aber. mein Wandern. mein Warten

[Stimmen. Echos. Lieder. Klagen. Wiederholungen]

言葉

ich kam aus dem Land der schattigen Blicke. wo du alt wirst, bevor der Sommer zu Ende geht. wo du in die sauren Äpfel beißt. ohne dein Gesicht zu verziehen. wo du dem Schicksal verziehen hast, bevor es beginnen konnte. da ist alles gut, was für alle gut ist. da wird es früh kalt und spät gemütlich. da bleiben die Schwalben nur einen halben Sommer. da ist die Erde dürr und kann den spärlichen Regen nicht halten. dort wird nicht geklagt und nicht geträumt. dort haben alle die LosSprechung der östlichen Winde auf felsgrauer Haut. dort haben alle ein Haar aus trockenem Halm.

ich kam aus dem Land der längeren Schatten. wo allen gehört der einsame Saum der Nacht. und die Sense, die am Schuppen lehnt.

孤独

ich gehe allein die Chausseen entlang. ich suche nicht viel. ich will vergessen, wer ich gestern war. ich kenne nur zwei Ziele: den Abend und die Erschöpfung.

ein letztes Gras steht am Rande der Felder, als ob es wartet auf ein Schicksal. noch einen Schritt, und du hast die Schwelle übertreten, die dich trennte von der Zeit.

anmutig liegen die Hügel der heimatlichen Inseln. sie müssen den Schlaf nicht wünschen. die Dämmerung passt gut zu ihrer blassen, rauhen Haut. ich liege dazwischen. ein Drittel des Tages. des Lebens. mein Herz wird zum Kind, das seine Mutter ruft. mein Herz wünscht ein Kind, das sich an meine Augen erinnert. in trotziger Liebe.

忘れる

die Luft des Abends ist um mein Hoffen. auf den nächsten, besseren Tag. ich lasse mich leben. in allem, was verweht. mein Name spricht vom Höheren, an das ich denke, wenn ich müde in die Kissen falle. mein Schicksal ist die Sehnsucht. sie hält mich auf heimischem Boden und macht meine Füße zu Wurzeln, auf der Suche nach Wasser im Gestein. mein Wandern ist nur ein anderes Wünschen, vom Anker gelöst, von den wiegenden Gedanken. um treiben zu lassen das Boot auf dem sturen Wasser der Zeit.

希望

ich Wanderer bin ein Narr ohne Publikum, ein Bote des Schweigens, dessen Name verlorenging, als er sich umsah, zuletzt. die Winkenden wurden verschluckt vom Schwarz vergangener Tage. jemand müsste mich grundlos lieben. dann wüsste ich wieder meinen Namen zu buchstabieren. kein Wort kann mich halten. aber die Liebe brächte das Leben zurück. Heimat und Seele. für einen letzten Abend.

die Wege brennen. unter den Sohlen dessen, der nicht aufzubrechen vermag. mächtig zerrt der Schlaf an überdehnten Fasern, verzehrt das Träumen die Klarheit des Denkens. das Elend löst sich nicht auf im Dämmern. im Schlummern. doch das Ende naht rascher. und die Schmerzen entfernen sich langsam. gib dem Staub nur Zeit, dass er zur Haut wird, zur Rinde, die sich spannt um die sinnlose Unruhe in deinen Adern.

運命

ich bin nicht unzufrieden. ich kann mich nicht beklagen. die Tore stehen offen. die Straßen führen hinaus. so Viele vor mir schafften es schon, dahin zu gehen. und weiter. was trennt mich noch vom Aufbruch? die Erwartung vielleicht, dass mir etwas oder jemand entgegenkommen muss. das Dort ist hier, solange ich nicht fortgehe. das Dort ist fort, wenn ich nicht mehr hier bin. der Duft des Ufers steigt mir in die Nase. nur wenn ich da nicht stehe. und vergeblich warte. ich will nicht reden, nur damit jemand denkt, der noch Kraft und Geduld hätte, mir zuzuhören, er spräche selbst in meinen Worten. ich will schweigen, bis er spürt, was uns gemeinsam sprachlos machte. meine Stimme gäbe ich hin. für eine Seele. die zu mir redete.

同意する

ich werde mich nicht wiederholen. du wirst mich nicht wiederholen. nicht wieder zurückholen. ich bleibe in dem, was ich zuletzt sagte. was eine seltsame Verbindung einging zu dem, was ich zuerst dachte. ich wollte ein Hirte sein. und stand reglos in der Herde. ich sah, wie der Wind das Laub von den Bäumen riss. ich sah die leeren Zweige meiner Seele. mein Körper folgte dem Lauf des Tages. doch sie spürte die Nacht. die Gründe der Sehnsucht. im Brunnen der Lichtlosigkeit.

wo es Wege gibt, können die Gedanken abbiegen. sie gehen weiter als die Worte. die Worte wollen sie greifen. doch ihre Hände sind wie Äste, abgeschlagen vom Stamm. die Gedanken laufen meinem Sagen davon. wie die Zeit meinem Wollen. wie rasch ist die Zukunft vorbei. und sprachlos bleibt das Erinnern zurück. mein Warten schafft Erwartungen. ich stehe vor einem Mehr an Zeit. vor einem Meer an Zeit. ich könnte darin ein Bad nehmen. ich könnte darin ertrinken. ich könnte trunken werden von zu viel Zeit. süchtig nach noch mehr. ich könnte untertauchen im Aufenthalt. doch was hielte die Zeit auf? ich muss verharren. an den Fenstern. an den Ufern. nicht zu verpassen das Kommende. ich kann noch nicht sagen, wie es aussehen wird. aber ich stelle mir vor: anders als die Gegenwart. anders als alles, was ich bisher kannte. das Kommende wird zur Gegenwarte der Gegenwart. es wird nicht auf mich warten. es wird rasch weiterziehen wollen. auch wenn die Türen des Wartenden offen stehen, wird es nicht eintreten wollen, um zu rasten. dafür hat es keine Zeit. also werde ich hinaustreten müssen. ich werde mir einen Schal umwerfen, weil das Kommende ein kaltes, nasses Wetter bringt. ich werde hinauseilen und ihm folgen. dem Kommenden. das nun ein Ziehendes ist. ein Ziehendes. das die Wege gezogen hat.

