlungen sein wolltest, eine Schwelle, sobald sie überschritten wäre, von der aus du nicht mehr fragen würdest, wohin es gehen soll, wenn die Sorge zu Ende gefühlt ist und das Ende selbst entsorgt, selbst wenn es dahinter wirklich nur stockfinster sein sollte, klanglos und kalt, weil es keine Frage mehr wäre, was noch zu tun bliebe oder gar bis wann, denn es war ja zu Lebzeiten besser, die Fristen nicht zu kennen und die Trauer nicht bis über das Ende der Traurigkeit oder der Freude hinaus zu tragen, sondern nur bis an jene Pforte oder Stufe, wo Freude ist in der Traurigkeit und Traurigkeit in der Freude, weil die Stille der Toten in deinem Schweigen atmete, wie die kaum spürbaren Wellen des unsichtbaren Lichtes an einem wolkenverhangenen und viel zu milden Wintertag wie heute, wo ein Ufer, umgeben von Verlassenheit, dich willkommen heißt und alles, was du bei dir trägst von den Deinen
nur ein menschliches Gesicht schauend in den geheimen Garten zum ersten Mal
und es sieht an den Halmen und Zweigen Tau wie Lichttropfen in den Wimpern des Geliebten der noch schlafend neben ihm liegt
und trotz der ersten Zitronenfalter die an diesem frühen Morgen schon zwischen den Hecken flattern hat er nun für einen kurzen Moment das Gefühl einer fernen Trauer und sieht sich und ihn dahingegangen ohne richtigen Abschied angekommen an einem einsamen Ufer und wie dorthin verstoßen
und auf sein Gesicht fallen die Verse und Lieder aber den Passanten ist es nur Laub des ziehenden Jahres auf nassem Gestein
und das Letzte was er hört sind ihre hastigen Schritte fast wie ein Plätschern des Baches an dem sie beide zuletzt gesessen hatten
träumst du Gestoßener in den Brunnen der Vergessenheit
Bittermandel schmeckt der feuchte Stein und die Hände so wund wie Falterflügel
du drehst dich nicht mehr um hast einen Blick von Laub in gefrorenen Pfützen
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Wege verwehen
sah die Schwelle nicht vor dem Schacht zur Vergangenheit
wünschte mir ein Exil des Vergessens
seither lebe ich von Tag zu Tag um zu überleben
fange nichts an was am Abend noch nicht vollendet wäre
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ich halte den Tag nicht an es gibt nichts zu feiern
Blätter des Grases wie Reste des Sommers wie Nadeln in meinem Schauen
einmal war ich verliebt unsterblich das Gefühl ist mir nicht erinnerlich aber es bleibt ein Schmerz des Verlorenen der alles Zeitige übersteht
die Herzen schlagen weiter verlässlich wie Kirchenglocken
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die sich fremd blieben die ewig sein wollten und ohne Welt
die frierenden Amseln
in Händen ein Gesicht tief darunter gespürte Heimat wie weites sprachloses Wissen
und andere Menschen wie Geschwister ihre Wege ziehend vor stummen Blicken
Augen wie Steine am Wegrand und an den Ufern
dazwischen einzelne Grashalme die das Schicksal halten
[…]
weit weit fort ist einer der deine Hand nehmen wollte dem du blind hättest folgen können
tief in dir ist seine Stimme als hättest du sie in den einsamen Jahren mit dem Wasser des Regens getrunken
[…]
die großen Wälder die du durchwanderst die langen Jahre die aus deinen Schritten fließen und versickern in der Erde wunder Haut
und die Risse im Klang deines Namens so lange schon nicht mehr gerufen
das Meer siehst du im Schlaf und auf den leichten Wellen einen Nebelschal von Flügeln gezogen
die Dämmerung siehst du und den aufgestoßenen Himmel nach tagelangem Regen
kurz wie jeder Augenblick ist der Anfang der Ewigkeit
und jemand schaut zu dir hinab von der anderen Seite des Wasserspiegels und seine Hände greifen hinunter wie um Muscheln zu fischen und er hebt die kleine Schale an seine Lippen als trinke er deine Seele als seist du nie von ihm entfernt gewesen
und ruhte nun in eines Anderen Stille
[…]
erlöst wenn die Sehnsucht endete und die Not der Geduld
aus meiner Trauer fällt ein Regen ins endlose Meer
in die rote Erde sickert ein lautloser Schmerz
in die grauen Fasern der Zeit webt sich mein starres Schauen
ich schöpfe mein Atmen aus meiner Einsamkeit
[…]
lautlos bleibt mir die Welt als fielen alle Klänge aus meinem Haar wie Wasser des Spätsommerregens
gleich hell und dunkel sind mir die Jahreszeiten Kirschblüten fallen Beeren fallen Laub und Kastanien fallen […] Winter war es als ich am Fenster stand und das Zeitliche ahnte aus dem die Seele zu entrinnen trachtet
unentwegt singst du dir deine Seele aus dem lautlosen Leib hinter gläsernen Wänden durch die sie starren mit großen Augen auf dein einsames Atmen
[…]
hilf mir, meine Liebe zu vergessen. […] aber wirst du den Tag meiner Rückkehr ertragen. viele Stimmen zogen schon an meiner Tür vorbei. werde mich sehr verändert haben. hoffe darauf, dass meine Stimme noch dieselbe ist. und meine Augen noch nicht zu trübe.
wollte dich lieben, bis mir das Herze bricht. aber wovon es voll ist, kann mein Mund nicht sagen. die Flossen wurden mir nicht zur Zunge…