エコー

ich bin fort. ich bin steckengeblieben. unterwegs. hängengeblieben in mir. die Augenblicke. die mich nicht verlassen wollen. als ich noch hier war. also: dort. wo ich wieder hin will. das ist lange vorbei. doch ich bin es noch lange nicht. ich bin der Gleiche. unter allem Veränderten. an den fremden Ufern. doch die Fragen lassen sich nicht auswaschen. und die Augen haben wechselnde Farben. aber ich muss das Fürchten nicht mehr lernen. darum gibt es keinen Grund auszuziehen. ich habe mich gut eingerichtet in den Wünschen. die sich nicht erfüllen werden. lieben und furchtlos sein. lieben und ein Pfund verlorene Seele zurückbekommen. von einem, der auszog, um sie zu finden. der mich so anschaut, als hätte er immer nach mir gesucht.

河岸

beide sind Schweigende. Wanderer und Wartender. doch auch der Wartende schweigt nicht unbewegt. unsichtbar, unhörbar sind seine Bewegungen. der Wartende wandert innerlich. der Wanderer verbirgt sein Warten unter dem Mantel der Bewegung. beide sind Hoffende. auf ein Entgegenkommen. auf ein Zeichen des Lebens. beide sind unterwegs. dem Äußersten zu begegnen. dem Lohn ihres Opfers. in der Stille. der Ferne. dem Schicksal. das sie ergreifen soll.

沈黙

ich bin kein Letzter. auch wenn mir die Zukunft nicht mehr gehört. die Gegenwart mag ein Irrtum sein. die Zukunft wird sie zurechtrücken wollen. wenn sie stattfindet. als Gegenwart.

ich bin ein Geschöpf des Dazwischen. die Pfade sind eng. zwischen Zeit und Zeit. und alle Wege sind unentwegt, bleiben sie unbeschritten.

ich mache Rast in den Augenblicken. dort, wo das Leben entsteht. dort, wo es zur Ruhe kommen möchte. wandernd erdenke ich Trauerreden. wartend will ich sie schreiben.

anderes könnte ich tun, gegen die Sorge. zwischen Schlaf und Schlaf. Sterne zählen. Steine sammeln. Steine waschen. Stricken. oder Gestricktes wieder aufräufeln.

ich will still sein. und lauschen. schweigend lasse ich den Sand durch meine Finger rieseln. schweigend lasse ich die Stimmen fliegen. wie Schwalben, die ihre Jungen füttern. doch schon im Sommer bin ich der spätere Herbst. und reib‘ mir den Reif von der dünnen Haut. mit dem Birkenlaub, solang es noch Licht trinken kann.

im fernen Rufen mögen die Namen sein. ihr Nachhall ist wie Wellen, die die brandungslose Küste verlassen. der Himmel nimmt alle Spurlosen zu sich. wenn die Zeit sie entlassen hat. wenn niemand mehr nach ihnen sucht. wenn sie niemand mehr vermisst. an einsamen Abenden. wenn niemand mehr vermisst wird, der sie vermisste. weil jede Kette von Vermissten einmal reißt. selbst für jene, denen man Denkmäler baute. Werke mag man erinnern. vielleicht sogar Worte. nicht aber Menschen. ihre Namen sind ein fernes Rufen. ohne Gehör.

過去の愛

er ist jetzt sehr nah. ich müsste nur über eine Schlucht springen können. zwei x zwei Meter breit. oder zwei x drei. ich kann es nicht genau sagen. es ist jeden Tag anders. wir könnten uns zurufen. die Stimmen reichen weiter als unsere Hände. wir könnten uns gegenüber sitzen. ich am einen Ende des Abgrunds. er am anderen. wir könnten uns nicht berühren. aber wir könnten uns alles sagen, was uns berührt. und das Gesagte könnte sein wie ein Federball, den wir uns hin- und zurückschlagen. ein Wetter zöge über uns hinweg. ein Schlund klaffte unter unseren Füßen. aber wenn wir uns wieder umdrehen, um in unsere Häuser zurückzukehren, werden wir wieder zwei Seelen sein, die sich teilten und nicht mehr ganz werden konnten.

悲しみ

er ist schon lange weg. er war noch lange da. er konnte nicht bleiben. er war noch da. wo ich verblieben. die Zeit unterscheidet nicht. sie fließt nur. sie steht nur da. wo sie geschrieben steht. im grauen Gesicht. im matten Blick. in den Flecken auf der Haut.

er ist da, wo ich nicht hinkomme. er ist weg. kein Weg führt von dort zurück.

wenn ich gehe, folge ich mir selbst. und wenn ich auf etwas warte, dann auf meine Rückkehr. das Blut taut auf, wenn ich gehe. tief in mir gerät etwas in Bewegung, wenn ich draußen bin. aber ich rede nur, wenn mich jemand fragt. fragt mich jemand nach dem Weg, werde ich schweigen. ich zeige mich, wenn mir jemand entgegenkommt. aber ich stelle ihm keine Fragen, es sei denn, ich kenne die Antwort schon.

er ist weg. seine Einmaligkeit kennt keine Wiederholung. die Auslöschung ist unumkehrbar. für das Unverwechselbare ist kein Umtausch vorgesehen. die Ausnahme nimmt mich ein. ein Leben lang. obwohl sie selbst so kurz war, dass noch etliche von ihnen in mein Leben passen könnten.

die Zeit verschwendet sich. im Verschwundenen. bevor sie verschwindet.

Nacht ist. wenn nicht gewandert wird. wenn nicht gelebt wird. wenn der Geliebte fort ist. wenn die Seele dunkler schimmert. wenn du die Augen nicht finden kannst. die anders sehen sollen. etwas Anderes als das Verschwinden hinter der abgelaufenen Zeit.

Nacht ist. wenn nicht gewartet wird. weil nichts erwartet wird. weil nichts wartet. wenn das lichtbrechende Glas zum toten Auge grauen Gemäuers erstarrt. wenn die Hoffnungen unterbochen sind. wenn wir uns verbergen. obwohl wir nichts zu verbergen haben. wenn wir uns aufdecken müssen. obwohl uns friert ohne die Bergung in den Geheimnissen.

Nacht ist. wenn du nach nichts tasten kannst, was doch um dich herum sein müsste. wenn du an nichts rühren kannst. wenn dich nichts rührt. die Füße finden keinen sicheren Boden und die Hände kein Geländer. du stehst auf dem Spalt zwischen zwei Buchseiten. die eine ist voll. die andere leer. und es kommt eine Angst hoch in dir, dass Gott jeden Moment das Buch zusammenklappt, mit dem er dein Leben schrieb. weil auch ihn die Mattheit überwältigt. beim Anblick der müden Schöpfung.

天使

es gibt gute Worte, die sich sehr leicht verlieren, wenn sie niemand bei sich hält. sie wurden gern gesagt. aber wer sie halten will, muss schweigen. wir schälen sie wie Kartoffeln. aber wir werfen die Schale nicht weg. wir legen die Schale in die Schalen. wir sehen ihr Vertrocknen. wir gewöhnen uns an die vertrocknende Haut. wir sind nicht mehr fremd im Verlöschen. die Fremde breitet sich. die Fremde ist die Welt, die wir bewohnen als Verloschene. uns wird hinanziehen, was uns hinabzog. wir halten die Erde in unseren Händen, damit sie als Himmel auf unsere Augen regnet. wir sitzen immer so, dass unsere Schatten hinter uns sind. die Welt liegt offen vor unserem Schauen, das wir verhängt haben mit unserem Verhängnis. wir halten verschlossen, was sie uns zeigen will. wir rühren nicht an unserer Reglosigkeit. wir sind die vierzehntausend mal vierzehntausend Engel, die nicht mehr wissen, wann es Nacht wurde.

noch ein kleiner Schlaf. vor den Scheidewegen. noch ein vergessener Traum. um die Wunden gewickelt. denn wo die Entwurzelten an den Ufern stehen, tropft die stumme Not der Hoffnung von den Weidenzweigen.

legt eure Kindheit zu den Steinen am Abhang. geht euch nicht von der Seite. dass Schatten an Schatten lehne. vor der Stunde des einsamen Flügelschlags.

子供

Stimmen. die sich entfernen. Wort. das den Sprechenden sucht. letzte Geburt. vor Anbruch des Tages. ein unruhiger Gott. im Haus seiner tausendheiligen Stille. rufe. wenn du noch bleiben willst. im Tiefen. die hohe Zeit. die drängende Bleibe. zu beschließen das Leben. liebend.

unerschöpflich. das Vergehende. Schmerz des Lassens. wer etwas hervorgebracht. wer zurückbleiben muss. einsam. erschöpft. Atem. der Seele Freude und Klage. Klang ihres wehenden Wehs. zwischen Bewohntem und Unbewohntem. ein Riss. wie ein Steg. über die Moore. die Meere.

ihre Hände. gelöst vom müden Gesicht. ihre Augen. in der gefüllten Schale. Schlag ihres Herzens. nach dem ersten Schrei. und wenn sie es trug. zum Ufer. zum Abgrund.

聞く

still bleibt es. wenn ich frage. wer bin ich? an Regentagen spüre ich eine Nähe zu mir selbst. ungeteilt blieb mein Leben. blieb die Wahrheit meiner Träume. wandern muss ich. wenn die Stimme schmerzt.

tanzendes Licht. um welkende Blüten.
die Strudel gefüllt mit den Früchten der Trauer.
körbevoll trug ich sie heim.

nächtelang saß ich am einsamen Feuer.
hörte ihn kommen. mit leiseren Schritten.
summend ein Lied: warum ich noch träum‘.

wie du warst. den letzten Herbst. Laub, das ins Dunkel fiel. stilles Herz. Straße. durch den leeren Tunnel. zwischen den Nachtgewächsen. Stunden des Schweigens. ein erster Sturm. am Anfang der Zeit. sprachen doch zueinander. in unseren Träumen. sangen uns zu. die weißen Segel. ferne Rufe. nacktes Gestein. in die Beete gepflanzt. starr in der Hoffnung. die Schatten nicht mehr verschwunden. lautloses Band. zwischen Abend und Abend.

到着

mühselig ist das Beenden. wenn man gewohnt ist, unterwegs zu sein. und kaum noch reagiert auf Neues. ein paar Worte noch. oder die eines anderen. ein letzter Mond in der einsamen Gasse. und sein hilfloses Schimmern wie der Ausguss verdünnter Milch. die Sichel eines Auges. eines Mundes. wenn man zur kalkweißen Decke schaut und unter dem Starren das Ziehen einer morastigen Erde der Sehnsucht spürt. aber die Zeit der Geschenke ist lange vorüber. und auf dem Nachtschränckchen stehen keine Tulpen mehr. die Schwere der Glieder hat zugleich etwas Unangestrengtes in seinem Dahinfließen, seinem Getriebensein von den Ufern fort. das Verbliebene schmeckt wie eine gestreckte Medizin. man weiß nicht, wie lange sie noch vorhalten muss. wie schmerzhafte Krämpfe sind die letzten Hoffnungen. und die furchtbare Scham, dass das Sterben auch nicht besser gelang als das Leben. oder weil es diese seltenden Tage gibt, an denen die Luft frischer scheint und das Licht sich matter zeigt und sanfter. oder wenn das Wasser plötzlich duftet nach Bergquell und gemähtem Gras. und man gießt es in den eigenen Körper wie einen Spätsommerregen auf durstigen, dürren Acker.

真実

Rede dessen, der Gott [er]fand

nicht, dass du gehst, sondern wie. Frage, ob die Welt erfunden. in der wir aus den Abgründen gewonnen. aufgetan für die Elemente. für das Wahrnehmbare. zwischen ihnen. in der Geschichte. keine Antworten. es sei denn, wir hätten sie in etwas verwandelt, das sich erzählen ließe. etwas Unvermeidliches. Unbegreifliches. etwas Schwindendes. wollte man es ergreifen. etwas, das sich nur behauptet in der Erinnerung. etwas aus dem übermenschlichen Bereich der bedingungslosen Opfer. ein Untergründiges. Unergründliches. so klar es sich immer sagen mag. alles, das alt wird. alles, das alt bleibt, ohne zu altern. nimmt es zu sich in seine Anmaßung von Teilhabe am Schmerz des Zeitlichen. das sein Lösendes fand im liebenden Opfer. das alles in sich vereint, was niemals indifferent sein könnte. jedoch das alles nur, wenn die Suche nie ans Ende gelangt. also haben wir Freude am Unbeantwortbaren, an den vielen Optionen, die um unsere Gunst streiten. solange es noch nicht gesagt wurde. aber gedacht. und die unsagbare Sage des Denkens ein Echo der Träume sendet in den einsamen Abend des Wartens. dass nicht wir, sondern es selbst zur Ruhe kommt. dass wir die Unruhe fallen lassen. wie Steine, die zu Federn werden. und dass selbst dann noch Platz bleibt für Vermutungen. nicht jene der endlos selbstgerechten Urteile, sondern solche, die von unvorstellbarer Selbstlosigkeit handeln und uns in ein Licht blicken lassen, das derart gleißt, als ob uns Nägel in die Augen geschlagen worden wären. doch ist es danach, als seien wir über Wüsten geflogen und hätten Schwingen aus Sand, daran das Staubige haftet, als ein Vorhang, der sich über den paradiesischen Gärten hebt. die graue Haut des Lebens von allem Verschollenen zieht. und endlich zu entbinden neue Entbehrungen. in den schmerzhaften Zeugnissen alles Mütterlichen, deren Geheimnisse wir nicht entschlüsseln im Zweifel. denn nicht sie waren es, die die Saat des Zorns gestreut. und wussten sie doch vom Drängenden des nächsten Tages. doch wollten sich ihr Schicksal nicht nehmen lassen. und nicht die Gewissheit ihrer Wurzeln.

一瞬

[zwischenzeitlich | πάτρα]

einer kehrte zurück. und konnte nicht bleiben. sprang in den Spalt eines Augenblicks. zwischen Kindheit und Wanderschaft. auf den Äckern gruben sie die Jahre um. die Zeit wuchs immer wieder neu. je mehr sie von der eigenen gegessen hatten. Rinnsale. versickernd im Sand der Dünen. Worte. verhallend ohne AntWort. Scham des Klangs. der schönen Tropfen. am Gras der Geduld.

[Zwischenfrage | Noemata]

jetzt wieder weg. Weg der Ankunft. Einfall. Licht. das durch bröckelnde Fugen stößt. stopfte alle Gedanken hinein. die Träume. aufs Brot gelegt. sprach nichts. die Luft. ein Drahtgeflecht. an dem sich das Atmen blutig kratzt. gegen den Ausschlag. auf der Haut der Begriffe.

[Zwischenbescheid | Πένθος]

in welchen Engen. unter den Engeln. die haben überall Platz. warten, dass du weitermachst. und aufsteigst. noch einmal zu den höheren Ebenen. weit fort von den verlorenen Ufern. wo nicht mehr zu sehen sind die Mauerreste unter dem Gras. Erinnerung. müdes Gewölk. das sich nicht mehr entladen wird. die Schritte der Entkommenen. durch den Schlaf der Erde. wunschlose Öde. heiliges gläsernes klangloses endloses Feld der Lilien. das Maßvolle des Vergänglichen. um die Ewigkeit nicht zu verschwenden. der magere Traum. der Tau des Gedächtnisses. die taube Zunge des Pilgers. des blinden Gärtners verklebte Augen. weil er nicht sprechen darf über das lange Gehegte.

祈る

[dick|ich|t | blick|d|ich|t]

der folgende Tag
die kurze Stunde
wenn du zurückgekehrt

sage mir. was du gesehen

halbfertig bin ich
mutlos vor den Stufen
als ob die Tiefen unendlich

gebe dir. was ich gefunden

ein fernes Glück
vor langen Zeiten
der Liebe blasse Haut

frage mich. was du willst

vom Warten
geschwollene Füße
vom Heimweh schweres Entsinnen

liebe dich. aus allen Wunden

失った

wohin? Seele. kalte Steinhaut. an fernem Ufer erwacht. Traum vom Daheimgebliebenen. verlorene Ferne. in seinen Armen. Säulen und Köpfe. Vasen. mit Licht gefüllt. ein Gedächtnis. gepresst zu Gestein. in dem die Erinnerungen zur Ruhe kommen.

wo soll er das verlassene Leben hinstellen. dass seine Schatten nicht stören. dass kein Tau liegt. auf dem frischen Gras. eines Morgens. wenn er in die schwere Erde greift. mit verstümmelten Händen.

心配

halte ich Wangen. halte ich Schalen. mit kühlem Wasser. geh ich die Treppen hinab. geh ich hinauf die Kieselpfade. und darf keinen Tropfen verlieren.

einmal die Rückkehr nur. einmal nur. der offene Eingang. dahinter ein Raum. in dem sich die Seele wiedererkennt. nicht in den Spiegelungen. nicht in den Schatten. aber in der grüßenden Stimme. wenn draußen der Wind peitscht. der alles mit sich reißen möchte. wenn der Regen fällt. der alles fortspülen will. was sich setzen konnte. in den Rissen. den Falten. zwischen Auge und Lid.

etwas kehrte heim. und hatte nicht vergessen. die öden Insel. auf denen es wartete.

etwas wird ankommen. dort. wo es sich setzen kann. wo es fließen lassen will. den Atem. den es von weit her holte. weil es jetzt weiß: jede Fahrt hat einmal ein Ende. jede. die sich nicht selbst genügte.

待って

die Warte ist da, wo die Worte noch nicht angekommen sind. wo die Stimme sucht nach dem Zu-Sagenden. dem noch nicht Zugesagten. die Warte ist da, wo sich das Licht noch nicht erschöpfen soll. und nicht das Erinnern.

über den Fluss stieg der Abend schon. hinter dem Ufer blieb hängen die Sorge. die Fenster rutschten in die Tiefe. die Wände wuchsen den Wolken zu. verwilderte Gärten säumen die letzten, noch nicht verlassenen Häuser. verwitterte Gräber rings um das Starren der Greise. hinter den grauen Gardinen. nein. sie kamen nicht mehr an in ihren Hoffnungen.

die Worte sind da, wo die Zeit fehlt, eine Stimme für sie zu suchen. das Zählbare. wenn es abgelaufen ist. Raum der Leere. unbeschreiblicher. obwohl die Worte daliegen wie schweigende Landschaften. obwohl in ihnen die Namen wohnen, die einsam zurückblieben. ortlos ihr Atmen an letzter Stätte. wie jede Statt. fern ihrer Heimat.

aber kennt man die Hoffnung erst, wenn einer davon erzählt hat? ach! die Erinnerung. wenn einer sagt: vergiss das mal. die erste Stufe zur Kindheit zurück. Liebe. auf den zweiten Blick. und weil man verstanden hat, dass das Meer vor einem nicht verschwindet, nur weil man sich abwandte von ihm.

倦怠感

das Brot wird nicht mehr süß. wie lang es auch gekaut sein mag. das Leben reibt sich wund an den rauen Wänden der Zeit. dahinter das ewige Meer. dem man lauschen kann. wenn man die drehenden Winde nicht fürchtet. die gewundenen Wege. den Durst. auf der Suche nach frischem Wasser.

das Brot ist so bitter wie die Gedanken. wie still und fremd wir auch immer sein mögen. kein Schlaf bringt sie zum Schweigen.

das Leben geht sich aus. da, wo es endet. da, wo es hinausgeht. und mitnimmt seinen Anfang. da, wo es so viel Ruhe gibt wie Staub. und alles, was sich legt nach dem Abschied des Windes, wird körperloser Teil eines Unzählbaren. eines Unschätzbaren. so teuer, wie es tot ist.

時間

wir könnten lieben. die Zeit. wir könnten sie uns schenken. wir könnten sie uns einschenken. wie feinsten, grasduftenden Tee. wie etwas, das uns bleibt, weil es mit uns verging. wir könnten es lieben. mehr als alles andere. wir könnten uns lieben. und wären einander die Einzigen. wir schenkten uns einen Augenblick, der auf uns gewartet hatte. mehr als ein einsames Leben lang. wir führen nicht fort, bevor wir nicht einmal ausgestiegen wären, um für eine Stunde zusammen am Ufer gesessen zu haben. und nichts zu sagen. und alles zu denken. wir könnten lieben. was wir sehen. wir könnten teilen. den einsamen Wunsch. hier schon früher einmal gesessen haben zu wollen. hier noch länger sitzen zu dürfen, als es die Zeit erlaubt. und wenn wir auch zeitig fort müssten, könnten wir lieben. den Ort. den wir nicht mehr verlassen. weil es der Ort war, an dem wir uns nicht mehr verließen.

無音

ich empfinde es immer gleich. ich denke es immer anders. heute fange ich noch einmal an. und morgen fange ich auch wieder noch einmal an. ich höre alte Klänge. ich sehe alte Bilder. ich schreibe alte Wörter auf. das wird gebraucht. weil es sich nicht verbraucht. weil es keinen Zweck hat. weil es sich frisch macht jeden Morgen. es verlangt nachzudenken. und im Nachdenken nicht nachzulassen. es ruft die Gespenster herauf. damit ihnen ins Gesicht geschaut wird. nichts soll antworten dürfen. wenn es gefragt wird. wo es war. nirgendwo. alles soll sich zeigen. auch wenn es verborgen bleibt. und selbst, wenn ich nicht mehr wüsste, wo ich gerade bin, wäre ich noch irgendwo. ich könnte dem Ort einen Namen geben. den Namen eines Gedankens. den ich dort hatte. als ich nachdachte. als ich erkannte: noch das fernste Ufer kann zum Ufer der Heimkehr werden. da stünde ich. und mir würden keine Fragen gestellt. aber ich hielte ein paar Antworten bereit. für den Fall, dass jemand vorbeikäme und mich etwas fragte. und ich hätte ebenfalls ein paar Fragen in der Tasche. ich könnte sie hervorholen, sollte der Eindruck entstehen, dass Jener, der vorbeikam, auch etwas sagen wollte, jedoch nur dann etwas sagen könnte, wenn ihn einer fragte. er wird vielleicht zugeben müssen, dass auch er nichts gesehen und gehört hat. aber dies könnte der Anfang sein einer neuen Erzählung.

始まり

langsam geht es weiter. wohltuend ist die Nähe zum Anfang. er ist an jedem denkbaren Ort. viel kann geschehen. wo manches enthalten ist. wo etwas Licht auf dem Wasser funkelt. gibt es denn Gründe, etwas anderes zu hegen als Hoffnung? und nicht Schneisen zu schlagen in die Hecken, die inzwischen alle Gärten umschließen? wenn es eine Idee gibt, kann sie sich einreihen ein in eine lange Kette von früheren Ideen. sie wird vielleicht denken, dass sie zu spät kam. sie mag sich schämen, weil sie vielleicht nur ganz klein ist. aber jetzt ist sie da und kann dem Getuschel aller schon vorhandenen Ideen untereinander lauschen. wie alle Ideen zuvor kann sie warten, etwas zu versuchen, auch wenn nicht sicher ist, ob es gelingen wird. das Auge soll sehen, wo etwas ist. und die Seele, wo etwas nicht ist. beide sollen erkennen, wann sie waren und wie sie noch einmal sein können.

Wolkenwanderer
Trümmer der Stufen
Bleibe des ersten Hauses
in den Jahrhunderten

Angst
vor den stehenden Horizonten
der vorgezogenen Berufungen
der nachgezogenen Entfristung

vakante Seele
die Zimmer der einsamen Buchten
die Sucht nach Stille
der leere Platz gegenüber
Schattenriss des gebrochenen Lebens
schaukelndes Kind
Pendel der Träume
losgelassen
um sich vom Sterbenden zu entfernen
in Richtung einer neuen Idee
einer unsterblichen

祖国

aber. dein Wandern. nicht, um zu entkommen. den Erwartungen. der Einsamkeit. still sollte die Seele stehen. vor den Toren der flutenden Zeit. uralte Bäume. an Ufern schwellender Flüsse. und dein Warten. auf den Gärtner. der die turmhohen Hecken bezwänge. und zöge den Dorn aus deiner Ferse. doch der Stumme muss bitten mit seinen Augen. muss hoffen, dass jemand findet den verlorenen Blick. und dass ihn nicht schreckt der wunde Rand seiner Lippen. beide jedoch wären glücklich über einen Ort. einer nur nannte ihn: Heimat. einer, der bald schon gehen muss. ohne ihn bliebe fremd die Stadt. ohne ihn wäre keine Heimkehr. alles wäre verloren in der Steppen Irrsal. er an deiner Seite. und du an seiner. damit dir die Wege nicht welkten. damit dir die Hoffnungen nicht verödeten. und über dem Bangen die schwingenden Fäden. die Abend und Morgen verbinden. nicht lichtlos. nicht klanglos. zurückgelassen. am Anfang der Nacht. und nach den Erzählungen.

別れ

Letzter der Sterbenden
deine entzündeten Träume
dein vertrocknetes Laub
sitzt nicht mehr
bei den Schwebenden
wächst mit der Rinde vergessener Bäume
legst zum Gestein deinen Staub

warte noch, wenn dir der Trauernde folgte
halt deinen Schatten ins flackernde Licht
das er dir einmal brächte
fände er dich auf den tieferen Stufen
läge bei dir die einsamen Nächte
ließe dich einmal noch zu sich rufen
– Seele – die ihm nicht welkte

泣く

die Welt. wie sie war. als wir die Wege verließen. entlang der verlorenen Hoffnungen. die lautlosen Schritte. über die Asche der Sprache. Unenthülltes der Berge und Meere…

die Fragen verhallen. mit uns zieht die Schönheit der Kinder. die alles sagen. sie sehnten sich nach den Gesängen im Laub. sprachen von Schatten. aus denen die Engel schritten. verschieden war noch ihr gleiches Leben…

die Welt. wie sie sein könnte. kehrten wir heim. um so zu werden. wie jene. die nichts besitzen. als sich selbst. unterwegs zu sein. ohne zu suchen.

破れ目

nicht einsam verenden
nicht einsam an den Enden haften
was warf die Wolke herab
nicht die Netze
um in die Zeit zurückzuspringen
nicht den Staub ferner Träume
den sich ein Engel von seinen Flügeln schlug

schwer sind die Koffer von Sehnsucht
schwer die Köpfe von der Last der Leere
nach all den Abschieden

die Nacht
die sich nicht kennt
die Nacht
die den Tag nicht erwartet
die den Raum des Lichtes wachsen sah
die Stunde Minute Sekunde
des Augenblicks
der die Zeit des Geliebten des Gelebten zu sich nimmt
bevor der Wind es tut
wie mit Laub und Staub

外国

die vielen Himmel
die zahllosen Tage
durchwandert
durchwartet
nicht mehr erinnerte

Blick auf die Pfade
Blick zu den Wolken
das Denken
den Schritten voraus
nach den Gedanken
die ihre Heimat suchen

Rast von langer Reise
in einer anderen Seele
die
wie du
fragt
ob der Mond nur zu den Einsamen kommt

einer nur ist der Himmel
und weiß die Fremdheit der Verlorenen zu verwandeln
und das Dort wird zum Haus in uns

mittags
ist der Tag vorbei
die fremde Welt
schickt eine frühe Dämmerung

fast ist es so
als staune das Lied
über die Stimme
die es gesungen hat

der Fluss trägt die Flöte zum Meer
die einer legte zu den Erlenzweigen
zurück bleibt ein Trommeln der Steine
unter der einsam harrenden Wolke
die den Mond wiegt
wie eine Seele

heute war sie hier
glaube ich
sie hat gerufen
sie wartete ganz allein
auf ein im Wasser schimmerndes Boot

wann steigt die Zeit aus dem Schlaf
das schwarze Tuch
das die Stare durch den Abend ziehen
wie den müden Schweif eines Engels

憧れ

die Sehnsucht schießt ins Kraut in diesen grauen Tagen. wie Frühlingswiesen. die Luft möchte tauen mit den Kinderstimmen. auf einem schlafenden Meer. das nichts von seiner Tiefe weiß. und der Sand seiner Küsten wie die Stirn, hinter der das Vergessene lauert. darüber Felsen, an denen der Himmel zerbrach.

aus allen Schloten steigt der Irrtum. und mischt sich mit dem Atmen der Engel. die ihre Stimmen wund gesungen haben.

frei. in jedem Augenblick. still. aber nicht klanglos. in der Klarheit der Erinnerungslosen. das schlafende Leben in allen Dingen. ungetrennt vom Traum. ununterbrochen in der Idee des Anfangs. im Glauben, dass alles geschehen kann. auch das Gegenteil.

keine Furcht. keine Helden. keine Opfer. und wenn das Licht sich dreht, geht es weiter in aller Ruhe. am schönen Wasser entlang. und es entsteht eine Lust. hinüberzulaufen. und eine Gewissheit, dass dies gelingen kann. ohne nasse Füße zu bekommen.

der Rand ist die Mitte. so hat sie überall Platz. da ist viel von dem, was etwas sein kann. und viele sind da, die jemanden zu sich rufen. der Tod teilt sich mit. und das Leben breitet sich aus. ein erster Klang fällt durch die Leere der frühen Luft. und will sich nicht aufhalten in seiner Einsamkeit. weitere Klänge werden ihm folgen. und das Nichts in die Farbigkeit der Dämmerungen heben. im Moment des Verhallens. wenn der Zeit nicht mehr zu entkommen ist.

niemand fragt nach Träumen. das Entsinnen hat die gedeckten Farben von Trockenblumen. grausüchtige Welt. das Nämliche vertrieben aus den Namen. das Ähnliche aus dem Fremden.

wer mehr wandert, wundert weniger. leichter zu gehen. durch Wälder. durch die alten Zeiten. leichter zu vergehen. in den Schattenwänden. auf der anderen Seite.

die Triebe der Verzückung. immerfort rauschende Sprache. immer. fort. heller zu sehen. in der Schönheit der tanzenden Finsternisse. weil Wüste. und wohin sie auch immer treiben mag.

und das Übrige nicht dem aasfressenden Getier. das Letzte nicht dem Hassenden. weil einem Jeden ein Abend wird. aber nicht allen ein nächster Morgen.

原因

man muss probieren. nicht aufzuhören. man geht. wohin. erwartet nichts. wartet auf alles. man reißt sich zusammen. bis man sich zerrissen hat. man freut sich nicht zu früh. sondern zur rechten Zeit. die schönere Erde ist ohne bedürfnisse. die schwierigste Welt ist die einfache. jeder hat Platz. niemand verlässt ihn. nichts wird verbessert. alles beobachtet. nichts wird bestaunt. alles bejubelt. was keine Wirkung hat. aber jede Ursache. zahlreich. wie die Einsamen.

man schält die Stimmen aus den Kehlen. wie das Gehäuse aus den Äpfeln.

man ist nichts. um noch etwas werden zu können. man wurde etwas. um den Schmerz zu lernen. der entsteht. wenn etwas verschwindet.

到着

wohin geht es hinab? weniger wird das Licht. weniger der Klang. eng sind die Gassen. hoch die Mauern. das Uferlose breitet sich aus. vor den Schauenden. das kalte Bett. das einsame Boot. durch den Nebel treibend. in mondloser Nacht. fern ist die Heimat. ohne Ankunft die Fremde. erloschen die Erinnerungen. an die Kindheiten. an die Toten. die durch die Träume liefen. wer wüsste noch, was er hier wollte? was er dort verlor? das Alte versunken. das Neue ungeboren. wer lehrt uns den Jammer? wer sagt uns von den freudigen Zonen? der plötzlich Heimgekehrten…

die Leere lässt sich nicht auf links drehen.

was wird aus der Sehnsucht? wenn sich die Liebe wirklich zeigte. vergebliche Sattheit. und der Träume Ödnis…

迂回

wanderndes All. Schlingen der Umwege. Unterbrechungen. Pforten der Anfänge. und dann weiter. von dort. wo die Abschiede wohnen. wo wir lernen. das Alphabet der Schmerzen. im verzerrten Licht. im verzehrten Schatten. wortlos. der Frühling. unbemerkt. auf noch staubigen Augen. aber durch die Winde finden wir einen Eingang. vielleicht. und dann Auslieferung. und die Päckchen liefern sich den Wünschenden. Sprache der Liebe. lange Rede des Meeres. Gott. der in die Leere fällt. der ewige Einspringer. in der Werkstatt des Flügelschlags. der abgezählten Herzen. der ungezählten Ausgezahlten. aus den Kerkern der Hoffnung entlassen. und besohlt für den Marsch durch die bodenlosen Erwartungen.

plan. die Weiden des Glaubens. Steppen. Ebenen. planlos.

warte noch. gleich ist Zeit. jetzt ist Schlaf. und morgen ist auch Schlaf. Gleichung der Träume. Tag und Nacht. Ankunft der Engel. die den Belag schöner Landschaften über die Schlachtfelder ziehen.

wer zu früh kommt, den erdrückt die Zeit. wer nicht warten kann, den bestraft der Tod.

unter der Erde. ein Gesang. der sich auf den Staub legt. auf der Welt das Hämmern der Schritte. das ihn tanzen lässt. auf Stock und Stein. aber. wenn erst einmal die Zweifel geklopft sind. aus den flaumigen Kissen der Holda. die uns den Berg herüberschob. und immer noch glaubt, ihre Ablösung sei gleich da. sie schont ihre Stimme nicht. schreit durch die Wolken. und greift mit brennenden Händen in den Schnee. sie würde so gerne sein. verrückt. irrend durch die Wälder. wie alle. die vergessen haben. zu fragen. wenn sie eine Wunde sahen. nur: ihr macht noch Angst die Gefahr einer Pilzvergiftung. und sie will nicht begegnen der Urgroßmutter des Leibhaftigen. die im Gehölz nach ihren Zähnen sucht.

もっと

entzündete Winde
der einzelnen Worte Einsamkeit
Weg. Wunsch. Wendung. Wacht
wenn das Meer spricht
und keiner kommt

von ferne. mit der Heimat im Auge

掴む

ich habe für den Tod gespart. ich habe mir das abgespart vom Leben. jeden Morgen spaziere ich vorbei an den Parkplätzen. vor den Pflegeheimen. ich lege die Wege. zurück. und etwas Zeit für später. wenn ich nicht schlafen kann.

nur zwei Zeitalter gibt es: das der Verwendung und das der Verwandlung.

nicht erst mit dem Mond begann mein Schlaf. mein Frühlingstraum. nicht erst mit dem Wind begann mein Herbst. geschnittenes Gras der vergangenen Jahre. Pfade und Stufen. erschöpft. von den Schritten.

nur die Weiden, als hielten sie zusammen das letzte Licht und Wasser, und wüssten schon, wer hierher zurückkehrte, allein, legen ihre Schatten auf die stille Erde.

im Glas mag ich dann sein. wenn du hindurchschaust.

ホームシック

ein Stück Nacht blieb hängen. ein Schatten des Heimwehs. Wolken. die die Seelen weitertrugen. vorbei am hellsten Klang. am dunkelsten Wort. die Stille füllt sich an. mit dem Ende der Zeit. mit dem Atem. auf ruhendem Wasser. Gott. sammelnd die letzten Echos. für die ersten Rufe.

wir stehen in einer langen Erzählung. wir pflücken die Namen des Schicksals. wir finden kein Ende. weil wir uns nicht erinnern können. an den Anfang. wir sind jetzt genau hier. wo wir nicht wissen. wo wir sind. wir verändern nichts. damit wir uns nicht verändern müssen. damit wir bleiben: der Zu-Fall in einen Zufall. fremd zeigt sich uns die Natur. die eigene. der Anfang kommt plötzlich. aber nicht mehr heute. wir sind die absichtslose Unbewegtheit. auf der Haut der Zeit. sie braucht uns. damit wir sie verbrauchen können.

die Binden des Blinden. geschlagen. um die wunden Wunder. ein Meer singt sich durch die Zimmer der Verlassenen. durstiger Sand seiner Lippen. und die traurigen Masken baumelnd an Wäscheleinen. die spannen sich zwischen Tod und Tod. er tastet sich an den Steinen entlang. den Seelen nach. die vergeblich suchten. das Weite. und immer beschworen. das Tiefe. fern sind die Lebenden. aus den Fäden des Lichtes. flechtend. die Kränze des Schlafs.

es wird immer einfacher. da zu sein. und zugleich fort. das ist auch nirgends. immerzu. das ist auch niemals. wir wollen erkunden. wann wir sind. aber jetzt noch nicht. jetzt soll erst später kommen. die Ruhe um uns herum. die Ruhe in uns. will noch ungestört sein. wenn ein jetzt einmal da ist, drängt es sich auf, wird man es kaum noch los. treibt es einen vor sich her. will es einfach immer da sein. die Zukunft verzehrend. nein! ein jetzt muss sich hinten anstellen. in die lange Reihe der Tage. die wir verstreichen lassen. jetzt ist erst dann. vielleicht. einmal. wenn es sich so ergeben sollte. wie wir es erleben wollten. ununterbrochen.

ここ

in dieser Welt
Hut der Einsamkeit
in den Weiten verloren
was immer dem Wind sich beugt
sich wiegt mit den Halmen und Zweigen
fahl und falb
im Licht des Wintermondes

in dieser Welt
hängt sich das Leben
wenn es leben will
nicht mehr
an diese Welt

そこには

grau sind die Wege. durch die Tage. die nur Dämmerung sind. herbstliche Glieder und Gesichter. herbstliches Scheuen und Schenken. in den Steinen. in den Schädeln. die Blüten. farblos. ihr Dürsten. still. in der Träume Verlassenheit. verborgen. was sich lieben ließe. was sich einließe. auf ein schlafloses Warten. am Rande der Seele.

それから

die Reise beginnt. immer am nächsten Tag. die Boote schaukeln. wie ungeduldige Kinder auf den Schößen ihrer Mütter. das ganze Leben. ein Anlauf. zum Absprung. im Warten kein besserer Aufenthalt als im Wandern. die Jahre müssen verlassen werden, um einzutreten in die Zeit. die Küsten so lang, so alt wie unsere Hoffnungen. verändern werden die Kommenden die Häuser, in denen wir wohnten. fort werden wir sein. schon vor dem nächsten Frühling. bis dahin: die Wege wie Stufen, von den Schatten kahler Linden und Pappeln gezeichnet.

スタイン

die Ruhe. der Stein. das Entgangene.

mein Herz steht still. das Leben am Rande. hinter der Rinde. in der Bleibe. in der niemand blieb. Gelehrsamkeiten. Empfindsamkeiten. große, verlassene Räume. Betrachtungen. Erinnerungen. weite, leere Landschaften. ein Tag ist verloschen. ein Leben ist ihm gefolgt. ergeben dem, was sich ergab. in wortlosen Blicken. Zuflucht. im tonlosen Sang der Sternenreste. Hauch vor der Schöpfung.

vage ist der Herbst. als Zeit des Jahres. ergraut seine Farben im Verträumten. zierliche Inseln aus Pergament. auf dem entspiegelten Wasser. die Dinge sollen bewegt sein. noch einen Winter hindurch. auf dem brennenden Schweif der Wünsche. rücksichtslos ist die Zeit. ohne Rückspiegel. starrhalsig. ohne Achtung für alles, was in ihr zum Stehen kommen will.

alle hegen Träume. ihre Gedanken sind voll der Inseln und Buchten. ihr Schicksal. ein Schlaf des Winters. ihr Atem lang. selbst an den kurzen Tagen. nah sind die Wälder und Wiesen, die nach Frühling duften. Zauber der Sprache. wenn niemand spricht. und auf den Spuren der Früheren die samtene Haut einsamer Abende. ein Name erinnert sich an die Seele, wenn sie allein an den Ufern stand. sie selbst sah das Kommende auf der anderen Seite der Erinnerung. Schatten des Grases, ins Dunklere weisend. Klänge, fallend, durch das dämmerige Tuch der Trauer.

物語

wenn du wartest. statt zu erwarten. wenn du dich aufmachst. um näher zu sein. der Heimat. der Frage. den Spuren. frei vom Echo einer Antwort.

zu kurz sind die Geschichten. sie gleichen den Augenblicken, die schon verloren sind, wenn man ihrer gewahr wird. jedes Auge ist aber wie ein tiefer Brunnen, verschlossen vom Wasser, quellend am unbekannten Ort. und jedes Schöpfen daraus holt eine neue Sehnsucht ans Licht.

Gott wusste die Wege. doch kannte noch nicht den unsagbaren Schmerz des nie Erfüllbaren. und erst ein Grab konnte ihm zum Schoße werden. zu tilgen die Schmach. und den großen Namen, der schon war vor jeglichem Hauch, menschlich strahlen zu lassen, mit dem sich die Gewichte aus Wasser und Licht, und Licht im Wasser gebrochen, in die Erde senkten. doch schwer lag auf den Schultern das väterliche Gewand, das ihn zur Demut hätte bewegen sollen. also konnte ihn erst der Zwang zum Geringsten erhöhen. und ließ ihn sehen das Geheimste. ruhend unter dem Ergründlichen.

Fortsetzung folgt…